Beurteilung der Regenerationsergebnisse nach Rekonstruktion von Digitalnerven der Hand durch Venen-Muskel-Interponate im Vergleich zu Nervennaht und autologer Nerventransplantation

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dc.contributor.advisor Schaller, Hans-Eberhard (Prof. Dr. med.)
dc.contributor.author Schulz, Lukas Martin
dc.date.accessioned 2016-08-02T06:53:08Z
dc.date.available 2016-08-02T06:53:08Z
dc.date.issued 2016
dc.identifier.other 47562470X de_DE
dc.identifier.uri http://hdl.handle.net/10900/71827
dc.identifier.uri http://nbn-resolving.de/urn:nbn:de:bsz:21-dspace-718279 de_DE
dc.identifier.uri http://dx.doi.org/10.15496/publikation-13239
dc.description.abstract Ziel dieser Studie war ein erster direkter klinischer Vergleich der Regenerationsergebnisse nach Rekonstruktion von Defekten sensibler Digitalnerven der palmaren Hand mittels Venen-Muskel-Interponaten im Vergleich zu dem Goldstandard der autologen Nerventransplantation. Zusätzlich sollten diese Ergebnisse mit denjenigen nach direkter Nervennaht verglichen werden, welche als Möglichkeit der besten erreichbaren Regeneration gilt. Weiterhin sollte die Auswirkung wesentlicher Einflussfaktoren auf die Regenerationsergebnisse (Alter des Patienten, Länge der Defektstrecke, zusätzliche Beugesehnenverletzungen, Dauer der Ruhigstellung sowie die Durchführung eines Sensibilitätstrainings) ermittelt werden. Zu Beginn der Studie wurden zunächst mögliche Probanden, bei denen Nervendefekte der sensiblen palmaren Digitalnerven zwischen dem MCP- und DIP-Gelenk mit den oben genannten Operationsverfahren rekonstruiert wurden, aus der klinikinternen Datenbank identifiziert. Als Ausschlusskriterien wurden eine totale oder subtotale Amputation mit kombinierten Verletzungen von Blutgefäßen, Digitalnerven, Sehnen und Knochen sowie das Vorliegen von Sekundärerkrankungen, insbesondere verschiedene Nervenkompressionssyndrome, welche die Nervenregeneration negativ beeinflussen könnten, definiert. Insgesamt konnten 47 Patienten mit 55 Nervendefekten (Gruppe NN: 22; Gruppe NT: 14; Gruppe VMI: 19) in die Studie eingeschlossen werden. Die Nachuntersuchung erfolgte nach klinisch abgeschlossener Regeneration, welche mittels des Hoffmann-Tinel-Zeichens bestimmt wurde, jedoch frühestens 12 Monate postoperativ. Mittels des statischen und beweglichen 2PD-Tests und SWM-Tests wurde die Sensibilität der Innervationsgebiete der rekonstruierten Nerven mit der normalen Sensibilität verglichen. Die normale Sensibilität wurde bestimmt, indem beide Verfahren an gesunden, unbeeinträchtigten Fingern angewendet wurden. Im Falle von autologen Nerventransplantaten wurden die Semmes-Weinstein-Monofilamente zusätzlich im Innervationsgebiet des am proximalen, beugeseitigen Unterarm entnommenen N. cutaneus antebrachii medialis angewendet, um den dadurch hervorgerufenen Sensibilitätsverlust zu bestimmen. Bei Verwendung eines Venen-Muskel-Interponats wurden die Semmes-Weinstein-Monofilamente an der Entnahmestelle der Vene bzw. des Muskelstreifens, welche sich ebenfalls am proximalen, palmaren beugeseitigen Unterarm befand, angewendet. Zusammenfassend lässt sich sagen, dass Venen-Muskel-Interponate im Vergleich zur herkömmlichen Methode, der autologen Nerventransplantation, keine statistisch signifikant schlechteren Regenerationsergebnisse zeigten. Bei Vergleich der Regenerationsergebnisse dieser beiden Gruppen mit denen der direkten Nervennaht zeigte sich ebenfalls kein