Der Einfluss von Ängstlichkeit auf die Frontalkortex-Aktivierung während einer kombinierten emotionalen und kognitiven Stroop-Aufgabe

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URI: http://hdl.handle.net/10900/74533
http://nbn-resolving.de/urn:nbn:de:bsz:21-dspace-745337
http://dx.doi.org/10.15496/publikation-15937
Dokumentart: PhDThesis
Date: 2017
Language: German
Faculty: 4 Medizinische Fakultät
Department: Medizin
Advisor: Fallgatter, Andreas Jochen (Prof. Dr.)
Day of Oral Examination: 2016-08-15
DDC Classifikation: 610 - Medicine and health
Keywords: Angst , Präfrontaler Cortex , Psychiatrie
Other Keywords: Ängstlichkeit
ASI
fNIRS
emotionales Stroop-Paradigma
kognitives Stroop-Paradigma
DLPFC
IPFC
License: http://tobias-lib.uni-tuebingen.de/doku/lic_ohne_pod.php?la=de http://tobias-lib.uni-tuebingen.de/doku/lic_ohne_pod.php?la=en
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Inhaltszusammenfassung:

Hintergrund: Angst stellt eine überlebenswichtige Grundemotion des Menschen dar und führt zu körperlichen, behavioralen und kognitiven Symptomen. Während es sich bei der Emotion Angst um einen aktuellen Zustand handelt, bezeichnet „Ängstlichkeit” eine Persönlichkeitseigenschaft, häufiger oder stärker Angst zu empfinden als andere Menschen. Eine weitere Unterscheidung kann man zwischen „Furcht” und „Angst” treffen: Furcht ist objektbezogen, Angst dagegen ungerichtet und diffus. Die Furcht vor körperlichen Angstsymptomen kann mit dem Konstrukt der „Angstsensitivität” beschrieben werden, die mit dem Anxiety-Sensitivity-Fragebogen erfasst wird (Peterson und Reiss 1992). Wenn unbegründete Angst chronisch oder dauerhaft auftritt, liegt eine Angststörung vor. Studien bei Patienten mit Angststörungen fanden eine generelle Hypofrontalität präfrontaler Bereiche. Ob sich eine solche Hypofrontalität auch bei gesunden, ängstlichen Probanden nachweisen lässt, ist nach wie vor unklar. Die Stroop-Aufgabe stellt ein weit verbreitetes Paradigma dar, um kognitive und emotionale Verarbeitungsprozesse zu testen. Während das kognitive Stroop-Paradigma relativ gut erforscht ist, besteht bei seiner emotionalen Variante noch Unklarheit über die zugrundeliegenden neuronalen Mechanismen. Ziel: Ziel der Arbeit war es, zu untersuchen, ob ängstliche Probanden eine generelle Hypofrontalität aufweisen und zudem zu überprüfen, ob das emotionale Stroop-Paradigma als ein angstsensibles Messinstrument zur Untersuchung dieser Frage geeignet ist. Denn alternativ könnten die beim emotionalen Stroop-Paradigma gefundenen neuronalen Aktivierungen auch durch Arbeitsgedächtnis-Prozesse erklärt werden. Methoden: Gesunde, ängstliche Probanden (n = 48) und nicht ängstliche Kontrollen (n = 67) wurden mit dem kognitiven und emotionalen Stroop-Paradigma mit der funktionellen Nahinfrarotspektroskopie untersucht. Besonderes Augenmerk lag dabei auf lateralen präfrontalen Bereichen, den Zentren von Arbeitsgedächtnisaufgaben. Um Aufschluss über die Aktivierung des autonomen Nervensystems zu erhalten, wurden Blutdruck, Herzfrequenz und Herzratenvariabilität kontinuierlich gemessen, sowie die elektrodermale Aktivität mit Ag/AgCl-Fingerelektroden erfasst. Ergebnisse: In beiden Gruppen zeigten sich kognitive Stroop-Effekte auf der Verhaltensebene mit verlängerter Reaktionszeit und einer erhöhten Fehlerrate für inkongruente Farbwörter. Auf autonomer Ebene fand sich bei den Probanden eine erhöhte elektrodermale Aktivität für inkongruente Farbworte. In den funktionellen Daten zeigten die Teilnehmer eine erhöhte präfrontale Aktivierung bei inkongruenten Farbworten. Unterschiede zwischen den Gruppen ließen sich beim kognitiven Stroop-Paradigma nicht nachweisen. Emotionale Stroop-Effekte fanden sich auf keiner der untersuchten Ebenen. Allerdings zeigten ängstliche Probanden im Vergleich zu den Kontrollen einen statistischen Trend zu verlängerten Reaktionszeiten bei den Messungen insgesamt, und eine signifikante Hypofrontalität im rechten dorsolateralen präfrontalen Kortex bei angstrelevanten Worten, sowie im inferioren präfrontalen Kortex während des emotionalen Stroop-Paradigmas. Schlussfolgerung: Die Ergebnisse der experimentellen Studie können mit den verwendeten Paradigmen zwar keine generelle Hypofrontalität bei ängstlichen Probanden in den untersuchten Regionen zeigen, jedoch finden sich Hinweise auf eine emotionale Hypofrontalität. Ursachen für die Ergebnisse werden diskutiert und Richtungen für zukünftige Untersuchungen vorgeschlagen, um zu einem umfassenderen Verständnis der neuronalen Korrelate von Ängstlichkeit zu gelangen. Ob das emotionale Stroop-Paradigma geeignet ist, diese Frage zu untersuchen, ist in Anbetracht des fehlenden Stroop-Effekts in den Untersuchungen und inkonsistenter Ergebnisse in Studien, insbesondere bei gesunden Probanden, fraglich. Denn diese Studie kann bisherige Untersuchungen zum kognitiven Stroop-Paradigma replizieren, für das emotionale Stroop-Paradigma gilt dies jedoch nicht. Gründe dafür werden diskutiert und Modifikationen vorgeschlagen, um der Frage nachzugehen, ob das emotionale Stroop-Paradigma angstsensibel ist.

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