Die perioperative suprapubische Harnableitung in der Urogynäkologie. Eine retrospektive Untersuchung

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URI: http://hdl.handle.net/10900/66017
http://nbn-resolving.de/urn:nbn:de:bsz:21-dspace-660176
http://dx.doi.org/10.15496/publikation-7437
Dokumentart: Dissertation
Date: 2015
Language: German
Faculty: 4 Medizinische Fakultät
4 Medizinische Fakultät
Department: Medizin
Advisor: Reisenauer, Christl (Prof. Dr.)
Day of Oral Examination: 2015-10-19
DDC Classifikation: 610 - Medicine and health
Keywords: Gynäkologie
Other Keywords: Urogynäkologie
Postoperative Blasenentleerungsstörung
Restharn
suprapubischer Blasenkatheter
post-void residual bladder
postoperative voiding dysfunction
pelvic organ prolapse surgery
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Inhaltszusammenfassung:

Die postoperative Blasenentleerungsstörung kann in Abhängigkeit der durchgeführten Operation nach urogynäkologischen Eingriffen eine häufige Begleiterscheinung sein und eine Harnableitung notwendig machen. Dabei herrscht kein Konsens, ob diese mittels transurethralem Dauerkatheter, intermittierendem transurethralen Katheterismus, oder suprapubischem Blasenkatheter erfolgen soll. In nahezu allen Fällen ist die Blasenentleerungsstörung passager, seltenst persistiert sie. Im Rahmen unserer Erhebung untersuchten wir retrospektiv die Daten von N=4463 Patientinnen, die in dem Zeitraum vom 01.06.2005 bis 31.01.2013 an der UFK Tübingen wegen BIK, Descensus genitalis, oder einer Kombination aus beiden Erkrankungen operiert wurden. Zusätzlich wurden die Daten von N=35 Patientinnen, welche wegen vesikovaginaler oder urethrovaginaler Fisteln operiert wurden analysiert. Wir konnten feststellen, dass bei gewissen Eingriffen eine postoperative Blasenentleerungsstörung von etwa 5 Tagen zu erwarten ist. Je nach Kombination mit weiteren Eingriffen kann diese interindividuell unterschiedlich lange fortbestehen. Neben einem intermittierenden transurethralen Kathetersimus wäre also eine suprapubische Harnableitung für diese Eingriffe wegen der Dauer der Blasenentleerungsstörung und den Vorteilen eines SPK wie der Option eines Blasentrainings der Patientin von Vorteil. Die aktuelle Studienlage legt zudem einen höheren Patientenkomfort im Vergleich zu anderen Harnableitungsverfahren nahe. Namentlich wäre bei folgenden Eingriffen die suprapubische Katheteranlage von Vorteil: Die vordere Kolporrhaphie vor allem in Kombination mit vaginalen Eingriffen im hinteren und mittleren Beckenbodenkompartiment oder/ und TVT-Anlage, die spannungsfreie Netzeinlage im vorderen Kompartiment in Kombination mit einer TVT-Anlage. Für andere Eingriffe, wie isolierte hintere Kolporrhaphie, Kolposuspension oder Sakropexie scheint die suprapubische Harnableitung nur in Ausnahmefällen indiziert. Bei den Fisteloperationen von voroperierten Patientinnen ist die Anlage eines SPK unter Umständen mit hohen Risiken für eine Darmverletzung verbunden, und sollte daher gegebenenfalls laparoskopisch assistiert erfolgen. In Ausnahmefällen sind ausgedehnte Voroperationen auch als Kontraindikation für die Anlage eines suprapubischen Katheters zu sehen. Die Schlußfolgerungen unserer Studie können in die Patientenaufklärungsgespräche integriert werden. Wesentliche Limitationen bestehen in dem eher explorativen Design der Studie mit unterschiedlichen Patientenzahlen in den verschiedenen Kategorien, Untergruppen, und Operationsgruppen sowie in der begrenzten Erfassbarkeit weiterer Parameter wie der Patientenzufriedenheit. Auf eventuelle volkswirtschaftliche Fragestellungen, wie der ökonomischsten Form der Harnableitung wurde nicht eingegangen, wobei sicherlich eine kürzere Hospitalisierungsdauer weniger Kosten verursacht, und diese durch eine optimale Therapie der postoperativen Blasenentleerungsstörung am ehesten erreicht werden kann.

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