Erfahrungen mit elektronischen Anamnesen in einer nephrologischen Facharztpraxis

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dc.contributor.advisor Alscher, Mark Dominik (Prof. Dr.)
dc.contributor.author Bacher-Meck, Susann
dc.date.accessioned 2015-02-20T07:32:49Z
dc.date.available 2015-02-20T07:32:49Z
dc.date.issued 2015
dc.identifier.other 426553004 de_DE
dc.identifier.uri http://hdl.handle.net/10900/59736
dc.identifier.uri http://nbn-resolving.de/urn:nbn:de:bsz:21-dspace-597363 de_DE
dc.identifier.uri http://dx.doi.org/10.15496/publikation-1160
dc.description.abstract Ärztliche Anamnesen sind ein wesentliches Instrument zur medizinischen Diagnostik und Therapie einer Erkrankung. Die vollständige Erfassung medizinischer Daten ist in einem zunehmend komplexen medizinischen Umfeld besonders wichtig. In der vorliegenden Arbeit wurde das bereits mehrfach publizierte System CLEOS (Clinical Expert Operating System, von Prof. D. Zakim in den USA entwickelt) verwendet. CLEOS ist ein einfaches, regelbasiertes medizinisches Experten- bzw. Navigationssystem mit dem individuelle ausführliche elektronische Anamnesen über eine direkte Interaktion mit dem Patienten erhoben werden können. Durch vorgegebene Fragen, die in Baumstrukturen organisiert sind, werden auch Bereiche, welche in der täglichen Praxis oft übersehen werden, abgedeckt (z.B. Familienanamnese). Nach vollständiger Durchführung einer elektronischen Anamnese liegt diese in Form eines medizinischen Berichtes vor. Die in dieser vorliegenden Dissertation ausgewerteten Daten beziehen sich auf die praktischen Erfahrungen beim Einsatz von CLEOS im ambulanten Bereich im Speziellen im Bereich einer nephrologischen Facharztpraxis mit angeschlossener Dialyseabteilung sowie die erstmalige systematische Erhebung von Metadaten von CLEOS-Anamnesen im ambulanten Bereich mit folgenden Fragestellungen: • Metadaten: Zeitaufwand für CLEOS-Anamnesen mit Vorlaufzeiten, Mittlere Fragen-und Antwortzahl mit beeinflussenden Faktoren, wie Geschlecht, Alter, Patientenstatus (Ambulant vs. Dialyse), PC-Erfahrung des Patienten, Ausmaß der notwendigen Assistenz bei der Durchführung von CLEOS-Anamnesen. • Zuverlässigkeit von angegebenen Körpermaßdaten. • Akzeptanz der Patienten und deren betreuenden Ärzte gegenüber CLEOS. Es wurden 121 elektronische Anamnesen mit CLEOS durchgeführt, von denen 108 (89,3%) vollständige zur Auswertung herangezogen wurden; entsprechend einer Abbruchrate von 10,7%. Die genaue vermessene Interviewdauer betrug im Mittel 72,29 Minuten (± 25,74). Der Einfluss von individuellen Merkmalen wie Alter und Geschlecht auf die erfassten Metadaten und auf die Anamnesedauer war gering. Der Patientenstatus (Ambulanz/Dialyse) beeinflusste die Interviewdauer signifikant (p=0,034). Je morbider der Patient, desto mehr Zeit wurde für eine CLEOS-Anamnese benötigt. Computerkenntnisse verkürzten nicht die Interviewlänge bei selbständig durchgeführten elektronischen Anamnesen; jedoch verkürzte eine assistierte elektronische Anamnese bei keinerlei PC-Kenntnissen das Interview (p=0,0212). 72 (66,6%) der 108 elektronischen Anamnesen wurden assistiert durchgeführt. Die Analyse einiger Metadaten wie die vom Computer vermessende Interviewlänge zeigte eine Diskrepanz zu der händisch gemessenen Interviewlänge. Die händisch gemessene Interviewlänge war um den Faktor 0,61 geringer als die vom Computer gemessene. Die Fehlersuche erwies sich bei vorliegender Softwarestruktur als schwierig. Die Angabe der Körpermaßdaten durch den Patienten und die Errechnung des Body-Maß-Index (BMI) sind zuverlässig. Amputationen von Körperteilen veränderten den BMI; sie werden derzeit bei der Berechnung durch CLEOS nicht berücksichtigt. Die Akzeptanz des Patienten gegenüber CLEOS ist gut; Chronisch Kranke stellen bei hoher Akzeptanz von CLEOS eine optimale Zielgruppe für die Einführung elektronischer Anamnesesysteme dar. Die Akzeptanz der Ärzte für CLEOS ist neben der Länge des Interviews vor allem aufgrund der derzeitigen Struktur des Reportes gering. Zusammenfassend kann gesagt werden, dass elektronische Anamnesen mit CLEOS unter assistierten Bedingungen gut anwendbar sind und eine vielversprechende Alternative zur klassischen Anamneseerhebung darstellen. Sie können abgespeichert werden, sind jederzeit abrufbar, maschinenlesbar und die Genauigkeit einer Anamnese wird verbessert. Davon profitieren insbesondere Patienten mit sehr langer Krankengeschichte, wie etwa chronisch Kranke. Die Erfassung von Metadaten bei CLEOS-Anamnesen weist derzeit methodische Schwierigkeiten auf. Patientenbezogene Daten können dagegen problemlos erhoben werden. Vor einer Routineanwendung in der Alltagspraxis (außerhalb von Studien) ist eine informationstechnologische Überarbeitung des Systems erforderlich, um eine stabile Funktionsweise (Verminderung der Abbruchrate) zu erreichen, sowie zuverlässige und nachvollziehbare Metadaten von CLEOS zu erhalten. Es ist wichtig für die Weiterentwicklung von elektronischen Anamnesen zusätzliche Metadaten mit systemischer Angabe dieser zu erfassen. de_DE
dc.language.iso de de_DE
dc.publisher Universität Tübingen de_DE
dc.rights ubt-podok de_DE
dc.rights.uri http://tobias-lib.uni-tuebingen.de/doku/lic_mit_pod.php?la=de de_DE
dc.rights.uri http://tobias-lib.uni-tuebingen.de/doku/lic_mit_pod.php?la=en en
dc.subject.classification Anamnese , Metadaten , Elektronische Medien de_DE
dc.subject.ddc 610 de_DE
dc.subject.other elektronische Anamnese de_DE
dc.subject.other CLEOS de_DE
dc.subject.other Expertensystem de_DE
dc.title Erfahrungen mit elektronischen Anamnesen in einer nephrologischen Facharztpraxis de_DE
dc.type Dissertation de_DE
dcterms.dateAccepted 2014-12-29
utue.publikation.fachbereich Medizin de_DE
utue.publikation.fakultaet 4 Medizinische Fakultät de_DE

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