Einflussfaktoren auf die Inzidenzdichte klinischer Malaria von Säuglingen und Kleinkindern in Lambaréné, Gabun

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URI: http://hdl.handle.net/10900/67747
http://nbn-resolving.de/urn:nbn:de:bsz:21-dspace-677477
http://dx.doi.org/10.15496/publikation-9167
Dokumentart: Dissertation
Date: 2016-01-18
Language: German
Faculty: 4 Medizinische Fakultät
4 Medizinische Fakultät
Department: Medizin
Advisor: Kremsner, Peter (Prof. Dr.)
Day of Oral Examination: 2015-12-16
DDC Classifikation: 610 - Medicine and health
Keywords: Malaria , Epidemiologie , Gabun , Afrika
Other Keywords: Inzidenz
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Inhaltszusammenfassung:

Malaria bleibt eine der globalen Hauptursachen von Morbidität und Mortalität in Entwicklungsländern mit weltweit über 200 Millionen Erkrankungsfällen. Trotz der weiterhin hohen gesundheitlichen Belastung durch Malaria sind die Fallzahlen insgesamt seit ca. 10 Jahren kontinuierlich rückläufig. Allerdings bestehen erhebliche Unterschiede in den epidemiologischen Schätzwerten der Malariamorbidität und -mortalität zwischen verschiedenen Publikationen. Die vorliegende Arbeit analysiert Einflussfaktoren auf die Inzidenzdichte klinischer Malaria im Säuglings- und Kleinkindalter in Lambaréné, Gabun. Dazu wurden Datensätze von drei epidemiologischen Studien analysiert: GMZ2_BL als rein epidemiologische Grundlagenstudie sowie MAL_050 und GMZ2_4 als Interventionsstudien mit Malaria-Kandidatenvakzinen. Die Populationen der Studien wurden auf den Einfluss der Faktoren Saisonalität, Geschlecht, Alter und Intervention in den Impfstoffstudien auf das Auftreten klinischer Malaria untersucht. Zielgrößen sind dabei die Inzidenzdichte sowie das Inzidenzdichteverhältnis beim Vergleich zweier Subpopulationen. Die Globalwerte für die Inzidenzdichte zwischen den GMZ2-Populationen ähneln sich. So liegt diese nach Falldefinition 1 für GMZ2_BL bei 0,48 und für GMZ2_4 bei 0,49. Für die MAL_050 Population fällt sie mit 0,03 wesentlich geringer aus. Zur Bestimmung des Einflussfaktors Saisonalität wurden die Nachbeobachtungszeiträume der Studien in Regen- und Trockenzeitperioden eingeteilt und die saisonspezifische Inzidenzdichte ermittelt. Während innerhalb der MAL_050- und GMZ2_BL-Populationen die Malariafälle in der Regenzeit überwiegen, tritt die Erkrankung innerhalb der GMZ2_4-Population häufiger in der Trockenzeit auf. Ursache dafür sind Ausreißerteilintervalle mit besonders hohen Inzidenzdichten, deren Auftreten die vorliegende Arbeit nicht zu erklären vermag. Jedenfalls lässt sich anhand der vorliegenden Daten keine saisonale Abhängigkeit der Malariahäufigkeit von saisonalen Schwankungen schlussfolgern. Das Inzidenzdichteverhältnis zwischen den Geschlechtern variiert sowohl zwischen den Studien als auch zwischen den Falldefinitionen innerhalb der Studien. Daraus lässt sich schließen, dass die Geschlechtszugehörigkeit keinen Einfluss auf die Auftrittshäufigkeit von Malaria hat. Als Hauptgrund für die unterschiedliche Inzidenzdichte der GMZ2-Populationen und der MAL_050-Popuation ist das Alter anzusehen. In beide GMZ2-Studien wurden Kinder im Alter von 1-5 Jahren ingeschlossen, in der MAL_050-Population lag das Alter der Teilnehmer bei Studienbeginn bei 6-12 Wochen. Daraus lässt sich schlussfolgern, dass die Malaria im Kleinkindalter wesentlich häufiger als im Säuglingsalter auftritt. Die unverblindeten Daten der MAL_050-Kohorte zeigen bei insgesamt niedrigen Fallzahlen eine wesentlich geringere Inzidenzdichte innerhalb der mit der Kandidatenvakzine geimpften Studienpopulation im Vergleich zur Kontrollgruppe. Die Zahlen legen eine Wirksamkeit des RTS,S Impfstoffes nahe. Die GMZ2-Vakzine scheint sich zumindest im vorliegenden Nachbeobachtungszeitraum nicht weitreichend auf die Inzidenzdichte auszuwirken, da diese innerhalb der GMZ2_4-Population mit Intervention fast identisch zu jener der interventionsfreien GMZ2_BL-Population ist. In allen Analysen ergeben sich starke Unterschiede bei den ermittelten epidemiologischen Maßzahlen durch die Verwendung zweier Falldefinitionen. Die vorliegende Arbeit zeigt einen deutlichen Einflussfaktors des Alters sowie der Impfung mit der RTS,S/AS01E-Kandidatenvakzine auf die Inzidenzdichte klinischer Malaria. Die Anwendung unterschiedliche Falldefinitionen ergeben teilweise stark divergierende epidemiologische Zielgrößen. Jüngste Veröffentlichungen zur weltweiten Malariamorbidität und -mortalität zeigen einen deutlichen Rückgang der Krankheitsbelastung seit Beginn des letzten Jahrzehntes. Auf dieser Grundlage ist das Ziel der Malariaeradikation wieder in den Fokus globaler Kontrollprogramme gerückt. Allerdings widersprechen sich die Studien in den Absolutzahlen zu weltweiten jährlichen Erkrankungs- und Sterbefällen. Die Ursache hierfür ist in der Methodik der Datenerfassung und -analyse zu finden. Zum Monitoring der weiteren Entwicklung der globalen Malariabelastung ist daher eine flächendeckende und einheitliche Erfassung der Erkrankungs- und Sterbefälle in den Endemiegebieten notwendig. Die Schaffung flächendeckender Kontrollprogramme sowie eines niedrigschwellig zu erreichenden Gesundheitssystems in den betroffenen Ländern ist dafür eine Grundvoraussetzung.

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