Vergleich des individuellen Vorgehens in der Therapie von Wirbelsäulenmetastasen zu den Empfehlungen nach der Tokuhashi- und Tomita-Klassifikation

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URI: http://hdl.handle.net/10900/76130
http://nbn-resolving.de/urn:nbn:de:bsz:21-dspace-761308
http://dx.doi.org/10.15496/publikation-17532
Dokumentart: Dissertation
Date: 2017
Language: German
Faculty: 4 Medizinische Fakultät
Department: Zahnmedizin
Advisor: Kluba, Torsten (Prof. Dr.)
Day of Oral Examination: 2017-04-21
DDC Classifikation: 610 - Medicine and health
Keywords: Score , Therapie , Überlebenszeit , Wirbelsäule , Metastase
Other Keywords: Wirbelsäulenmetastasen
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Inhaltszusammenfassung:

Die Dissertation mit dem Titel „Vergleich des individuellen Vorgehens in der Therapie von Wirbelsäulenmetastasen zu Empfehlungen nach der Tokuhashi-und Tomita-Klassifikation“ wurde durchgeführt wegen der Einschätzung eigener Ergebnisse bezüglich der Patienten mit Wirbelsäulenmetastasen. Ebenfalls wurden die angewandten Therapien überprüft. Die Studie gründet auf einer retrospektiven Analyse von 105 Patienten, die zwischen dem 31.01.2005 und 19.12.2012 an der Universitätsklinik für Orthopädie in Tübingen infolge von Wirbelsäulenmetastasen operiert wurden. Die Studiengruppe setzte sich aus 59 männlichen und 46 weiblichen Patienten zusammen, wobei das mittlere Alter 60,76 Jahre zum OP-Zeitpunkt betrug. Das CUP-Syndrom, die hämatopoetischen Neoplasien, sowie das Nieren-, Mamma- und Bronchialkarzinom waren die häufigsten Primärtumoren. Lokalisiert waren die spinalen Metastasen vor allem in der Lendenwirbelsäule (n=31) und in der Brustwirbelsäule (n=25); bei 41 Patienten waren multiple spinale Metastasen präsent. Bei jedem Patienten wurden der ursprüngliche Tokuhashi-Score und die Tomita-Klassifikation angewendet. Das durch den Tokuhashi-Score prognostizierte Überleben und das tatsächliche Outcome stimmten in 39 Fällen überein, 16 Mal wurden Patienten hinsichtlich des Überlebens überschätzt und 42 Mal unterschätzt. Von den Patienten, die eine prognostizierte Überlebenszeit von maximal 3 Monaten durch den Tokuhashi-Score vorhergesagt bekommen haben, wurden 60% richtig eingeschätzt. 18,30% der Patienten, die laut des Tokuhashi-Scores eine Lebenserwartung zwischen 3 und 6 Monaten hatten, wurden richtig beurteilt. Hingegen wurde die Personengruppe mit einem prognostizierten Überleben von >6 Monaten in 81,48% der Fälle hinsichtlich des Überlebens richtig eingeschätzt. Zudem ist zu bemerken, dass bei Gruppe 1 eine mittlere Überlebenszeit von 251 Tagen festzustellen war; bei Gruppe 2 betrug diese 688 Tage und bei Gruppe 3 konnte eine mittlere Überlebenszeit von 1095 Tagen ermittelt werden. Die operative Strategie betreffend zeigt die hier vorgestellte Studie folgendes Ergebnis: Bei 37 Patienten wurde nach der Empfehlung des Tokuhashi-Scores und der Tomita-Klassifikation gehandelt, 54 Patienten wurden weniger ausgedehnt operiert und 27 Patienten wurden ausgedehnter operiert als empfohlen. Insgesamt wurden 23 Revisionoperationen (19,66%) durchgeführt. Mehr Revisionsoperationen (9,32%) wurden realisiert bei den Patienten, bei denen operativ primär weniger ausgedehnt operiert wurde als durch den Tokuhashi-Score oder die Tomita-Klassifikation angeraten wurde. An Patienten, welche ausgedehnter operiert wurden als empfohlen (2,54%) oder bei denen nach der Empfehlung gehandelt wurde (7,63%), wurden weniger operative Eingriffe revidiert. Insgesamt wurden in der vorliegenden Studie 62 Komplikationen bei 42 Patienten registriert (35,59%). Bei 64,41% des Patientenkollektivs war keine Komplikation festzustellen. Die Komplikationsrate war nicht höher, auch wenn ausgedehnter operiert worden war, als empfohlen. Das gesamte Patientenkollektiv hatte eine postoperative Überlebenszeit von durchschnittlich 802,95 Tagen. Die Überlebensrate belief sich auf 55% nach 1 Jahr und 40% nach 2 Jahren. Die 1-Jahres-Überlebensrate berechnete sich in der vorliegenden Studie bei Patienten mit Mamma-Ca auf 75%, bei Patienten mit einem Nieren-Ca auf 68%, bei vorhandener hämatopoetischen Neoplasie auf 50% und bei Patienten mit einem Prostatakarzinom auf 40%. Nach 1 Jahr waren die Patienten mit Bronchialkarzinom in dieser Studie nicht mehr am Leben. Postoperativ war bei der Mehrheit der Patienten keine Änderung des neurologischen Status zu verzeichnen (n=72). Bei 25 Patienten konnte eine Besserung festgehalten werden, wobei es in 8 Fällen zu einer Verschlechterung des neurologischen Zustandes kam. Postoperativ war das Laufen ohne Defizit bei 76 Patienten möglich, 8 Patienten waren auf Gehstützen angewiesen, 11 Patienten benutzten einen Rollator oder Gehwagen zur Fortbewegung und 5 benötigten einen Rollstuhl.

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