Transkranieller Ultraschall und dreidimensionale Bewegungsanalyse zur Identifikation einer Risikogruppe für Morbus Parkinson

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URI: http://hdl.handle.net/10900/63399
http://nbn-resolving.de/urn:nbn:de:bsz:21-dspace-633992
http://dx.doi.org/10.15496/publikation-4821
Dokumentart: Dissertation
Date: 2015
Language: German
Faculty: 4 Medizinische Fakultät
Department: Medizin
Advisor: Berg, Daniela (Prof. Dr.)
Day of Oral Examination: 2015-05-06
DDC Classifikation: 610 - Medicine and health
Keywords: Parkinson-Krankheit
Other Keywords: Bewegungsanalyse
Früherkennung
Braak-Modell
License: Publishing license excluding print on demand
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Inhaltszusammenfassung:

Die einstmals unflexible Krankheitsdefinition des Morbus Parkinson ausschließlich über klinisch sichtbare Bewegungsauffälligkeiten wie Rigor, Tremor oder Bradykinese ist mit besserem Verständnis der Pathogenese und Nachweis von Prodromalsymptomen und Risikofaktoren ins Wanken geraten. So widmet sich diese Arbeit als Erstuntersuchung einer Längsschnittstudie der Möglichkeit der Erkrankungsfrüherkennung. Neben einer Parkinsonkohorte und gesunden Kontrollen wurde auch eine Risikogruppe (RG) für das idiopathische Parkinson-Syndrom (PD) untersucht. Die 21-köpfige Risikokohorte setzt sich aus Probanden zusammen, die neben einer hyperechogenen Substantia nigra mindestens zwei weitere anerkannte Prodromalmarker wie z.B. eine Hyposmie oder eine positive Familienanamnese für die Parkinson’sche Erkrankung aufweisen. Gestützt durch eine dreidimensionale Bewegungsanalyse und dem klinischen Ergebnis eines Geruchstests (Sniffin‘ Sticks), beurteilte ein Klassifikator in einem ersten Schritt selbstständig das Bewegungsmuster der Probanden und teilte ihnen entweder das Gütesiegel „parkinsonassoziiert“ (mov+) oder „nicht-parkinsonassoziiert“ (mov-) zu. Während alle Kontrollprobanden als mov- und 14 der 15 Parkinsonpatienten als mov+ gewertet wurden (Sensitivität 93%, Spezifität 100%), zeigte sich in der Risikogruppe eine Aufspaltung: 14 Probanden (66.6%) entsprachen dem parkinsonassoziierten (RGmov+), sieben (33.3%) dem nicht-parkinsonassoziierten Bewegungsmuster (RGmov-). Der Vergleich der beiden Subgruppen (RGmov+ und RGmov-) bezüglich ihrer klinischen Charakteristika ergab, dass die RGmov+ zusätzlich zu dem parkinsonassoziierten Bewegungsbild eine Störung der höheren Exekutivfunktionen und Psychomotorik aufwies (Trail Making Test B, p=0.046). Die beiden Subgruppen der Risikokohorte unterschieden sich jedoch nicht hinsichtlich ihrer hyperechogenen Substantia nigra im transkraniellen Ultraschall, der klinischen Bewertung der Motorik, der Geruchsleistung, dem Vorliegen vegetativer Funktionsstörungen, dem Auftreten und Schweregrad depressiver Symptome oder Schlafstörungen. Die Ergebnisse belegen, dass die quantitative Bewegungsanalyse einen wertvollen Beitrag zur Früherkennung des PD leisten kann. In dieser Arbeit konnte die Validität des angewandten methodischen Ansatzes verifiziert werden, PD Patienten konnten von Kontrollen mit einer hohen diagnostischen Trennschärfe unterschieden werden. Darüber hinaus ist es gelungen eine heterogene Risikokohorte für PD weiter einzugrenzen. Die vorliegende Arbeit stützt die Annahmen des Braak-Modells, indem eine aufsteigende Pathologie im Hirnstamm mit dem Schweregrad der klinischen Ausprägung postuliert wird. Wir stellen die Hypothese auf, dass Personen der RGmov+ im Vergleich zur RGmov- eine raschere Progression parkinsonspezifischer Symptome aufweisen und somit in einem kürzeren Zeitraum einen PD ausbilden. Zudem ist es denkbar, dass die RGmov- trotz vorhandener Risikomerkmale für PD im Vergleich zur RGmov+ über die Zeit seltener an PD erkranken wird. Diese Annahmen können jedoch nur in der geplanten Längsschnittuntersuchung bewiesen werden.

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