Metastasierungsverhalten und Überlebenszeitanalyse bei Schleimhautmelanomen

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URI: http://hdl.handle.net/10900/68384
http://nbn-resolving.de/urn:nbn:de:bsz:21-dspace-683848
http://dx.doi.org/10.15496/publikation-9803
Dokumentart: Dissertation
Date: 2016-02
Language: German
Faculty: 4 Medizinische Fakultät
4 Medizinische Fakultät
Department: Medizin
Advisor: Clasen, Stephan (Prof. Dr.)
Day of Oral Examination: 2016-01-14
DDC Classifikation: 610 - Medicine and health
Keywords: Melanom , Schleimhaut
License: Publishing license including print on demand
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Inhaltszusammenfassung:

Das Schleimhautmelanom stellt mit 0,22 Neuerkrankungen pro Jahr auf 100.000 Einwohner und einem 5-Jahresüberleben von 17% - 40%, eine äußerst seltene und aggressive Tumorerkrankung dar. Es unterscheidet sich vom malignen Melanom der Haut in Biologie, klinischem Verlauf und Prognose. Aufgrund seiner Rarität und seines Auftretens an schwer einsehbaren Lokalisationen sind bisher nur wenige Studien zu diesem Thema vorhanden. In dieser Studie analysierten wir 116 Patientenfälle, mit dem Ziel prognostische Merkmale für mukosale Melanome zu erarbeiten. Dies hilft bei der zukünftigen Etablierung eines Stadien adaptierten Nachsorgeschemas. Hierzu wurde zunächst das Metastasierungsverhalten untersucht, dabei wurden die Zielorgane der Metastasierung, der Metastasierungs-Zeitpunkt und die Metastasierungs-Lokalisation im Krankheitsverlauf analysiert. Der Einfluss bestimmter prognostischer Faktoren auf Überlebenszeit und progressionsfreiem Überleben, sowie Risikofaktoren für die Ausbildung von Lokalrezidiven wurden eruiert. Im Rahmen der Analyse konnten zwei Metastasierungswege identifiziert werden. Bei 29% der Patienten kam es zunächst zu lokoregionären Lymphknotenmetastasen und bei 26% zu einer direkten Fernmetastasierung, wobei das durchschnittliche Überleben unabhängig vom Metastasierungsweg zu sein scheint. Am häufigsten wurden Fernmetastasen in Lunge (28,6%), Leber (14,3%) und nicht-lokoregionären Lymphknoten (9,5%) entdeckt. Es wurden Metastasen in Organen und Geweben gefunden, welche teilweise untypisch für andere solide Tumoren sind. Das T-Stadium konnte als prognostischer Faktor bezüglich des Überlebens und des progressionsfreien Überlebens identifiziert werden. Mit steigendem T-Stadium sanken die Überlebensraten, sowie die Raten für das progressionsfreie Überleben, ebenso stieg die Tendenz einer direkten Fernmetastasierung. Die Lokalisationen Gastrointestinal Trakt, Obere Atemwege und Vagina scheinen im Vergleich zu den anderen Lokalisationen eine ungünstigere Prognose zu haben. Sie weisen niedrigere 5-Jahresüberlebensraten, höhere Anteile an T4-Patienten und eine erhöhte Tendenz zur Ausbildung von Lokalrezidiven auf. Die Aggressivität dieser Lokalisationen spiegelt sich auch in ihrem Metastasierungsmuster wieder. Zusammenfassung 107 Einige Autoren vermuten das Auftreten von Lokalrezidiven als Marker für das Auftreten von Fernmetastasen. Dies kann durch diese Arbeit bestätigt werden. 69% der Patienten mit Lokalrezidiv bildeten im Verlauf, zeitgleich oder zuvor Fernmetastasen aus. Zu Rezidiven kam es bei den Lokalisationen Obere Atemwege und Vagina am häufigsten. Dies ist am ehesten durch die lokalen anatomischen Gegebenheiten bedingt, da sich hier eine Resektion mit ausreichendem Resektionsrand schwierig gestaltet. Die Frage bleibt ob das im Vergleich zu Kohorten mit kutanen Melanomen verkürzte Zeitintervall und die höhere Rate an direkter Fernmetastasierung Resultat einer unterschiedlichen Tumorbiologie und damit verbundener erhöhter intrinsischer Tumoraggressivität oder Resultat einer verzögerten Diagnose aufgrund der meist versteckten anatomischen Lage des Schleimhautmelanoms ist. Aufgrund der insgesamt hohen Wahrscheinlichkeit einer Fernmetastasierung ohne vorherige lokoregionäre lymphogene Metastasierung sollte die Nachsorge, insbesondere bei T4-Tumor oder Lokalisation in den Oberen Atemwegen, im GI-Trakt oder der Vagina eine Ganzkörper Schnittbildgebung beinhalten.

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