Prävalenz der Psoriasis-Arthritis bei dermatologischen Patienten mit einer Psoriasis

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URI: http://hdl.handle.net/10900/69316
http://nbn-resolving.de/urn:nbn:de:bsz:21-dspace-693165
http://dx.doi.org/10.15496/publikation-10731
Dokumentart: Dissertation
Date: 2016
Source: Rheumatol Int, 2014. 34(2): 227-234.
Language: German
Faculty: 4 Medizinische Fakultät
4 Medizinische Fakultät
Department: Medizin
Advisor: Kötter, Ina (Prof. Dr. med.)
Day of Oral Examination: 2015-11-30
DDC Classifikation: 610 - Medicine and health
Keywords: Schuppenflechte , Arthritis , Arthritis psoriatica , Prävalenz
Other Keywords: PsA
Psoriasis
License: Publishing license excluding print on demand
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Inhaltszusammenfassung:

Die Psoriasis-Arthritis ist eine chronisch-entzündliche Erkrankung mit vielseitig klinischen Manifestationen, welche mit Haut- und Nagelbefall, Enthesitis, Daktylitis, axialer sowie peripherer Arthritis und einem deutlichen Verlust an Lebensqualität einhergehen können. Eine zügige Diagnosestellung ist bei PsA-Erkrankten in Anbetracht des potentiell schweren Krankheitsverlaufes wichtig. Insbesondere den in der Dermatologie angewandten Screening-Fragebögen zur Detektion der PsA unter PsC Patienten kommen eine besondere Rolle zu, da die PsA in den meisten Fällen erst nach dem Auftreten der PsC in Erscheinung tritt. Diese Studie ist die erste Arbeit zur Prävalenz der PsA in Deutschland, welche mit einer gezielten Vorselektion mittels des ersten validierten deutsch-sprachigen Fragebogens, dem GEPARD-Fragebogen, durchführt wurde. Eine hohe Diagnosesicherheit der Studie konnte durch die direkte Zusammenarbeit zwischen Dermatologen und der Rheumatologischen Abteilung und der Tatsache einer dermatologisch gesicherten Psoriasis erreicht werden. Zusätzlich wurden die Auswertung des Fragebogens sowie die klinisch-rheumatologische Untersuchung stets durch denselben Rheumatologen durchgeführt. Die Diagnosefindung erfolgte anhand der CASPAR-Kriterien. Von den mittels Fragebogen herausgefilterten Patienten (n=204) wurden die Patienten mit PsA-Verdacht klinisch-rheumatologisch untersucht, erhielten eine Laboruntersuchung sowie eine Bildgebung. Nahezu alle dieser Patienten erhielten eine Arthrosonographie (83%) sowie bei unklarem Befund ergänzend eine MRT (30%) oder eine Röntgenuntersuchung (63%). Wirbelsäulenbeschwerden wurden stets miterfasst. Die andere Hälfte der Patienten wies eine vorbekannte PsA auf. Dieses Patientenkollektiv füllte einen zweiten Fragebogen aus und wurde im telefonischen Interview sowie anhand von Arztbriefen evaluiert. Bis zum heutigen Tage findet sich eine stark gestreute PsA-Prävalenz unter Patienten mit Psoriasis. Ziel unsere Studie war es, die Prävalenz einer PsA unter Patienten mit dermatologisch bestätigter Hautpsoriasis zu ermitteln. Es ergab sich ein Resultat von 19,3% bekannter und 10,9% neu diagnostizierter PsA und somit eine Prävalenz von 30,2 % unter volljährigen Patienten im Süd-Württembergischen Raum. Die von uns ermittelte Prävalenz wird durch Ergebnisse dieser Größenordnung in jüngst veröffentlichten Publikationen zur PsA-Prävalenz unter PsC-Patienten gestützt. Der in der Studie verwendete GEPARD-Fragebogen ermöglicht ein einfaches und kostengünstiges Vorselektieren potentieller PsC-Patienten mit einer Gelenkbeteiligung. Er erlaubt somit eine frühzeitige Einbeziehung der Rheumatologen, eine schnelle Diagnosestellung und sichert dadurch eine adäquate Therapie. Wir kommen jedoch zu dem Schluss, dass er mit nahezu 50% falsch positiv gewerteten Fragebögen für den Gebrauch unter Rheumatologen weiter modifiziert und in weiteren Studien getestet werden sollte. Eine Grenze der Studie ist, dass PsC-Patienten, welche sich ausschließlich in hausärztlicher Betreuung befinden, in unserer Studie nicht erfasst werden konnten und es so zu einer Vorselektion des Patientenkollektivs kam. Es lässt sich vermuten, dass vor allem schwerer erkrankte PsC-Patienten an der Studie teilnahmen, da etwa die Hälfte der Patienten aus der Dermatologie des Universitätsklinikums Tübingen stammte. Folglich repräsentiert unsere Studie wahrscheinlich eher das PsC-Klinikklientel als die generelle PsC-Bevölkerung. Eine Unterschätzung der Prävalenz könnte durch die Patienten, welche eine rheumatologische Evaluation ablehnten und als „PsA negativ“ gewertet wurden, aufgetreten sein. Die PsA ist insbesondere in den letzten Jahren verstärkt Gegenstand zahlreicher Studien und Publikationen. Diese werden uns die mannigfaltige PsA-Erkrankung noch besser erfassen und verstehen lassen. Ziel bleibt, Patienten schon im frühsten Krankheitsstadium zu erkennen und ihnen frühestmöglich eine angemessene Therapie zu ermöglichen, schwere Krankheitsverläufe zu verhindern und eine niedrige Krankheitsaktivität oder gar eine Remission zu erreichen.

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