statistisch signifikanter Unterschied. Beim Vergleich der Regenerationsergebnisse von Digitalnervenverletzungen mit und ohne assoziierter Beugesehnenverletzung zeigte sich kein statistisch signifikanter Unterschied, ebenso wie beim Vergleich der Regenerationsergebnisse von Digitalnervendefekten ohne Defektstrecke (Gruppe NN) mit denen mit 1-2 cm-Defektstrecke (Gruppen NT und VMI). Bezüglich längerer Defektstrecken (>2 cm) konnte aufgrund der geringen Anzahl von sieben Digitalnerven in dieser Gruppe keine statistische Auswertung erfolgen. In dieser Gruppe zeigten drei Fälle Regenerationsergebnisse im Bereich der DLT und je zwei im Bereich der DPS und LPS. Weiter zeigten diejenigen Fälle, bei denen eine frühe Mobilisation (nach 3-7 Tagen) durchgeführt wurde, im Vergleich zu denen mit einer späten Mobilisation (nach 10 Tagen) keine statistisch signifikant schlechteren Regenerationsergebnisse. Die von einigen Autoren beobachteten positiven Auswirkungen eines Sensibilitätstrainings konnten in dieser Studie nicht beobachtet werden. Mögliche Ursache hierfür ist, dass eine frühe Mobilisation und der damit einhergehende alltägliche Gebrauch der Hand einen vergleichbaren Trainingseffekt bewirkt. Ein Zusammenhang zwischen Alter (Altersspanne 11-72 Jahre) und Regenerationsergebnissen gemessen mittels des SWM-Test ließ sich nicht zeigen. Zudem ließ sich zwischen den Ergebnissen des DASH-Scores und denen des SWM-Tests nur eine sehr geringe Korrelation ermitteln. Ein wichtiger Grund hierfür kann allerdings sein, dass sich die größte Anzahl der erhobenen Module des DASH-Scores nicht spezifisch auf die Funktion des betroffenen Fingers bzw. der Hand bezieht. Diese Studie zeigte, dass Venen-Muskel-Interponate eine gute Alternative zur autologen Nerventransplantation für die Rekonstruktion von sensiblen Nerven darstellen. Insbesondere bei Rekonstruktionen mit unsicherem Endergebnis ist es empfehlenswert, Venen-Muskel-Interponate bei der Primärversorgung zu verwenden, da so die begrenzt verfügbaren autologen Nerventransplantate nicht gefährdet werden und gegebenenfalls bei Revisionsoperationen zum Einsatz kommen können. Da in dieser Studie ausschließlich ein Vergleich der Regenerationsergebnisse von Defekten sensibler Digitalnerven durchgeführt wurde und verschiedene histologische und funktionelle Studien im Tiermodell sowie klinisch retrospektive Studien positive Ergebnisse auch bei gemischten Nerven zeigten, wäre es empfehlenswert, zukünftig analoge Studien auch für gemischte Nerven durchzuführen. de_DE
dc.language.iso de de_DE
dc.publisher Universität Tübingen de_DE
dc.rights ubt-podno de_DE
dc.rights.uri http://tobias-lib.uni-tuebingen.de/doku/lic_ohne_pod.php?la=de de_DE
dc.rights.uri http://tobias-lib.uni-tuebingen.de/doku/lic_ohne_pod.php?la=en en
dc.subject.classification Nervenverletzung de_DE
dc.subject.ddc 610 de_DE
dc.subject.other Nervennaht de_DE
dc.subject.other autologe Nerventransplantation de_DE
dc.subject.other Venen-Muskel-Interponat de_DE
dc.title Beurteilung der Regenerationsergebnisse nach Rekonstruktion von Digitalnerven der Hand durch Venen-Muskel-Interponate im Vergleich zu Nervennaht und autologer Nerventransplantation de_DE
dc.type Dissertation de_DE
dcterms.dateAccepted 2016-07-14
utue.publikation.fachbereich Medizin de_DE
utue.publikation.fakultaet 4 Medizinische Fakultät de_DE
utue.publikation.fakultaet 4 Medizinische Fakultät de_DE

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