Analyse des Transkriptionsfaktors NFAT2 in der Pathogenese der CLL

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URI: http://hdl.handle.net/10900/63751
http://nbn-resolving.de/urn:nbn:de:bsz:21-dspace-637516
http://dx.doi.org/10.15496/publikation-5173
Dokumentart: Dissertation
Date: 2015-06-19
Language: German
Faculty: 7 Mathematisch-Naturwissenschaftliche Fakultät
Department: Biologie
Advisor: Rammensee, Hans-Georg (Prof. Dr. rer. nat.)
Day of Oral Examination: 2015-06-18
DDC Classifikation: 570 - Life sciences; biology
610 - Medicine and health
Keywords: Chronisch-lymphatische Leukämie , Transkriptionsfaktor , Pathogenese
Other Keywords: NFAT2
Anergie
LCK
Anergy
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Inhaltszusammenfassung:

Die Chronische Lymphatische Leukämie (CLL) ist mit über 4000 Neuerkrankungen pro Jahr die häufigste hämatologische Erkrankung in Deutschland. In den allermeisten Fällen ist die CLL nicht vollständig heilbar. Durch konventionelle Chemotherapeutika und Antikörper-basierte Immuntherapien gelingt es zwar oft die Patienten möglichst lange in Remission zu halten, trotzdem steigt das Bedürfnis nach neuen Therapieansätzen stetig. In dieser Arbeit wurde zum einen der Einfluss des Transkriptionsfaktors NFAT2 auf die Entwicklung physiologischer B-Zellen untersucht und zum anderen seine Rolle in der Pathogenese der CLL detailliert charakterisiert. Diese Analysen wurden in einem konditionellen NFAT2-Knockout Mausmodell in Kombination mit dem transgenen Eµ-TCL1-Modell der CLL durchgeführt. Während im physiologischen B-Zell-Modell der Verlust von NFAT2 zu einer Hemmung der B-Zell-Entwicklung und einer Reduktion der B1 B-Zell-Subpopulation führt, ergaben die Analysen im CLL-Modell ein differentes Ergebnis. Hier führte der Verlust von NFAT2 zu einer Akzeleration der CLL-Erkrankung. Dies führte zu einem drastisch reduzierten Überleben dieser Tiere und einer verstärkten Akkumulation der CLL-Zellen in der Peripherie. Als Ursache konnte eine gesteigerte Proliferation in der Leukämie-Kohorte mit NFAT2-Knockout beobachtet werden. Da die Proliferation der B-Zellen stark B-Zell-Rezeptor-abhängig reguliert wird, wurde die Funktionalität des BCRs untersucht. In der normalen TCL1-Kohorte zeigte sich ein anerger Phänotyp, wodurch die CLL-Zellen unfähig waren, auf αIgM-Stimulation durch Ca2+-Mobilisation zu reagieren. Ferner konnte eine konstitutive Aktivierung des AKT- und ERK-Signalwegs und eine starke Expression der in dieser Arbeit vorgeschlagenen Anergie-Gene Cbl, Grail, Pacsin1 und Lck beobachtet werden. Diese Beobachtungen entsprechen den bekannten Daten aus einer Subpopulation der CLL-Patienten, die einen sehr milden Verlauf der Erkrankung mit guter Langzeitprognose zeigen. Der Verlust von NFAT2 in den CLL-Zellen führte hingegen zu einer Aufhebung der Anergie und damit zu einem hochresponsiven Phänotyp. Die molekulare Analyse der proximalen BCR-Signalkaskaden zeigten im Vergleich zu der meist konstitutiven Aktivierung in der TCL1-Kohorte eine induzierte Aktivierung der Kinasen SYK, LYN, ERK und AKT. Interessanterweise zeigte die Tyrosinkinase LCK als einzige eine Aktivierung nach BCR-Stimulation in der anergen TCL1-Kohorte. Aufgrund dieser Tatsache werden NFAT2 und die LCK-Kinase, welche vermutlich auch durch NFAT2 aktiviert wird, als maßgebliche Regulatoren der Anergie bei der CLL postuliert.

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