"Wer bin ich? Ich bin wer!" Evaluation eines Schulprojekts zur Primärprävention von Essstörungen

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URI: http://hdl.handle.net/10900/57223
http://nbn-resolving.de/urn:nbn:de:bsz:21-dspace-572239
Dokumentart: PhDThesis
Date: 2014
Language: German
Faculty: 4 Medizinische Fakultät
Department: Medizin
Advisor: Günter, Michael (Prof. Dr.)
Day of Oral Examination: 2014-09-22
DDC Classifikation: 610 - Medicine and health
Keywords: Prävention , Anorexia nervosa
Other Keywords: Essstörungen
Schulprojekt
Castingshows
Eating disorders
Primary prevention
License: http://tobias-lib.uni-tuebingen.de/doku/lic_mit_pod.php?la=de http://tobias-lib.uni-tuebingen.de/doku/lic_mit_pod.php?la=en
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Inhaltszusammenfassung:

Einleitung: Mit Beginn der pubertären psychischen und physischen Veränderungen nimmt die Beschäftigung mit dem eigenen Körperbild insbesondere bei Mädchen zu. Zu dessen Beeinflussung im Sinne des in den Medien und dem sozialen Umfeld vermittelten, schlanken Schönheitsideals kommen wiederholte Diäten und andere Maßnahmen zur Gewichtsreduktion zum Einsatz. Der Grat zwischen Diätverhalten, subklinischen Vorformen von Essstörungen und deren häufig chronisch verlaufendem Vollbild ist schmal. Das Schulprojekt „Wer bin ich? Ich bin wer!“ der Tübinger Initiative für Mädchenarbeit richtet sich an Schülerinnen der 6.-8. Klasse und hat zum Ziel, im Sinne reaktiver Primärprävention die Jugendlichen im Umgang mit Stressoren zu schulen und die Entwicklung von Essstörungen zu verhindern. Die Evaluation des Projekts soll beantworten, ob das dreitägige Programm bei den Teilnehmerinnen zu einer Veränderung der Einstellung zum eigenen Körper, der Selbsteinschätzung restriktiven Essverhaltens und der Lebenskompetenz in Bezug auf Inanspruchnahme professioneller Hilfe führt. Methoden: 107 Mädchen im Alter von 11-15 Jahren (Mean = 13) nahmen an der Studie teil. Die Projektgruppe bestand aus 5 Klassen an 2 Schulen (n=59), die Kontrollgruppe aus 4 Klassen an 2 Schulen (n=48). Zur Anwendung kamen der EAT-26, die Subskalen „Schlankheitsstreben“ und „Unzufriedenheit mit dem Körper“ des EDI-2 und ein projektbezogener Fragebogen. Die Fragebögen wurden in beiden Gruppen zu 3 Testzeitpunkten T0, T1 und T2, welche eine Follow-up-Untersuchung nach 6 Monaten beinhaltete, bearbeitet. Ergebnisse: Die Teilnehmerinnen der Projektgruppe waren signifikant älter und gaben einen höheren Konsum der Sendung „Germany's next Topmodel“ an als die der Kontrollgruppe. Im EAT-26 kam es in der Projektgruppe zwischen T1 und T2 zu einem Anstieg der Score-Werte. Für die Subskalen „Schlankheitsstreben“ und „Unzufriedenheit mit dem Körper“ lag der Mittelwert in der Projektgruppe zum Testzeitpunkt T1 signifikant über dem der Kontrollgruppe. Die Einschätzung der eigenen Kompetenz, einer Freundin, die unter einer Essstörung leidet, zu unterstützen, stieg in der Projektgruppe vom Ausgangswert T0 zu T1 an und lag auch bei der Follow-up-Untersuchung T2 noch signifikant über dem von T0. Schlussfolgerungen: Symptomorientierte Fragebögen wie der EAT-26 oder der EDI-2 eignen sich nur bedingt dazu, die Effekte eines Projekts zur Primärprävention von Essstörungen bei Jugendlichen abzubilden. Inwieweit höhere Score-Mittelwerte mit einer objektivierbaren Zunahme problematischer Einstellungen auffälligen Essverhaltens einhergehen oder auf eine kritischere Selbsteinschätzung hinweisen, bleibt offen. Die Projektgruppe profitierte von der altersgemäßen Auseinandersetzung mit Themen wie der Subjektivität von Schönheitsidealen, die für eine Entmystifizierung der Thematik sorgte. „Wer bin ich? Ich bin wer!“ kann den Mädchen Kompetenzen mit auf den Weg geben, die ihnen dabei behilflich sind, sich im Dschungel der durch die Medien und das soziale Umfeld vermittelten Normen zu behaupten.

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