Quantitative motorische Analysen und der Einfluss von Kognition in Parkinsonpatienten mit und ohne Mutation im LRRK2 Gen sowie gesunden Mutationsträgern

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URI: http://hdl.handle.net/10900/73744
http://nbn-resolving.de/urn:nbn:de:bsz:21-dspace-737445
http://dx.doi.org/10.15496/publikation-15152
Dokumentart: Dissertation
Date: 2016-12
Language: German
Faculty: 4 Medizinische Fakultät
4 Medizinische Fakultät
Department: Medizin
Advisor: Berg, Daniela (Prof. Dr.)
Day of Oral Examination: 2015-12-02
DDC Classifikation: 610 - Medicine and health
Keywords: Parkinson-Krankheit
License: Publishing license excluding print on demand
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Inhaltszusammenfassung:

Morbus Parkinson ist eine chronisch progrediente neurodegenerative Erkrankung, deren Prävalenz mit zunehmendem Alter stark ansteigt. Bisher ist die Erkrankung nicht kausal therapierbar und auch ihr Entstehungsmechanismus ist nicht genau geklärt. Die Bedeutung von genetischen Komponenten bei der Entstehung des Morbus Parkinson gewinnt allerdings zunehmend an Stellenwert. Die häufigsten Ursachen für eine monogenetische autosomal dominant vererbte Parkinsonerkrankung sind Mutationen im LRRK2 Gen. Asymptomatische Träger bestimmter pathogener Mutationen im LRRK2 Gen haben ein stark erhöhtes Risiko an Morbus Parkinson zu erkranken. Dem Auftreten von motorischen Symptomen geht nach aktuellem Kenntnisstand eine jahrelange Prodromalphase voraus. Durch die Untersuchung der asymptomatischen pathoLRRK2+ Mutationsträger als Hochrisikopersonen wird versucht, valide Marker für eine drohende Parkinsonerkrankung zu ermitteln. Dies soll die Entwicklung neuroprotektiver Therapien für gefährdete Personen ermöglichen. In dieser Arbeit wurden sowohl parkinsonerkrankte als auch asymptomatische Träger von pathogenen Mutationen im LRRK2 Gen, sowie Parkinsonpatienten ohne Mutation im LRRK2 Gen und gesunde Kontrollpersonen hinsichtlich der axialen Motorik und der Kognition untersucht. Ziel war eine genauere Phänotypisierung von LRRK2+ Parkinsonpatienten und die genaue Untersuchung von noch nicht an MP erkrankten Mutationsträgern mit der Frage nach Frühmarkern einer Parkinsonerkrankung. Die axiale Motorik wurde zum einen mittels UPDRS III beurteilt und zum anderen mit einem tragbaren Sensor gemessen, der im Lendenwirbelbereich der Probanden befestigt war, während die Probanden den TUG, eine 20m Gehstrecke unter Single und Dual Task Bedingungen sowie den Stand mit geschlossenen Augen auf einer Schaumstoffmatte absolvierten. Die kognitiven Leistungen wurden anhand des MoCA und des TMT, unter Berücksichtigung des BDI, überprüft. Insgesamt konnte die Studie die Annahme eines etwas benigneren Krankheitsverlaufs bei pathoLRRK2+ PD+ Patienten unterstützen, da die Patienten trotz längerer Erkrankungsdauer weder in den motorischen noch in den kognitiven Aufgabenstellungen schlechter abschnitten, als die LRRK2- PD+ Probanden. Die pathoLRRK2+ PD- Probanden unterschieden sich weder motorisch noch kognitiv in signifikantem Maß von ihrer Kontrollgruppe. Eine Korrelation zwischen den kognitiven und den motorischen Tests konnte teilweise sowohl bei den PD+ Studiengruppen als auch bei den PD- Studiengruppen mit und ohne Mutation nachgewiesen werden, wobei aufgrund der geringen Größe der Studiengruppen keine Aussage über die Relevanz des Mutationsstatus der Patienten in diesem Zusammenhang möglich war. Zu den Dual Task Costs bei der Durchführung des 20m Gangs in verschiedenen Gehgeschwindigkeiten und einer simultan durchgeführten kognitiven Aufgabe konnte für alle Studiengruppen außer den pathoLRRK2+ PD- Probanden und ihrer Kontrollgruppe eine stärkere Konzentration auf die kognitive Aufgabe angenommen werden, da die Geschwindigkeit bei der Durchführung der Subtraktionen in Siebener-Schritten zu- statt abnahm. Diese beiden Studiengruppen verhielten sich hingegen wie die gesunden Probanden vorangegangener Studien, die die kognitive Aufgabe zugunsten der Gangstabilität vernachlässigten. Zusammenfassend konnte weder die Testung der axialen Motorik noch die der Kognition eindeutige Hinweise auf eine drohende Parkinsonerkrankung bei den pathoLRRK2+ PD- Probanden liefern. Da dies möglicherweise an der geringen Anzahl der Studienteilnehmer lag, wäre die Durchführung der Testungen longi¬tu¬di¬nal und mit höheren Fallzahlen nötig, um sich ein besseres Urteil über die Vorhersagekraft der verschiedenen Tests bilden zu können.

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