Evaluation des Einflusses von synchron aufgetretenem Carcinoma in situ und Photodynamischer Diagnostik auf den postoperativen Krankheitsverlauf von Patienten mit erstdiagnostiziertem, superfiziellem Urothelkarzinom der Harnblase

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URI: http://hdl.handle.net/10900/63410
http://nbn-resolving.de/urn:nbn:de:bsz:21-dspace-634108
http://dx.doi.org/10.15496/publikation-4832
Dokumentart: Dissertation
Date: 2015-05
Language: German
Faculty: 4 Medizinische Fakultät
Department: Medizinische Fakultät
Advisor: Sievert, Karl-Dietrich (Prof. Dr. med.)
Day of Oral Examination: 2015-05-19
DDC Classifikation: 610 - Medicine and health
Keywords: Tumor , Harnblase , Urothelkrebs , Prognostik
Other Keywords: Carcinoma in situ
Urothelkarzinom
Photodynamische Diagnostik
PDD
CIS
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Inhaltszusammenfassung:

Beim nichtinvasiven Harnblasenkarzinom ist das zusätzliche Vorliegen eines Carcinoma in situ (CIS) als ungünstiger prognostischer Faktor bekannt. Dieses kann allerdings in der konventionellen Weißlichtzystoskopie (WL) leicht übersehen werden. Der Einsatz der Photodynamischen Diagnostik (PDD) zeigte hierbei bereits sowohl eine verbesserte Detektion, als auch prognostische Relevanz bei Ta/T1-Tumoren. Für das CIS sind verbesserte Detektionsraten bei PDD berichtet, allerdings ist der Einfluss dieser Methode auf die individuelle Prognose bei CIS nur wenig untersucht. Ziel der vorliegenden Arbeit war die Evaluation des multifaktoriellen Einflusses eines zusätzlichen CIS und der Anwendung der PDD auf den postoperativen Krankheitsverlauf von Patienten mit erstdiagnostiziertem nichtinvasivem Harnblasenkarzinom. Es wurden 186 Patienten (medianes Alter 71 Jahre, 151 männlich / 35 weiblich, anfängliches Gesamtkollektiv n=1308 Patienten) mit Erstdiagnose eines NMUKB (nicht-muskelinvasives Urothelkarzinom der Harnblase) (140 *pTa, 46 *pT1, 72 *G1, 77 *G2, 30 *G3), die zu 20,9% ein zusätzliches CIS aufwiesen und zu 47,5% mittels PDD zystoskopiert und transurethral reseziert wurden, bezüglich ihres individuellen Krankheitsverlaufs evaluiert (medianes Follow-up 43, Range 7-126 Monaten). Für 73,7% der Patienten wurde ein Rezidiv, für 9,7% ein Progress und für 7,5% Tumorabhängiges Versterben dokumentiert. Patienten mit CIS zeigten signifikant kürzere Zeiten bis zum Rezidiv (p=0.0061), zur Progression (p=0.0005) und zum Tumorspezifischem Versterben (p=0.0262). Zwischen Patienten mit und ohne PDD (unabhängig vom Tumorstadium) ergaben sich keine Unter-schiede bezüglich des rezidiv-, progressionsfreien oder des Tumorspezifischen Überlebens (alle p>0.4); auch nicht im Subkollektiv der Patienten ohne CIS (alle p>0.39). Bei der Subgruppe der Patienten mit CIS zeigte sich dabei für PDD+/PDD- interessanterweise kein Unterschied bezüglich des rezidivfreien Überlebens (p=0.85), jedoch ein signifikanter Unterschied für den Progress (p=0.03) und eine Tendenz zu längerem Tumorspezifischem Überleben (p=0.17). Auch bei der Nachbeobachtung der Patienten unter Einbezug des diagnostischen Vorgehens und des Vorliegens eines CIS zeigten sich für progressionsfreie Zeiten (p<0.0001) und Tumorspezifisches Überleben (p=0.04) signifikante Unterschiede. Es zeigte sich weiterhin bei Vergleich der Krankheitsverläufe in Abhängigkeit des diagnostischen Verfahrens und des Alters eine Tendenz zu einer längeren rezidivfreien (p=0.50) und progres-sionsfreien Zeit (p=0.27) sowie zu längerem Tumorspezifischen Überleben (p=0.06) bei Patienten mit Alter < Median. Die vorliegende Arbeit beschreibt erstmals den Einfluss von gleichzeitigem Vor-handensein eines CIS auf das Tumorspezifische Überleben bei erstdiagnostiziertem superfiziellem Harnblasenkarzinom. Der Einsatz der PDD resultierte im Kollektiv der Patienten der Hochrisikogruppe mit gleichzeitigem CIS in einer Verbesserung der progressionsfreien Zeit und des Tumorspezifi-schen Überlebens, wohingegen das Eintreten eines Rezidivs nicht beeinflusst wurde. Einerseits scheint die mögliche Ursache für die gefundenen Sachverhalte mit dem operativen Procedere und der kompletten bzw. vollständigeren Resektion des CIS-Areals unter PDD erklärbar zu sein. Andererseits sind Hinweise gege-ben, dass im WL auffällige CIS bereits fortgeschrittenere, aggressivere CIS-Subgruppen darstellen. Unter Verwendung der PDD würden noch zusätzliche CIS, die einer weniger aggressiveren und im WL nicht auffälligen Subgruppe angehören, detektiert. Die Art der Detektion im Sinne eines vollständigeren Er-fassens des CIS (und möglicherweise bereits seiner weniger aggressiven „Frühformen“) sowie der daraus resultierenden kompletten bzw. vollständigeren Resektion des CIS-Areals scheint neben der verbesserten Detektionsrate bei PDD eine wesentliche prognostische Rolle zu spielen. Damit sind neue Erkenntnisse für die Klinik des CIS dargelegt, die einen potenziellen Einfluss auf Diagnostik und Therapie des NMUKB mit CIS nehmen kön-nen.

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