Hyperechogenität der Substantia nigra: Prävalenz und Assoziation mit kardiovaskulären Risikoprofilen

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URI: http://hdl.handle.net/10900/70495
http://nbn-resolving.de/urn:nbn:de:bsz:21-dspace-704957
http://dx.doi.org/10.15496/publikation-11910
Dokumentart: Dissertation
Date: 2016
Language: German
Faculty: 4 Medizinische Fakultät
4 Medizinische Fakultät
Department: Medizin
Advisor: Berg, Daniela (Prof. Dr.)
Day of Oral Examination: 2016-04-15
DDC Classifikation: 610 - Medicine and health
Keywords: Neurologie , Parkinson-Krankheit , Substantia nigra , Frühdiagnostik
Other Keywords: Parkinson-Erkrankung
Transkranielle Sonographie
Früherkennung
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Inhaltszusammenfassung:

Unter dem Einfluss des demographischen Wandels hin zu einer immer älteren Bevölkerungsstruktur, ist mit einer starken Zunahme altersabhängiger, neurodegenerativer Erkrankungen, wie dem idiopathischen Parkinson-Syndrom (PD) und der Alzheimer-Demenz (AD), zu rechnen. Der Früherkennung dieser neurodegenerativen Erkrankungen kommt deshalb eine wachsende Bedeutung zu. In den letzten Jahren konnten bereits motorische, nicht-motorische und bildgebende Marker für die präklinische bzw. prämotorische Phase dieser neurodegenerativer Erkrankungen identifiziert werden. Als wichtiger Vulnerabilitätsfaktor für PD hat sich eine Hyperechogenität der Substantia nigra (SN+) in der transkraniellen Sonographie (TCS) herausgestellt, die mit einem mehr als 17-fach erhöhtem Risiko assoziiert ist an PD zu erkranken. Da jedoch anzunehmen ist, dass nicht jeder Mensch mit einer SN+ PD entwickelt, erscheint es vielversprechend Kombinationen unterschiedlicher Prämarker für die Etablierung einer Screeningbatterie in Risikokohorten neurodegenerativ gesunder Probanden zu untersuchen. Welche Ausprägung kardiovaskuläre Risikofaktoren und -profile in Risikokohorten für PD vorliegen und welche Rolle sie für die Frühdiagnostik spielen könnten, wurde bisher nicht untersucht. Die vorliegende Studie untersuchte deshalb die Prävalenz einer hyperechogenen SN und betrachtet zum ersten Mal die Assoziation zu kardiovaskulären Risikoprofilen in einer Kohorte neurodegenerativ gesunder Probanden mit und ohne Risikofaktoren für neurodegenerative Erkrankungen. Das Studienkollektiv rekrutierte sich aus der TREND- und der PRIPS-Studie und umfasste für die vorliegenden Untersuchungen 889 Probanden. Es wurden eine Anamnese bezüglich kardiovaskulärer Risikofaktoren, eine transkranielle Sonographie (TCS) zur Detektion der Echogenität und Fläche der SN sowie die Messung der Intima-Media-Dicke (IMD) der Arteria carotis communis dextra durchgeführt. Die Informationen über kardiovaskuläre Risikofaktoren wurden weiterhin im Sinne eines Scores als vaskulärer Belastungsindex (VBI) ausgewertet. Die Prävalenz einer SN+ war mit dem Ultraschallsystem ACUSON Antares in der populationsbasierten PRIPS-Kohorte etwas geringer als in einer Vorstudie mit dem Ultraschallsystem Sonoline ELEGRA. Der Grenzwert für eine SN+ war mit dem erstgenannten Gerätetyp höher, was auf eine bessere Auflösungsfähigkeit zurückzuführen sein könnte. In der TREND-Risikokohorte mit neurodegenerativen Prämarkern war eine SN+ etwa doppelt so häufig wie in der populationsbasierten PRIPS-Kohorte. Kardiovaskuläre Risikofaktoren waren in der TREND-Kohorte seltener, die Intima-Media-Dicke geringer als in der PRIPS-Kohorte. Lediglich arteriosklerotische Vorerkrankungen wurden in der TREND-Kohorte häufiger angegeben. In der Einteilung in Risikokategorien nach SN-Echogenität zeigte sich ebenso eine Häufung von Arteriosklerose in der TREND-Gruppe mit SN+ und in dieser Gruppe auch höhere durchschnittliche IMD-Werte sowie eine höhere Rate an pathologischen IMD-Werten als in der normoechogenen und der hyperechogenen, populationsbasierten Gruppe. Die höhere Prävalenz einer SN+ in einer Kohorte neurodegenerativ gesunder Probanden mit Risikofaktoren für Neurodegeneration ist im Einklang mit Ergebnissen einschlägiger Studien. In einer Subgruppe mit annehmbar hohem Risiko für PD, suggeriert durch gemeinsames Vorliegen des Vulnerabilitätsmarkers SN-Hyperechogenität und neurodegenerativer Prämarker, ergeben sich zudem klinische und sonografische Hinweise auf arteriosklerotische Veränderungen größerer Gefäße. Die Messung der IMD könnte folglich ein wertvoller Indikator subklinischer Großgefäßpathologien und eines assoziierten Phänotyps in einer Subgruppe von PD sein. Weitere Studien sind notwendig um zu aufzuklären, ob eine klinisch asymptomatische Arteriosklerose großer oder kleiner hirnversorgender Gefäße oder kardiovaskuläre Risikofaktoren im Allgemeinen den Beginn, den Phänotyp und/oder den Progress in einer Subgruppe von PD beeinflussen.

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