Tiefe Hirnstimulation des Nucleus subthalamicus bei Patienten mit idiopathischem Parkinsonsyndrom - Einfluss der Stimulationsparameter auf die Gangstörung

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URI: http://hdl.handle.net/10900/69523
http://nbn-resolving.de/urn:nbn:de:bsz:21-dspace-695236
http://dx.doi.org/10.15496/publikation-10937
Dokumentart: Dissertation
Date: 2016-05
Language: German
Faculty: 4 Medizinische Fakultät
4 Medizinische Fakultät
Department: Medizin
Advisor: Breit, Sorin (PD Dr.)
Day of Oral Examination: 2016-04-21
DDC Classifikation: 610 - Medicine and health
Keywords: Hirnstimulation
License: Publishing license excluding print on demand
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Inhaltszusammenfassung:

Die Tiefe Hirnstimulation des STN hat sich im Verlauf der letzten zwei Jahrzehnte zu einer etablierten Therapie der Parkinson’schen Erkrankung entwickelt. Obwohl die THS des STN zu einer anhaltenden klinischen Besserung der Kardinalsymptome Akinese, Rigor und Tremor führt ist die Wirkung auf die Gangstörung oft gering oder nicht anhaltend. Eine mögliche Ursache für die oft unzufriedenstellende Wirkung der THS des STN auf den Gang ist die Beteiligung anderer Bahnsysteme, die unter den üblicherweise eingesetzten Parametern von 130 Hz und 60 µs nicht adäquat moduliert werden. In der Literatur finden sich Hinweise, dass eine niederfrequente Stimulation eine bessere klinische Wirkung auf den Gang entfalten kann. Ziel der vorliegenden Arbeit war die systematische Untersuchung mittels videobasierter Ganganalyse der klinischen Wirkung einer randomisierten Abfolge von vorgegebenen Stimulationsfrequenzen und Impulsbreiten auf die Gangstörung. Die Ergebnisse der Arbeit zeigten, dass weder die Änderung der Frequenz noch die Änderung der Impulsbreite einen signifikanten Einfluss auf die Gangparameter im Vergleich zu der Stimulation mit den klassischen Parametern haben. Eine Untergruppenanalyse zeigte jedoch, dass die Stimulation mit 65 Hz im Vergleich zur Stimulation mit 130 Hz zu besseren Ergebnissen bei Patienten mit schwerer Gangstörung und zu schlechteren Ergebnissen bei Patienten mit leichter Gangstörung führt. Die Stimulation mit 15 Hz lieferte ähnliche Ergebnisse, alllerdings in geringerer Ausprägung. Des Weiteren konnte gezeigt werden, dass die Stimulation mit 240 µs im Vergleich zur Stimulation mit 60 µs zu besseren Ergebnissen bei Patienten mit schwerer Gangstörung und zu schlechteren Ergebnissen bei Patienten mit leichter Gangstörung führt. Die Ergebnisse der Studie liefern Hinweise, dass je nach Schwere der Erkrankung, die an der Gangmotorik beteiligten Bahnsysteme unterschiedlich auf die Variation der Frequenz und der Impulsbreite ansprechen. So profitieren Patienten mit leichter Gangstörung am ehesten von der einer Stimulation mit der Referenz-Frequenz von 130 Hz. Bei Patienten mit schwerer Gangstörung ist hingegen eine Stimulation mit 65 Hz, in geringerem Maße auch eine Stimulation mit 15 Hz der klassischen Stimulation mit 130 Hz vorzuziehen. Eine Stimulation mit 240 µs ist eine weitere klinische Option, die bei Patienten mit schwerer Gangstörung alternativ in Betracht gezogen werden kann.

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