Messverfahren zur Erfassung des Therapieerfolges bei wirbelsäulennaher Infiltrationstherapie

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URI: http://hdl.handle.net/10900/76494
http://nbn-resolving.de/urn:nbn:de:bsz:21-dspace-764946
http://dx.doi.org/10.15496/publikation-17896
Dokumentart: Dissertation
Date: 2017-05-31
Language: German
Faculty: 4 Medizinische Fakultät
Department: Zahnmedizin
Advisor: Wülker, Nikolaus (Prof. Dr.)
Day of Oral Examination: 2017-04-24
DDC Classifikation: 610 - Medicine and health
Keywords: Wirbelsäule
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Inhaltszusammenfassung:

Mit einer Lebenszeitprävalenz von über 80% zählen Rückenschmerzen in der heutigen Zeit zu den relevantesten Erkrankungen in der menschlichen Bevölkerung. Der Forschung, die an der Verbesserung der Diagnostik und nachfolgenden Therapieindikationsstellung bei Wirbelsäulenbeschwerden ansetzt, ist daher enorme Wichtigkeit beizumessen. Das Ziel dieser Studie war es herauszufinden, ob die durch diagnostische wirbelsäulennahe Infiltrationen hervorgerufenen Verbesserungen der subjektiven Schmerzsituation objektiv mittels rasterstereographischer Vermessung des Wirbelsäulenprofils oder Ganganalyse auf dem Laufband erfasst werden können. Dafür wurden 57 Personen für das Patientenkollektiv und 28 Probanden für das Referenzkollektiv untersucht. Die Patienten wurden für mehrere Tage stationär aufgenommen und erhielten tägliche Infiltrationen an der Wirbelsäule. Die dreidimensionale Vermessung des Rückens und die Ganganalyse auf dem Laufband erfolgten am Aufnahmetag – vor und nach der ersten Infiltration – sowie am Abend vor der Entlassung. Die subjektive Selbsteinschätzung der Patienten bezüglich ihrer Schmerzsituation wurde mit Hilfe der Fragebögen Oswestry Disability Index und Roland Morris Score am Tag der Aufnahme und der Entlassung erfasst, ebenso wurden täglich Werte für die Numerische Rating Skala und die prozentuale Besserung der Beschwerden abgefragt. Vier Wochen nach dem stationären Aufenthalt wurden den Patienten nochmals die beiden Fragebögen und die NRS postalisch zur Beantwortung zugesandt. Die Referenzprobanden wurden zweimal in einem zeitlichen Abstand von drei Stunden mittels Rasterstereographie und Laufbandanalyse vermessen. Vielen Patienten konnten durch die Infiltrationen im Rahmen der Stufendiagnostik die Schmerzen gelindert werden. Gleichzeitig fanden sich bei etlichen Patienten Veränderungen der Haltungs- und Gangparameter zu den verschiedenen Messzeitpunkten im Vergleich zum Referenzkollektiv. Diese korrelierten jedoch nicht mit den subjektiven Schmerzeindrücken. Auch eine Subgruppenanalyse gemäß der angegebenen Besserung zeigte hier keinen Zusammenhang. Die fehlende Verbesserung der hier objektiv gemessenen Parameter könnte dadurch erklärt werden, dass es sich in den meisten Fällen um Schmerzzustände handelt, die bereits seit Monaten oder Jahren bestanden. Obwohl der Schmerzreiz durch das Anästhetikum an der richtigen Stelle ausgeschaltet wurde, war es nicht möglich, die über längere Zeit antrainierten Schonhaltungen innerhalb der Kürze des Klinikaufenthaltes von wenigen Tagen zu revidieren. Ob bei einer längerfristigen Schmerzlinderung Veränderungen im Rahmen von Rasterstereographie und Ganganalyse erkennbar sind kann nicht beurteilt werden und muss Gegenstand von zukünftigen Untersuchungen sein. Für den momentanen Zeitpunkt bleibt das einzige Mittel für eine erfolgreich dokumentierte Schmerzlinderung die subjektive Einschätzung und Aussage des Patienten, die im persönlichen Gespräch mit dem Arzt erfasst werden muss.

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