Risikofaktoren für Leptospiren-Infektionen des Menschen

DSpace Repository


Dateien:

URI: http://hdl.handle.net/10900/67440
http://nbn-resolving.de/urn:nbn:de:bsz:21-dspace-674404
http://dx.doi.org/10.15496/publikation-8860
Dokumentart: Dissertation
Date: 2015
Language: German
Faculty: 4 Medizinische Fakultät
4 Medizinische Fakultät
Department: Medizinische Fakultät
Advisor: Eichner, Martin (Prof. Dr.)
Day of Oral Examination: 2015-07-17
DDC Classifikation: 310 - Collections of general statistics
500 - Natural sciences and mathematics
610 - Medicine and health
Keywords: Leptospirose , Leptospira , Ratte , Baden-Württemberg , Risikofaktor , Epidemiologie
Other Keywords: Querschnittsstudie
License: Publishing license including print on demand
Order a printed copy: Print-on-Demand
Show full item record

Inhaltszusammenfassung:

Die vorliegende Arbeit untersucht, ob Leptospirose-Infektionen weiter verbreitet sind als bisher angenommen, welche Faktoren mit einem höheren Leptospirose-Expositionsrisiko einhergehen und welche Rolle Alter und Geschlecht spielen. Dafür wurden die Daten einer bevölkerungsbezogenen Querschnittstudie von ca. 1.000 Personen in Baden-Württemberg ausgewertet (IgG-Antikörper gegen Leptospiren im Blut der Probanden und die Antworten der von den Probanden ausgefüllten Fragebögen). Außerdem wurden die Leptospirose-Meldedaten des Robert Koch-Instituts (RKI) von 2001 bis 2014 sowohl für Baden-Württemberg als auch für gesamt Deutschland hinzugezogen. Für die Seropositivität berechneten wir anhand der Fragebogenfragen Relative Risiken mit 95%-Konfidenzintervallen und p-Werten, die wir einer Bonferroni-Holm-Korrektur unterzogen. „Häufiger“ bzw. „häufiger und/oder gelegentlicher“ Rattenkontakt führen zu einer signifikanten Risikoerhöhung für positive Leptospirose-IgG-Serumwerte. Die Studienergebnisse liefern Indizien dafür, dass möglicherweise auch der Kontakt zu anderen Tieren wie Rindern oder Mäusen sowie eine berufliche Exposition als Förster das Risiko für Leptospirose-IgG-Serumwerte erhöhen. Um dies statistisch abzusichern, sind jedoch weitere Studien nötig. Die Geschlechtsverteilung bei Leptospirose-seropositiven Probanden und bei Leptospirose-Fällen wird in der Literatur oft verglichen und war auch in der vorliegenden Arbeit auffällig unterschiedlich. Bezüglich der Seropositivität gab es keine relevanten Unterschiede zwischen den im Rahmen der Querschnittstudie erfassten männlichen und weiblichen Probanden; bei den ans RKI gemeldeten Fällen (sowohl Baden-Württemberg alleine als auch Deutschland insgesamt) war der Männeranteil mit durchschnittlich über 70% jedoch in allen Jahren deutlich höher. Diese Tatsache kann dadurch erklärt werden, dass die Leptospirose bei Frauen öfter einen milden Verlauf nimmt und dass Frauen aus diesem Grund seltener als Leptospirose-Fälle erfasst werden. Warum genau die Leptospirose bei Männern und Frauen unterschiedlich schwer verläuft, gilt es in weiteren Studien herauszufinden. Es gab keine relevanten Unterschiede bezüglich der Leptospirose-Seroprävalenz in den verschiedenen Altersgruppen der Querschnittstudie, was so interpretiert werden kann, dass Leptospirose-IgG-Antikörper nicht lebenslang persistieren. Da Leptospiren unter warmen und feuchten Bedingungen länger überleben, ist die Leptospirose in Ländern mit warmem Klima bedeutend häufiger als in gemäßigten Regionen. Dass im Jahr 2007 in Deutschland besonders viele Leptospirose-Fälle gemeldet wurden, kann durch einen warmen Winter und einen darauf folgenden regenreichen Sommer in besagtem Jahr erklärt werden. Mit Blick auf den Klimawandel muss in gemäßigten Regionen wie Deutschland in Zukunft mit mehr Leptospirose-Fällen gerechnet werden. Unser Studienergebnis spricht dafür, dass in Baden-Württemberg die Zahl von seropositiven Personen deutlich größer ist als es die gemeldeten Leptospirose-Fälle vermuten lassen. Eine plausible Erklärung dafür ist, dass häufig vorkommende milde Verlaufsformen der Krankheit nicht als Leptospirose erkannt werden. Wir vermuten, dass diese milden Leptospirose-Verlaufsformen durch bestimmte Erreger-Serovare verursacht werden.

This item appears in the following Collection(s)