Ein Blick in die Mitte. Zur Entstehung rechtsextremer und demokratischer Einstellungen in Deutschland

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Zitierfähiger Link (URI): http://hdl.handle.net/10900/63322
http://nbn-resolving.de/urn:nbn:de:bsz:21-dspace-633221
http://dx.doi.org/10.15496/publikation-4744
Dokumentart: Buch
Erscheinungsdatum: 2008-05
Sprache: Deutsch
Fakultät: Kriminologische Dokumentation
Fachbereich: Kriminologie
DDC-Klassifikation: 320 - Politik
Schlagworte: Deutschland , Politische Einstellung , Rechtsradikalismus , Demokratie
ISBN: 978-3-89892-920-2
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Inhaltszusammenfassung:

Im November 2006 publizierte die Friedrich-Ebert-Stiftung die Studie "Vom Rand zur Mitte". In dieser Repräsentativbefragung wurde mit einem Fragebogen das Ausmaß rechtsextremer Einstellungen in Deutschland erhoben. Erneut unter der wissenschaftlichen Leitung der Leipziger Wissenschaftler Dr. Oliver Decker und Prof. Dr. Elmar Brähler ist nun eine Nachfolgestudie im Auftrag der Friedrich-Ebert-Stiftung entstanden, die die Frage nach den Ursachen für rechtsextreme Einstellungen vertieft behandelt. Die neue Studie "Ein Blick in die Mitte. Zur Entstehung rechtsextremer und demokratischer Einstellungen" ist eine qualitative Erhebung, die in Gruppendiskussionen Personen erneut und ausführlicher befragt hat, die an der Fragebogenuntersuchung 2006 teilgenommen haben. Dabei wurden über das gesamte Bundesgebiet verteilt insgesamt zwölf Gruppendiskussionen mit Personen durchgeführt, die sich besonders stark rechtsextrem, besonders ausgeprägt nicht-rechtsextrem oder die besonders häufig die mittlere Antwortmöglichkeit "teils-teils" geäußert haben. Die Auswertung dieser Gruppendiskussionen ermöglicht Antworten auf die Frage, unter welchen Bedingungen ein Mensch rechtsextreme bzw. demokratische Einstellungen entwickelt. Zentrale Ergebnisse der Studie im Überblick: Ausländerfeindliche Ressentiments werden mit besorgniserregender Selbstverständlichkeit geäußert, auch bei Personen, die in der ersten Studie nicht durch rechtsextreme Äußerungen aufgefallen waren. ; Es wird ein hoher gesellschaftlicher Normierungsdruck empfunden, gleichzeitig werden Sanktionen gegenüber abweichendem Verhalten akzeptiert. Dadurch geraten insbesondere Migrantinnen und Migranten sowie Arbeitslose unter Anpassungsdruck und werden ausgegrenzt ; Es herrscht ein großes Unverständnis über die Möglichkeiten zur Mitgestaltung in einer Demokratie. Dies ist verbunden mit einer alarmierenden Geringschätzung des demokratischen Systems . Demokratie wird weitgehend nur insofern akzeptiert, wie sie individuellen Wohlstand garantiert. ; Autoritäre Denkstrukturen und Gewalterfahrungen haben nach wie vor eine hohe Bedeutung bei der Herausbildung rechtsextremer Einstellungen. Umgekehrt wirken die Fähigkeit zur Empathie und die Erfahrung von Anerkennung als Schutz davor. ; Die große Bedeutung der nationalsozialistischen Vergangenheit in allen Generationen: Eine Verweigerung der Auseinandersetzung mit der NS-Zeit befördert rechtsextreme Einstellungen; eine sowohl inhaltliche als auch emotionale Auseinandersetzung hemmt rechtsextreme Einstellungen.

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