Klinischer und radiographischer Verlauf der Knochenerkrankung bei Patienten mit Multiplem Myelom unter immunmodulatorischer Therapie: Definition und Vorkommen von Sklerosen, dokumentiert mit Hilfe der Ganzkörper-Multidetektor-Computertomographie in Niedrigdosis-Technik

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URI: http://hdl.handle.net/10900/74051
http://nbn-resolving.de/urn:nbn:de:bsz:21-dspace-740517
http://dx.doi.org/10.15496/publikation-15457
Dokumentart: Dissertation
Date: 2017-01-23
Language: German
Faculty: 4 Medizinische Fakultät
Department: Medizin
Advisor: Weisel, Katja (Prof. Dr.)
Day of Oral Examination: 2016-12-21
DDC Classifikation: 610 - Medicine and health
Keywords: Plasmozytom , Sklerose , Lenalidomid
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Inhaltszusammenfassung:

Das Multiple Myelom und die bisherigen Therapiemöglichkeiten, insbesondere die Auswirkungen des Medikaments Lenalidomid auf die Myelomerkrankung, sind bereits häufig beschrieben worden. Der genaue Wirkmechanismus des Lenalidomids hinsichtlich seiner Wirkung auf die Knochenstruktur entzieht sich jedoch nach heutigem Stand der Wissenschaft unserer Kenntnis. Dies führt uns zu der zentralen Fragestellung dieses Projekts, welchen Einfluss Lenalidomid (Revlimid®) auf die morphologischen Manifestationen des Myeloms mit besonderem Fokus auf Sklerosen hat. In dieser Arbeit wurden 66 Patienten aus den Jahren 2007 - 2011 retrospektiv untersucht. Die Patienten wurden mit Lenalidomid therapiert und computertomographisch mittels wb-ld-MDCT (whole-body low-dose-multidetector CT) untersucht. Anhand der Aufnahmen konnten lytische Läsionen, extramedulläre sowie medulläre Manifestationen detektiert und insbesondere die Sklerosen beurteilt werden. Jeder dieser Patienten erhielt im Laufe des Beobachtungszeitraums ein bis sechs CTs. Neben der radiologischen Auswertung wurden die hämatologischen Laborwerte zur Beurteilung des Therapieansprechens und der damit verbundenen Response-Einteilung nach den Kriterien der International Myeloma Working Group (IMWG) evaluiert. Die Ausdehnung der Osteolysen blieb sowohl während als auch nach der Therapie bei dem Großteil der Betroffenen unverändert. Sieben der 66 Patienten zeigten jedoch im Verlauf und nach der Lenalidomidmedikation sichtbare Sklerosen. Diese hyperintensen Verdichtungen stellten sich im Median nach zwölf Monaten Lenalidomidgabe im CT dar. Sie waren meist fokal im Bereich von Osteolysen oder medullär lokalisiert. Bei zwei Patienten jedoch zeigten sich diese auch diffus. Das beste hämatologische Therapieansprechen (IMWG-Kriterien) der sieben Patienten zum Zeitpunkt der Knochensklerose war: PR (n=3), CR (n=1) und PD (n=2). Da ein Patient ein asekretorisches Myelom hatte, konnte eine Einteilung nach den IMWG-Kriterien nicht vorgenommen werden. In unseren Ergebnissen ist kein Zusammenhang zwischen der Ausdehnung der Osteolysen und der Gabe des Lenalidomidmedikaments zu erkennen. Das erstmalige Auftreten von Sklerosen (Bereich: 6-32 Monate) und die Gesamtzyklenzahl (Bereich: 2-32 Zyklen) der Patienten variieren stark. Somit ist auch hier kein Zusammenhang zwischen dem Zeitpunkt der Detektion dieser Sklerosen und der Dauer der Lenalidomidmedikation festzustellen. Die Detektion von Sklerosen bei Myelompatienten unter Lenalidomidmedikation ist eine neue Erscheinung. Bisher wurden Sklerosen nur vereinzelt und meist in Kombination mit Bortezomib und/oder Dexamethason diskutiert. So fehlen umfangreiche Studien mit einer größeren Patientenzahl zur Untersuchung der Wirkung von Lenalidomid auf den Knochen. Da die Knochenremineralisation einen wichtigen Einfluss auf die skelettale Stabilität und daher auch auf den Zugewinn an Lebensqualität der Patienten hat, sind weitere prospektive Studien mit Lenalidomid nötig.

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