Ergebnisse rekonstruktiver Operationsverfahren an der Aortenklappe

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URI: http://hdl.handle.net/10900/67120
http://nbn-resolving.de/urn:nbn:de:bsz:21-dspace-671207
http://dx.doi.org/10.15496/publikation-8540
Dokumentart: Dissertation
Date: 2015-12
Language: German
Faculty: 4 Medizinische Fakultät
4 Medizinische Fakultät
Department: Medizin
Advisor: Franke, Ulrich Friedrich Wilhelm (Prof. Dr.)
Day of Oral Examination: 2015-08-14
DDC Classifikation: 610 - Medicine and health
Keywords: Aortenklappe , Rekonstruktion , Herzchirurgie
Other Keywords: Klappenchirurgie
David-Operation
License: Publishing license excluding print on demand
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Inhaltszusammenfassung:

Die Aortenklappe ist aufgrund der hohen Druckverhältnisse im großen Kreislauf die Herzklappe, die am häufigsten von pathologischen und degenerativen Veränderungen betroffen ist. Zur Behandlung solcher Pathologien hat sich der Aortenklappenersatz mittels mechanischer oder biologischer Prothesen bereits bewährt. Allerdings ist dieses Verfahren mit diversen Limitationen, wie der Antikoagulation bzw. der begrenzten Haltbarkeit, behaftet. Ein Erhalt der nativen Aortenklappe führt neben der fehlenden Notwendigkeit für eine orale Antikoagulation mit Vitamin-K-Antagonisten, nicht nur zu den besten hämodynamischen Verhältnissen und zu geringeren klappenspezifischen Komplikationen, sondern auch zur vergleichbaren Freiheit von erneuten Operationen wie nach einem konventionellen Klappenersatz. Dieser rekonstruktive Operationsansatz ist vor allem anzustreben, wenn die Aortenklappe an sich nicht pathologisch verändert ist, sondern die zu behandelnde Insuffizienz allein durch ein Aneurysma der Aorta ascendens zustande kommt. Aber auch gering pathologisch veränderte Klappen müssen nicht zwangsläufig ersetzt werden. In unserer Studie verglichen wir Patienten, die einen alleinigen Aortenklappen-erhaltenden Ersatz der Aorta ascendens (David-Prozedur) erhielten mit Patienten, bei welchen zusätzliche Reparaturmanöver an den Klappenkuspen notwendig waren. Der Vergleich erfolgte sowohl hinsichtlich prä-, intra- und postoperativer Aspekte, als auch im Hinblick auf den mittelfristigen Verlauf. Neben der Funktionalität der Klappe wurde ebenfalls die Lebensqualität mit Hilfe einer modifizierten Version des SF-36-Fragebogens nach dem jeweiligen Eingriff betrachtet. Hierbei kamen wir zu den Ergebnissen, dass die reparativen Eingriffe an den Klappenkuspen bei ausgewählten Patienten zu sehr guten mittelfristigen Ergebnissen führen. Bei einer statistisch nicht signifikant längeren Operationsdauer (242,5 min vs. 245,3 min; p=0,721) konnten wir eine niedrige operative und Langzeitmortalität beobachten (5-Jahres-Freiheit kardialer Todesursachen 98%). Ebenso die 5-Jahres-Freiheit für eine Reoperation (96% vs. 89%; p=0,305) bzw. für das Auftreten einer erneuten höhergradigen Aortenklappeninsuffizienz (100% vs. 93%; p=0,110), fiel in der Gruppe mit den zusätzlichen Reparaturmanövern nicht signifikant niedriger aus. In den echokardiographischen Nachuntersuchungen konnte eine gute Funktionalität der Aortenklappen gezeigt werden. Die Lebensqualität wurde in dieser Patientengruppe besser bewertet. Dabei hatten Patienten, die zusätzlich noch über einen minimal invasiven Zugang operiert wurden, die höchste Lebensqualität. Eine Aortenklappenrekonstruktion sollte, auch mit zusätzlichen Reparaturschritten an den Klappenkuspen, durchgeführt werden, sofern die Patienten eine gute Qualität des Kuspengewebes aufweisen und eine Reparatur prinzipiell möglich erscheint. Auch Patienten, die einen oder gar mehrere zusätzliche kardiale Eingriffe benötigen, sollten an der Aortenklappe eine Rekonstruktion erhalten. Weiterhin sollte aus Gründen der Lebensqualität die Aortenklappenrekonstruktion über eine partielle Sternotomie erfolgen, um den Patienten eine schnelle Rekonvaleszenz zu ermöglichen.

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