Klassifikation von kognitiven Störungen bei Morbus Parkinson -eine Verlaufsstudie-

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URI: http://hdl.handle.net/10900/67915
http://nbn-resolving.de/urn:nbn:de:bsz:21-dspace-679152
http://dx.doi.org/10.15496/publikation-9334
Dokumentart: Dissertation
Date: 2016
Language: German
Faculty: 4 Medizinische Fakultät
4 Medizinische Fakultät
Department: Medizin
Advisor: Berg, Daniela (Prof. Dr.)
Day of Oral Examination: 2015-10-19
DDC Classifikation: 610 - Medicine and health
Keywords: Parkinson-Krankheit , Kognitive Störung , Demenz , Klassifikation
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Inhaltszusammenfassung:

Parkinsonpatienten entwickeln häufig im Verlauf ihrer Erkrankung eine kognitive Beeinträchtigung, bis zur Demenz. Ziel dieser Arbeit war es, die kognitive Leistung von Parkinson Patienten über zwei Jahre zu beurteilen. Aktuell existiert noch kein standardisierter Cut- Off Wert. Es wurde untersucht, welcher Diagnosewert (Cut- Off Wert) eine Progression der Kognition am besten abbildet, und welcher neuropsychologischer Test sensitiv zum Nachweis einer Progression ist. Insgesamt wurden 98 PD Patienten gemäß den United Kingdom Brain Bank Kriterien in die Studie einbezogen. Nach zwei Jahren nahmen 61 (59,78%) Probanden erneut an der Untersuchung teil. Erhoben wurden demographische Parameter, sowie der motorische Status. Das kognitive Leistungsniveau wurde mittels einer neuropsychologischen Testung evaluiert. Die Probanden wurden in Parkinsonpatienten ohne kognitive Störungen (PDnD), mit leichten kognitiven Störungen (PD- MCI) und mit einer Demenz (PDD) gemäß den Richtlinien der Task Force der Movement Disorder Society klassifiziert. Für die Diagnose PDnD und PD- MCI wurden drei verschiedene Grenzwerte ermittelt, bezogen auf eine neuropsychologische Testleistung unterhalb von einer (SD -1, liberal), 1,5 (SD -1,5, mäßig) und zweifachen Standardabweichung (SD -2, rigide). Unabhängig vom Cut- Off Wert wurden alle vier Probanden, die bei der Erstuntersuchung als PDD diagnostiziert worden sind, nach der Verlaufsstudie als PDD bestätigt (100%). Die drei neukonvertierten PDD Probanden kamen ausschließlich aus der Gruppe PD- MCI multiple Domäne, mit Ausnahme von zwei Probanden, die bei SD -2 aus der Kategorie PDnD konvertierten. Bei einem Cut- Off von SD -1 und SD -1,5 wechselten die PD- MCI single Domäne Probanden geschlossen in die Kategorie PD- MCI multiple Domäne. Identifizierte Domänen, die Progression im Verlauf abbilden waren; exekutive Funktion (Test: Zahlennachsprechen (p= 0,009), Trail Making Test Teil B (p=<0,001), Berliner Apraxie Test (p= <0,001)), Praxis und visuelle Funktion (Test: konstruktive Praxis (p= 0,006)) und psychomotorische Geschwindigkeit und Sprachproduktion (Test: verbale Wortflüssigkeit (p= 0,030) und Trail Making Test Teil A (p= <0,001)). Wobei die Tests verbale Wortflüssigkeit und Zahlennachsprechen besonders gut in der Frühphase eine Progression anzeigen. Im Blick auf die kognitive Veränderung eines jeden einzelnen Probanden, scheint die Kategorie PD- MCI single Domäne eine Vorstufe der Kategorie PD- MCI multiple Domäne zu sein. Außerdem scheinen Probanden, die initial als PD- MCI multiple Domäne kategorisiert worden sind, ein hohes Risiko zu haben eine PDD zu entwickeln. Bezüglich des gewählten Cut- Off Wertes konnte festgestellt werden, dass PD Patienten deren MCI Statuts mit einem rigiden Cut- Off Wert eingestuft wurden, nach zwei Jahren noch eine gleichbleibende oder eine progrediente kognitive Leistung aufwiesen. Ein liberaler Cut- Off Wert erwies sich besonders sensibel zum Nachweis einer Progression kognitiver Einschränkung nach zwei Jahren. Somit sollte der Cut- Off Wert der Fragestellung angepasst werden.

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