Soziale (De-)Konstruktion von Geschlecht in Gruppendiskussionen. Orientierungsmuster junger Frauen in der Berufsfindung in Bezug auf Beruf und Geschlecht

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URI: http://hdl.handle.net/10900/56033
http://nbn-resolving.de/urn:nbn:de:bsz:21-dspace-560334
Dokumentart: Magisterarbeit
Date: 2011
Language: German
Faculty: 6 Wirtschafts- und Sozialwissenschaftliche Fakultät
Department: Soziologie
DDC Classifikation: 300 - Social sciences, sociology and anthropology
Keywords: Berufswahl , Geschlechtersoziologie , Gruppendiskussion
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Inhaltszusammenfassung:

Die Entscheidung für einen künftigen Beruf erstreckt sich über einen längeren Zeitraum, bewegt sich im Spannungsfeld zahlreicher Einflussfaktoren und ist immer auch durch zugeschriebene Merkmale wie Geschlechtszugehörigkeit sozial vorstrukturiert. Beim Übergang von der Schule in den Beruf verfügen junge Frauen angesichts ihres Bildungsvorsprungs inzwischen über eine insgesamt bessere Ausgangsposition als ihre männlichen Altersgenossen. Dennoch entscheidet sich der Grossteil von ihnen nach wie vor für eine Ausbildung in einem der hochgradig weiblich segregierten Berufe, die sich durch vergleichsweise niedriges Einkommen und Sozialprestige sowie durch geringe Aufstiegschancen auszeichnen. Vor diesem Hintergrund untersucht die Autorin übergeordnet die Fragestellung, wie sich junge Frauen in der Berufsfindung hinsichtlich Beruf und Geschlecht orientieren und inwiefern hierbei übergeordnete Muster feststellbar sind. Mit Bezug auf die theoretischen Konzepte des Doing Gender von Candace West und Don H. Zimmermann (1987) und des Undoing Gender von Stefan Hirschauer (2001) wird Geschlecht hierbei als sozial konstruiert aufgefasst. Die Untersuchung der Forschungsfrage basiert auf Daten, welche in insgesamt acht Gruppendiskussionen mit Schülerinnen aus Abschlussklassen von Haupt- und Realschulen im städtischen wie im ländlichen Raum geführt und systematisch anhand der "Dokumentarischen Methode der Interpretation" nach Ralf Bohnsack ausgewertet wurden. Ein zentrales Ergebnis der Untersuchung besteht darin, dass sich trotz häufig geäußertem, inhaltli-chem Interesse an technischen Berufen und positiven Erfahrungen in diesem Bereich, ausnahmslos alle Diskussionsteilnehmerinnen von denselben Berufen als männerdominiert oder "männlich" abgrenzen. Zudem zeigen die Untersuchungsergebnisse, dass junge Frauen im Falle geschlechtsatypischer Berufswahlen neben negativen Sanktionierungen aus dem sozialen Umfeld i.d.R. auch jene Schwierigkeiten im Ausbildungs- bzw. Berufsalltag antizipieren, welche Kanter (1977) in ihrem theoretischen Konzept des Tokenism beschreibt. Insofern weist die Arbeit darauf hin, dass die Persistenz geschlechterdifferenter Berufswahlmuster nicht, wie in der öffentlichen Debatte oftmals behauptet wird, in einer grundsätzlichen Technikdistanz von Mädchen und jungen Frauen begründet liegt. Stattdessen ist sie vielmehr Ausdruck eines Bemühens um Konformität mit nach wie vor verbreiteten, stereotypen Vorstellungen in Bezug auf Beruf und Geschlecht anzusehen.

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