Interesse an E-Learning gestützten Schulungssystemen in der Angehörigenpflege. Eine Befragung im Rahmen des TABLU Projekts

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URI: http://hdl.handle.net/10900/71753
http://nbn-resolving.de/urn:nbn:de:bsz:21-dspace-717531
http://dx.doi.org/10.15496/publikation-13165
Dokumentart: Dissertation
Date: 2016-07
Language: German
Faculty: 4 Medizinische Fakultät
4 Medizinische Fakultät
Department: Medizin
Advisor: Eschweiler, Gerhard W. (Prof. Dr.)
Day of Oral Examination: 2015-09-28
DDC Classifikation: 300 - Social sciences, sociology and anthropology
350 - Public administration and military science
360 - Social problems and services; associations
600 - Technology
610 - Medicine and health
Keywords: Pflege , E-Learning , Schulung , Interesse , AAL-Technik , iPad
Other Keywords: TABLU
Angehörigenpflege
Schulungssystem
informelle Pflege
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Inhaltszusammenfassung:

Vor dem Hintergrund des demographischen- und sozialen Wandels unserer Zeit sowie dem im SGB XI verankerten Grundsatz „ambulant vor stationär“ gilt es neue Formen pflegerischer Unterstützung zu entwickeln. Hierbei sollte die Verknüpfung informeller und professioneller Pflegeleistungen im Mittelpunkt der Bemühungen stehen. So gilt es als unbestritten, dass eine adäquate fachliche Beratung, sowie die Schulung pflegender Angehöriger, elementarer Bestandteil eines jeden Pflegeverhältnisses ist (Klie, 2014). Gleichzeitig haben frühere Studien gezeigt, dass die Schulung pflegender Angehöriger in bestimmten Fällen zu einer Reduktion belastender Situationen innerhalb des Pflegeverhältnisses führt (Pinquart und Sörensen, 2006). Die Vorteile moderner E-learning Systeme, mit ihrer Möglichkeit des individuellen und ortsunabhängigen Lernens, lassen es sinnvoll erscheinen diese Art der Wissensvermittlung mit in den Schulungsprozess einfließen zu lassen. Anhand des iPad® basierten Schulungsprogramms TABLU, soll die Studie darüber Aufschluss geben, in wie weit sich pflegende Angehörige eine E-learning basierte Pflegeschulung vorstellen können. Außerdem soll geprüft werden in wie weit soziodemographische- (Alter, Bildung und Geschlecht) und pflegebedingte (z.B. bisherige Dauer des Pflegeverhältnisses, Ausmaß objektiver Belastung, Inanspruchnahme zusätzlicher Hilfe) Faktoren Einfluss auf das vom Angehörigen geäußerten Verhalten nehmen. Auf Basis eines persönlich, anonym geführten Interviews (N=108) mit informell pflegenden sollten im Rahmen der Untersuchung folgende Hypothesen geprüft werden: - Interessenten einer Teilnahme sind durchschnittlich jünger, höher gebildet und männlichen Geschlechts. - Interesse haben besonders solche Angehörige, welche sich neu in der Pflegesituation befinden, einen hohen Beratungsbedarf haben und noch nicht über ausreichend sonstige Hilfe verfügen. - Ablehner begründen ihr fehlendes Verhalten meist mit dem technischen Charakter und technologischen Aufwand der Intervention. Außerdem mit Bedenken gegenüber dem Datenschutz.. Ergebnisse: Von den insgesamt 108 befragten Angehörigen, konnten sich 34 (31,5%) Befragte eine Teilnahme am TABLU Projekt vorstellen. Außerdem gaben 43 (45,3%) Befragte an, den Besuch einer Pflegeschulung sinnvoll zu finden. Den in TABLU verwendeten Einsatz von Pflegevideos empfanden 26 (27,4%) Befragte als sinnvoll. Hinsichtlich einer möglichen TABLU Teilnahme stellte sich die Anzahl vorstellbarer Unterstützungsangebote sowie die Verfügbarkeit eines eigenen Internetzugangs, als positiv prädiktiv heraus. Die Abfrage soziodemographischer Merkmale (Alter, Geschlecht und Bildung) hingegen, zeigte keinen (oder nur grenzwertigen) signifikanten Einfluss auf die Entscheidungsfindung. In Bezug auf die Verfügbarkeit eines eigenen Internetzuganges hingegen, zeigten sich für die Faktoren Geschlecht und Bildung signifikant unterschiedliche Verteilungen. Etwa 25% der Ablehner begründeten ihr Verhalten mit dem technischen Charakter der Intervention. Durch die modellierten binären Regressionsmodelle konnten insgesamt etwa 30% der Varianz aufgeklärt werden. Diskussion: Die vorliegenden Daten belegen, dass pflegenden Angehörige, trotz ihres häufig fortgeschrittenen Alters, nicht prinzipiell negativ gegenüber E-Learning basierten Schulungsmaßnahmen eingestellt sind. Hierbei sollten Aspekte der Mobilisation im Vordergrund der Beratung stehen. Außerdem ist zusammenfassend zu hypothetisieren, dass die Nutzung eines E-learning basierten Schulungssystems von einem Konstrukt aus verfügbarer Zeit, erfahrener Sozialisation sowie der damit verbundener Demographie abhängig ist. Die fehlenden 70% der Varianzaufklärung sind des Weiteren vermutlich in individuellen, bisher nicht erschlossenen Variablen, zu suchen

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