Bedeutung des 99m Tc-Uptakes im Zielgewebe für die Planung einer Radioiodbehandlung bei benignen Schilddrüsenerkrankungen

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URI: http://hdl.handle.net/10900/73956
http://nbn-resolving.de/urn:nbn:de:bsz:21-dspace-739562
http://dx.doi.org/10.15496/publikation-15362
Dokumentart: Dissertation
Date: 2017
Language: German
Faculty: 4 Medizinische Fakultät
Department: Medizin
Advisor: Bares, Roland (Prof. Dr.)
Day of Oral Examination: 2016-12-19
DDC Classifikation: 610 - Medicine and health
Keywords: Schilddrüse
Other Keywords: Radioiodtest
Tc-Uptake
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Inhaltszusammenfassung:

Mit einer Radioiodtherapie können immunogene wie auch nicht-immunogene Formen der Hyperthyreose behandelt werden. Begründer der Therapie mit Hilfe von „Strahlen“ war 1906 Abbé, der die Schilddrüse mit Radium bestrahlte. In Deutschland wird die zur Therapie erforderliche Radioaktivitätsmenge anhand der in einem Radioiodtest gemessenen Daten meist mittels der Marinelli-Formel berechnet. Mit dem Ziel, den aufwendigen Radioiodtest durch die einfachere Messung des Technetium-Uptakes zu ersetzen, wurden in dieser retrospektiven Studie die Datensätze von 98 Patienten ausgewertet, bei denen eine Radioiodtherapie wegen funktioneller Autonomie durchgeführt worden war. Zunächst wurde die Beziehung zwischen dem Radioiod- und Technetium-Uptake untersucht, wobei sich ein Spearman-Korrelationskoeffizient von ρ=0,56 (RIU nach 4h) bzw. von ρ=0,45 (RIU nach 24h) zeigte. Als Ergebnis der Untersuchungen konnte festgehalten werden, dass keine ausreichend enge und für alle Adenome gültige Korrelation zwischen TcTU und dem RIU anzunehmen ist. Daher wurde mit Hilfe der multivariaten Regressionsanalyse ein neues Modell zur Berechnung der Therapieaktivität entwickelt, welches den RIU durch den TcTU ersetzt und anstatt der effektiven HWZ die gemessenen Werte von fT3, fT4 und TSH verwendet. In einem ersten Schritt wurde überprüft, ob sich bezogen auf einzelne Parameter auffallende Abweichungen ergaben. Hierauf aufbauend wurde geprüft, inwieweit die neu errechnete Aktivität mit der nach der Marinelli-Formel berechneten Therapieaktivität übereinstimmt. Der positive monotone Zusammenhang, der mit einem ρ=0,78 deutlich stärker als der ermittelte Zusammenhang zwischen TcTU und RIU ist, bestätigt die Eignung des neu entwickelten Modells. Allerdings tendiert dieses bei niedrigen Therapieaktivitäten zu einer Verschiebung zu höheren Werten, während bei höheren Therapieaktivitäten tendenziell geringere Werte als mit der Marinelli-Formel berechnet wurden. Des Weiteren ergaben sich trotz insgesamt guter Korrelation in 42% der Fälle erhebliche Abweichungen über 20%. Bezogen auf den Therapieerfolg wäre dieser bei Anwendung des TcTU-Modells aufgrund gleicher oder größerer Aktivität in mindestens 62,2% zu erwarten. Lässt man eine Unterschreitung von bis zu 10% zu, wäre ein Erfolg sogar in 76,8% der Fälle zu vermuten. Bei der Bewertung der möglichen, jedoch nicht gesicherten Misserfolge hätten möglicherweise zwei Patienten von einer Anwendung des neuen Modells und dessen in diesen Fällen höherer Aktivitätsmenge profitiert. Das neu entwickelte Modell zur Berechnung der Therapieradioaktivität zeichnet sich durch eine hohe Praxisfreundlichkeit aus, da es die Behandlungsplanung innerhalb eines Untersuchungstages und unter Nutzung des stets verfügbaren 99mTc-Pertechnetats zulässt. Hierdurch erlaubt es eine deutliche Vereinfachung der Therapieplanung; dies ist jedoch nur dann von Relevanz, wenn die bisherige Erfolgsrate nicht abnimmt. Eine valide Beurteilung ist daher nur anhand einer prospektiven und randomisierten Vergleichsstudie möglich.

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