Verlauf und Diagnostik von Levodopa-induzierten Dyskinesien beim Idiopathischem Parkinsonsyndrom

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URI: http://hdl.handle.net/10900/69287
http://nbn-resolving.de/urn:nbn:de:bsz:21-dspace-692875
http://dx.doi.org/10.15496/publikation-10702
Dokumentart: PhDThesis
Date: 2016
Language: German
Faculty: 4 Medizinische Fakultät
4 Medizinische Fakultät
Department: Medizin
Advisor: Berg, Daniela (Prof. Dr.)
Day of Oral Examination: 2016-02-26
DDC Classifikation: 610 - Medicine and health
Keywords: Parkinson-Krankheit , Neurologie
Other Keywords: Dyskinesien
Neurodegeneration
License: http://tobias-lib.uni-tuebingen.de/doku/lic_mit_pod.php?la=de http://tobias-lib.uni-tuebingen.de/doku/lic_mit_pod.php?la=en
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Inhaltszusammenfassung:

Mit einer Prävalenz von circa 100-300 pro 100.000 Einwohner ist das Idiopathische Parkinsonsyndrom (IPS) eine der häufigsten neurodegenerativen Erkrankungen. Goldstandard in der Behandlung der motorischen Symptome des IPS ist dabei weiterhin die medikamentöse Therapie, im Rahmen derer sich insbesondere Levodopa in den letzten Jahrzehnten als sehr effektiv erwies. Limitiert ist der Einsatz von Levodopa durch die Entwicklung von Levodopa-induzierten Dyskinesien (LID). Die genauen Pathomechanismen, die zur Entstehung von LID führen, konnten dabei bis heute nicht zufriedenstellend geklärt werden. Die objektive Aufzeichnung von LID ist darüber hinaus dadurch erschwert, dass sich in der täglichen klinischen Routine bislang keine quantitativen Messverfahren durchsetzen konnten. Im Rahmen zweier nacheinander durchgeführter Studien hatte die vorlegte Dissertation zum Ziel, sowohl Pathomechanismus und Verlauf, als auch die Diagnostik von LID genauer zu charakterisieren. Studie 1 beschäftigte sich mit der klinischen Umsetzung der „False-Transmitter-Hypothese“, die besagt, dass LID durch eine Überaktivität serotonerger Neurone entstehen, die bei progredienter Degeneration der dopaminergen Zellen deren Funktion in unphysiologischer Weise übernehmen. Ziel der Studie war die Beantwortung der Frage ob Depressionen bei IPS, im Rahmen derer das serotonerge System beeinflusst zu sein scheint, einen protektiven Faktor für die Entwicklung von LID darstellen. In einer longitudinalen 2-Jahres-Studie wurden hierfür 92 IPS-Patienten beobachtet, die bei Studieneinschluss keine LID aufwiesen. Nach 2 Jahren hatten 20 dieser Patienten LID entwickelt. Die Analyse der Studiendaten konnte die postulierte Hypothese, dass Depressionen eine protektive Wirkung für die Entstehung von LID darstellen, nicht bestätigen. Bereits vorbeschriebene Risikofaktoren von LID (Erkrankungsdauer, L-Dopa-Einnahme und Wirkungsfluktuationen) konnten allerdings reproduziert werden. Darüber hinaus zeigten sich in der Analyse sonographischer Daten bislang nicht beobachtete Auffälligkeiten in der Beobachtung von Ventrikelweite und Hirnstamm-Raphe bei im Verlauf dyskinetischen Patienten. Studie 2 hatte zum Ziel, das System des Quantitative Motor Assessment („Q-Motor“) in seiner Eignung zur Detektion von LID zu überprüfen. Dabei konnte die Kombination der Erhebungsparameter „Orientation Index“ und „Position Index“, die sich durch eine Messung unwillkürlicher Bewegungen in insgesamt sechs Ebenen besonders auszeichnet, für die Erfassung von LID, sowie die Differenzierung verschiedener LID-Schweregrade, validiert werden. Zusammenfassend konnte diese Arbeit die Hypothese, dass Depressionen einen protektiven Faktor für die Entstehung von LID darstellen, nicht bestätigen. Da die serotonerge Hypothese jedoch weiterhin in einer Vielzahl von Tiermodellen bestätigt werden konnte, bleibt deren klinische Umsetzung und Beobachtung auch in Zukunft spannend. Weiterführende Studien sollten optimierte Erhebungsmethoden für Depressionen beinhalten, assoziierte Symptome wie Angsstörungen oder Apathie miterfassen und insbesondere sonographische Auffälligkeiten bei LID-Patienten prospektiv weiterverfolgen. Das Q-Motor Assessment, als objektives, einfach durchführbares Messverfahren, zeigte sich in dieser Arbeit als valide in der Erfassung von LID. Auch hier sollten weitere prospektive Studien erfolgen, um die Technik im klinischen Alltag etablieren zu können.

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