Retrospektive Untersuchung zur enoralen Distraktion des aufsteigenden Unterkieferastes bei Erwachsenen

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URI: http://hdl.handle.net/10900/68600
http://nbn-resolving.de/urn:nbn:de:bsz:21-dspace-686008
http://dx.doi.org/10.15496/publikation-10018
Dokumentart: Dissertation
Date: 2016-03
Language: German
Faculty: 4 Medizinische Fakultät
4 Medizinische Fakultät
Department: Medizinische Fakultät
Advisor: Reinert, Siegmar (Prof. Dr. Dr.)
Day of Oral Examination: 2016-01-28
DDC Classifikation: 610 - Medicine and health
Keywords: Distraktion , Kiefer <Anatomie>
License: Publishing license excluding print on demand
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Inhaltszusammenfassung:

Mit der Methode der enoralen Distraktion des aufsteigenden Unterkieferastes ist ein Weg gefunden worden, Patienten mit sowohl angeborenen wie auch erworbenen Kieferfehlstellungen aufgrund eines zu kurzen Unterkieferastes erfolgreich und für den Patienten schonend zu therapieren. Die Indikationsstellung für eine Elongation des Ramus ascendens des Unterkiefers bestand bei den 26 Patienten dieser Studie im Alter zwischen 16 und 51 Jahren für die hemifaziale Mikrosomie, Goldenhar Syndrom, Angle Klasse II und erworbenen Defiziten des Ramus ascendens durch Trauma, Nekrose oder Kiefergelenksarthrose. Die Behandlung wurde in der ersten Patientengruppe bilateral und in der zweiten Patientengruppe unilateral durchgeführt. Die Messungen wurden an Panoramaschichtaufnahmen zum Zeitpunkt vor Distraktion, bei Distraktorentfernung und nach im Minimum 5 Monaten bis maximal 53 Monaten an reproduzierbaren Messpunkten vorgenommen. Die Ergebnisse der Studie zeigen deutlich, dass die vertikale Ramusdistraktion bei Erwachsenen erfolgreich ist. Dies lässt sich anhand der gemessenen Langzeitstabilität der gewonnenen Knochensubstanz darstellen. Diese zeigten im Mittel 9,0 Millimeter (72,1% der zuvor distrahierten Strecke) bei den 11 Fällen unilateraler Distraktion und 7,19 Millimeter (67,1% der zuvor distrahierten Strecke) am rechten Ramus beziehungsweise 7,88 Millimeter (73,2% der zuvor distrahierten Strecke) am linken Ramus bei den 15 Fällen bilateraler Distraktion. Besondere Berücksichtigung sollte das Einhalten des sechs monatigen Intervalls von Distraktorimplantation bis Distraktorentfernung für einen Langzeiterfolg der Knochenstabilität finden. Patienten, bei denen bedingt durch Komplikationen eine vorzeitige Distraktorentfernung nötig war, zeigten eine größere Tendenz zum Rückgang von gewonnener Knochensubstanz gegenüber Patienten bei denen das Sechsmonatsintervall eingehalten werden konnte. Eindrücklich zeigt diese Untersuchung, dass in den meisten Fällen eines schweren Fehlbisses die vertikale Ramusdistraktion einen ersten Schritt der Behandlung darstellt, durch die es möglich wird, mit anschließenden mono oder bignathen Kieferlagekorrekturen zu einem für den Patienten optimalen Ergebnis zu gelangen und die Stabilität des Ergebnisses nach Distraktion langfristig zu sichern.

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