Nahostberichterstattung in den Hauptnachrichten von drei arabischsprachigen Fernsehsendern - Ein Vergleich (Aljazeera „Hasad Alyaum“, Alarabiya „Akhbar Al-Sadisa“ und Alhurra „Alalam Alyaum“ ) (Eine quantitative, quantitativ- qualitative und qualitative Inhaltsanalyse)

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URI: http://hdl.handle.net/10900/57180
http://nbn-resolving.de/urn:nbn:de:bsz:21-dspace-571800
Dokumentart: Dissertation
Date: 2014-10
Language: German
Faculty: 5 Philosophische Fakultät
Department: Medienwissenschaft
Advisor: Muckenhaupt, Manfred (Prof. Dr.)
Day of Oral Examination: 2013-12-16
DDC Classifikation: 070 - News media, journalism and publishing
Keywords: Medienwissenschaft , Fernsehnachrichten , Naher Osten , Medien , Berichterstattung , Palästina , Israel , Nahostkonflikt , Arabische Staaten , Quantitative Analyse , Qualitative Analyse , Nachrichtensendung
Other Keywords: Palästinenser
Israelis
Nahostberichterstattung
arabische Fernsehsender
Aljazeera
Alarabiya
Alhurra
Arab States
Middle East conflict
Quantitative Analysis
Palestine
Qualitative Analysis
Middle East
newscast
TV News
Palestinians
Middle East reporting
Media Studies
media coverage
Arab TV
License: Publishing license excluding print on demand
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Inhaltszusammenfassung:

Durch die Entwicklung der Kommunikationstechniken und die Umwandlung der politischen Systeme haben die Medien in den arabischen Ländern in den letzten zwei Jahrzehnten einen weiten Einfluss gewonnen. Die meisten arabischen Regime hatten bis in die neunziger Jahre hinein die Massenmedien in ihren Ländern komplett unter ihrer Kontrolle. Die lokalen Fernsehsender wurden vom Staat kontrolliert und kaum jenseits ihrer Grenzen empfangen. In den neunziger Jahren haben neue Techniken beispielsweise das Internet oder direkt empfangbares Satellitenfernsehen die virtuellen Räume über den lokalen, nationalen und regionalen Horizont hinaus erweitert. Die grenzüberschreitende Kommunikation etwa durch Satellitenfernsehsender hat Konsumenten die Möglichkeit gegeben, sich in globale Diskurse einzuschalten und die Grenzen der autoritären Informationskontrolle zu überwinden. Im Jahr 1979 unterschied William A. Rugh zwischen drei verschiedenen Typen der arabischen Presse: Erstens die "mobilisierte Presse", die im Besitz und unter der Kontrolle des revolutionären Regimes wie im Irak, Libyen, Syrien und im Sudan ist. Zweitens die "loyalistische Presse", die in Privatbesitz ist und gleichzeitig das politische System unterstützt, und drittens die "pluralistische Presse", die in freien Mediensystemen wie im Libanon und zum Teil auch Marokko und Kuwait vertreten. Diese Einteilung ist immer noch in Gebrauch und kann mit einigen Modifizierungen auch auf den Radio- und Fernsehsektor übertragen werden. In den letzten zwei Jahrzehnten hat sich die Lage in den Mediensystemen einzelner Länder zu diesen Kategorien teilweise geändert: Nach dem friedlichen Putsch gegen seinen Vater im Juni 1995 hat der Emir von Katar, Scheich Hamad bin Khalifa Al Thani , das loyalistische Mediensystem in seinem Land zum pluralistischen System umgewandelt. Er schaffte dabei das Informationsministerium ab und leitete 1996 die Gründung eines Satellitenfernsehsenders unter dem Namen Aljazeera ein. Scheich Hamad bin Tamer Al Thani, der Vorsitzender des Aljazeera- Netzwerks , erklärt den Grund für die Abschaffung des Informationsministeriums in seinem Land wie folgt: „The Ministry of Information… is the Ministry that controls the news media, be it television, radio or newspaper…We don’t see that a Ministry of Information has any positive role to play in future media projects. “ Niemand hat damals vorhergesehen, wie groß die Wirkung dieses, für ein undemokratisches Land seltenen Schrittes, auf die Medienwelt in der arabischen Welt sein würde. Andererseits hat die Konkurrenz zwischen den direkt empfangbaren ausländischen und den staatlichen Sendern manche arabischen Staaten gezwungen, den heimischen Geschäftsleuten - wie beispielsweise in Saudi-Arabien - die Möglichkeit zu geben, moderne Fernsehsender zu gründen, etwa "Middle East Broadcasting Center" (MBC) im Jahr 1991 (und Alarabiya 2003). Aber „wie die meisten Presseorgane ist auch der überwiegende Teil der privaten Sender ››loyalistisch‹‹ [geblieben, Anm. d. Verf.]“ Im letzten Jahrzehnt hat die Entwicklung im Medienraum der arabischen Welt mit der Begleitung großer Ereignisse in der Region eine neue Wende erlebt. Die großen politischen Ereignisse in der islamischen Welt und im Nahen Osten beispielsweise der Afghanistan- und Irak-Krieg in den Jahren 2001 und 2003 sowie die palästinensische Intifadah (2000) haben große internationale Aufmerksamkeit auf sich gezogen. Es wurden zahlreiche arabische und arabischsprachige ausländische Sattelitenfernsehsender gegründet und etabliert, wie DW-TV Arabiya (Deutschland 2002), Alhurra (USA 2004), France 24 (Frankreich 2006), Rusiya Al-Yaum (Russland 2007), BBC Arabic (Großbritannien 2008), CCTV International Arabic (China 2009). Da der Einfluss der mobilisierten Medien in manchen arabischen Ländern nach der Etablierung und Verbreitung der pluralistischen Medien in anderen arabischen Ländern sowie die ausländischen arabischsprachigen Satellitenfernsehsender gering geworden sind, wurden für diese Studie drei verschiedene Satellitenfernsehsender ausgewählt, die derzeitig die Kategorien der Satellitenfernsehsender in der arabischen Welt vertreten: Aljazeera Channel als Vertreter der pluralistischen Medien; Alarabiya Channel als Vertreter der loyalistischen Medien; und Alhurra Channel als Vertreter der ausländischen arabischsprachigen Medien. Da die Satellitenfernsehsender die Grenzen der Länder überschritten und damit auch ein großes Publikum sowohl in der arabischen Welt als auch auf der ganzen Welt erreicht haben, spielen sie eine entscheidende Rolle bei der Beeinflussung der Ansichten der Öffentlichkeit im Hinblick auf die wichtigen Fragen in der Region, wie dem israelisch-palästinensischen Konflikt. Diese Arbeit wirft einen Blick auf die Berichterstattung der drei ausgewählten Sender im Allgemeinen und insbesondere auf deren Nahostberichterstattung.

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