Fahrtauglichkeit nach Implantation einer Kniegelenkendoprothese - Testung von Kraft und Brake Response Time

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URI: http://hdl.handle.net/10900/68862
http://nbn-resolving.de/urn:nbn:de:bsz:21-dspace-688629
http://dx.doi.org/10.15496/publikation-10279
Dokumentart: Dissertation
Date: 2016-03
Language: German
Faculty: 4 Medizinische Fakultät
4 Medizinische Fakultät
Department: Medizin
Advisor: Ipach, Ingmar (PD Dr.)
Day of Oral Examination: 2016-03-03
DDC Classifikation: 610 - Medicine and health
Keywords: Kniegelenkprothese , Gelenkendoprothese , Endoprothese , Fahrtüchtigkeit , Reaktionszeit
Other Keywords: Fahrtauglichkeit
Kniegelenkendoprothese
Brake Response Time
Fahrtauglichkeit bei Gonarthrose
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Inhaltszusammenfassung:

Laut Deutschem Ärzteblatt (Stand 2011) würden in Deutschland jährlich mehr als 200.000 Hüftgelenkimplantationen, sowie 170.000 Kniegelenkimplantationen durchgeführt. Auf Grund des demographischen Wandels mit einem erkennbaren Anstieg der Altersstruktur gehen die meisten Studien von einer deutlichen Zunahme der Arthrose in den nächsten Jahrzehnten aus. Von Seiten der Patienten wird auch im hohen Alter Ansprüche an die Mobilität und die Flexibilität gestellt. Hierbei gehört auch als ein wichtiger Mobilitätsfaktor das selbstständige Führen eines PKWs. Funktionseinschränkungen nach Implantation einer Kniegelenktotalendoprothese können mit einer Beeinträchtigung der Fahrtauglichkeit einhergehen. Um diese Fragestellung zu beantworten wurde ein Fahrsimulator entwickelt, mit dem es möglich war, Aussagen zur Bremskraft, Reaktionszeit und BRT zu treffen: Ist die Fahrtauglichkeit im Allgemeinen bei Personen mit einer III – IV gradigen Gonarthrose beeinträchtigt? Wann ist das sichere Führen eines PKWs nach der Implantation einer Kniegelenktotalendoprothese wieder möglich bzw. wann werden präoperative Werte wieder erreicht? Zeigen sich Unterschiede der Messwerte bei Implantation einer Kniegelenktotalendoprothese links im Vergleich zur rechten Seite? Grundlegend kann man nach Auswertung dieser Studie feststellen, dass Patienten mit einer Gonarthrose links beziehungsweise rechts eine schlechtere BRT verglichen mit der Kontrollgruppe aufzeigen. Die Patienten mit einer rechtsseitigen Gonarthrose lagen im Durchschnitt bei einer BRT von 606 ms. Im Vergleich hierzu erzielten die Patienten mit einer linksseitigen Gonarthrose durchschnittlich eine BRT von 639 ms. Die Kontrollgruppe zeigte im Mittel eine kürzere BRT von 516 ms auf. Hierbei muss aber darauf hingewiesen werden, dass die Kontrollgruppe im Durchschnitt jüngere Patienten aufwies. Insgesamt aber lag die BRT der Patientengruppen, sowohl bei einer Gonarthrose rechts als auch links, verglichen mit früheren Studien im vertretbaren Bereich. Im Durchschnitt lag diese für beide Patientengruppen unter den beschriebenen 700ms. Die Messwerte für die Bremskraft präsentierten sich bei den Patienten mit einer endgradigen Gonarthrose ohne signifikante Unterschiede im Vergleich zum Normalkollektiv. Somit lag außer in Einzelfällen aus unserer Sicht keine Einschränkung der Fahrtauglichkeit bei einer Gonarthrose vor. Bei den weiteren Untersuchungen für die Patienten nach Implantation einer KTP zeigten sich folgende Ergebnisse. Bei Patienten mit linksseitiger Kniegelenktotalendoprothese kam es zu keiner signifikanten Beeinträchtigung der BRT. Die Bremskraftwerte waren jedoch 10 Tage postoperativ signifikant reduziert. Dabei wurden durchschnittlich Bremskraftwerte von 412 N erzielt. Diese Werte sollten jedoch ausreichend, um eine Vollbremsung im Notfall zu gewährleisten, sodass aus unserer Sicht keine Einschränkung der Fahrtauglichkeit nach Implantation einer linksseitigen KTP vorliegt. Somit kann ein selbständiges Autofahren nach 10-14 Tagen empfohlen werden. Bei der Patientengruppe mit der rechtsseitigen Implantation einer KTP zeigte sich eine signifikante Verschlechterung der Transferzeit zum ersten Messzeitpunkt postoperativ. Dabei erzielten die Patienten eine durchschnittliche BRT von 764 ms. Erst nach 6 Wochen postoperativ wurden wieder präoperative Werte erreicht. Zusätzlichzeigten sich die Bremskraftwerte signifikant reduziert und erreichten ebenfalls erst nach diesem Zeitraum wieder präoperative Werte. Somit besteht aus unserer Sicht unter Berücksichtigung der Transferzeit, sowie der daraus resultierenden verlängerten BRT und der Bremskraft eine Einschränkung für die Fahrtauglichkeit für insgesamt 6 Wochen.

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