Die Expressionsprofile des Epithels von odontogenen Zysten unter besonderer Berücksichtigung des keratozystischen odontogenen Tumors und des epithelialen Zelladhäsionsmoleküls EpCam bei Nachweis mittels Antikörperklon Ber-EP4

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URI: http://hdl.handle.net/10900/74592
http://nbn-resolving.de/urn:nbn:de:bsz:21-dspace-745924
http://dx.doi.org/10.15496/publikation-15996
Dokumentart: Dissertation
Date: 2017-02
Language: German
Faculty: 4 Medizinische Fakultät
Department: Zahnmedizin
Advisor: Fend, Falko (Prof. Dr.)
Day of Oral Examination: 2016-11-25
DDC Classifikation: 610 - Medicine and health
Keywords: Zyste , Kieferzyste , Immunohistologie , Basaliom
Other Keywords: Kieferzysten
keratozystischer odontogener Tumor
Gorlin-Goltz Syndrom
PTCH-Gen
Multiblöcke
Ber-EP4
Zytokeratin 17
Zytokeratin 19
EpCam
KRT6b
Sonic Hedgehog Signalkette
Immunprofile
Parakeratose
Streptavidin-Peroxidase-Technik
License: Publishing license excluding print on demand
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Inhaltszusammenfassung:

Das Epithel der odontogenen Kieferzysten hat seinen Ursprung in Residuen der Zahnentwicklung. Man unterscheidet zwischen entwicklungsbedingten und entzündlich bedingten Kieferzysten. Aufgrund ihrer Klinik, Radiologie und konventionell-morphologischer Histopathologie sind die Kieferzysten oftmals nicht sicher voneinander zu unterscheiden. Histologisch gibt es Kriterien, die zur Differentialdiagnostik beitragen, jedoch nicht in allen Zystentypen zur definitiven Diagnose führen. Vor allem bei entzündlicher Überlagerung des Zystenepithels verliert dieses mögliche zystentyp-spezifische Merkmale. Dadurch entstehen Fehldiagnosen und inadäquate Therapien. So kann der befundende Pathologe bisweilen nur eine Mutmaßung des Zystentyps äußern und oft die Pathologie und Klinik nicht in Übereinstimmung bringen. Schon seit vielen Jahren werden in der Histopathologie immunhistochemische Verfahren angewendet, um die Histogenese und Dignität eines Tumors beurteilen und somit die Diagnose stellen zu können. Zur Detektion von differentialdiagnostisch hilfreichen Immunprofilen wurden in dieser Studie insgesamt 128 keratozystische odontogene Tumoren, 147 follikuläre Zysten, 117 radikuläre Zysten, 44 Basaliome und 29 Ameloblastome mit der Streptavidin-Peroxidase-Technik und den Antikörpern gegen die Antigene EpCAM (Antikörper-Klon: Ber-Ep4), CK17, CK19 und KRT 6B untersucht. Basaliome wurden aufgrund des gemeinsamen Auftretens mit keratozystischen odontogenen Tumoren beim Gorlin-Goltz-Syndrom in die Studie aufgenommen und Ameloblastome aufgrund der insbesondere bei unizystischen Ameloblastomen bisweilen klinisch, radiologisch und histologisch schweren differentialdiagnostischen Abgrenzung von den anderen Zysten und Tumoren. Das Antigen KRT 6B ist in allen Zysten und Tumoren nachweisbar; eine Differenzierung insbesondere der Zystenarten gelingt somit nicht. Die Kombination aus extrem starker Expression von CK 17 bei weitgehend fehlender Expression von CK19 spricht für einen keratozystischen odontogenen Tumor und entspricht dem Immunprofil eines Basalioms. Im Falle der follikulären und radikulären Zysten kann mit Antikörpern gegen CK17 und CK19 keine differentialdiagnostische Abklärung erfolgen. Das Ameloblastom zeigt zumeist eine Coexpression von CK17 und CK19. Der Antikörper Ber-EP4 färbt in abnehmender Färbeintensität und Häufigkeit Basalzellkarzinome, keratozystische odontogene Tumoren, Ameloblastome und in wenigen Fällen auch follikuläre Zysten mit jedoch typischem Expressionsmuster. Radikuläre Zysten zeigen keine Expression von Ber-EP4. Durch die Kombination aus Ber-EP4, CK17 und CK19 läßt sich die diagnostische Sicherheit für einen KZOT insbesondere bei der Abgrenzung zu follikulären Zysten erhöhen, da KZOTs eine basale und parabasalen Anfärbung, follikuläre Zysten eine superfizielle Expression von EpCAM (Klon Ber-EP4) zeigen. Durch die korrekte Diagnostik eines KZOT kann die Rezidivgefahr durch die adäquate Therapie und geplante Nachsorge geringgehalten werden. Bei entzündlich überlagertem Zystenepithel erscheint zur sicheren Identifizierung eines KZOT die Immunhistologie eher nicht geeignet und sollte durch molekulargenetische Untersuchungen zu Mutationen im Sonic Hedgehog Signalweg ergänzt werden.

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