Das Hörvermögen von Gerbils unterschiedlicher Altersgruppen nach drei Monaten Haltung in einem Environmental Enrichment

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URI: http://hdl.handle.net/10900/53589
http://nbn-resolving.de/urn:nbn:de:bsz:21-dspace-535897
Dokumentart: PhDThesis
Date: 2014-06
Language: German
Faculty: 4 Medizinische Fakultät
Department: Medizin
Advisor: Knipper-Breer, Marlies (Prof. Dr.)
Day of Oral Examination: 2011-06-01
DDC Classifikation: 610 - Medicine and health
Keywords: Altersschwerhörigkeit , Mongolische Rennmaus , Audiologie
Other Keywords: Environmental Enrichment
Gerbils
Presbyacusis
License: http://tobias-lib.uni-tuebingen.de/doku/lic_mit_pod.php?la=de http://tobias-lib.uni-tuebingen.de/doku/lic_mit_pod.php?la=en
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Inhaltszusammenfassung:

Die Altersschwerhörigkeit (im folgenden Presbyakusis), ist aufgrund ihrer hohen Prävalenz und in Anbetracht der immer älter werdenden Bevölkerung ein großes sozioökonomisches Problem, insbesondere in den Industrienationen. Die Presbyakusis führt nicht nur zur durch Kommunikationseinschränkungen bedingten sozialen Isolation der betroffenen Menschen, sie führt auch durch die notwendige Versorgung mit Hörhilfen und durch häufig gemeinsam mit der Presbyakusis vorkommende Komorbiditäten wie z.B. der Demenz, zu einer hohen finanziellen Belastung der Gesundheitssysteme. In Anbetracht dieser Tatsachen ist es von immenser Wichtigkeit, die Pathomechanismen der Presbyakusis zu erforschen, um zielführende Präventionsstrategien gegen die Presbyakusis entwickeln zu können. Von Untersuchungen am Menschen ist bekannt, dass dem Alterungsprozess durch physische Aktivität und psychische Anforderung entgegengewirkt werden kann. Das Ziel der vorliegenden Studie war es im Tiermodell zu prüfen, ob durch Aktivität der Verlust neuronaler Leistung und die alterungsbedingte Verschlechterung des Hörvermögens beeinflusst werden kann. Hierfür wurden Mongolische Wüstenrennmäuse (Meriones unguiculatus, Gerbil) über einen längeren Zeitraum in einer angereicherten Umgebung (engl. „environmental enrichment“, EE) gegenüber einer stimulationsdeprivierten Umgebung (engl. „deprived environment“, DE) gehalten. Der Einfluss der angereicherten und der stimulationsdeprivierten Umgebung wurde sowohl in jungen als auch älteren Tieren untersucht. Die Tiere wurden zu diesem Zweck über einen Zeitraum von 3-4 Monaten unter den entsprechenden Umgebungsbedingungen gehalten. In regelmässigen Abständen wurde das Hörvermögen durch Messung der auditorisch evozierten Hirnstammantwort und durch Analyse der otoakustischen Emissionen getestet. Die Ergebnisse zeigten, dass ältere Tiere nicht von einer stimulationsangereichterten Umgebung profitieren. Ihr Hörvermögen verschlechterte sich partiell sogar in höherem Maße im Vergleich zu Kontrolltieren. Dagegen zeigte sich ein kleiner -jedoch noch nicht signifikanter- Einfluss der stimulationsangereichterten Umgebung in jüngeren Wüstenrennmäusen, bei denen im Gegensatz zu Kontrolltieren die voranschreitende Abnahme der Hörleistung verringert war. Mit der vorliegenden Studie konnte daher ein erster Hinweis gegeben werden, dass sich eine angereicherte Umgebung mildernd auf die Verschlechterung der Hörschwelle in jungem aber nicht in fortgeschrittenem Alter auswirken könnte. Der experimentelle Ansatz, über die Haltung von Versuchstieren in einer angereicherten Umgebung eine geringere Ausprägung der Presbyakusis zu erreichen, könnte über ein erweitertes Studiendesign zur Aufklärung eines Puzzlesteins in diesem hochkomplexen Themengebiet beitragen.

Abstract:

Because of its high prevalence and in consideration of an aging society, presbyacusis represents a big socioeconomically problem especially in the industrial nations. Presbyakusis results not only an social isolation because of the difficulties in communication of the concerned groups, it also leads to an financial burden the health systems because of the hearing aids which are necessary for handycap-compensation and because of comorbidities of presbyacusis such as dementia. In the light of this fact it is of great importance to study the pathomechanisms of presbyacusis in order to develop prevention strategies. We know from studies at humans that the ageing process can be decelerated through physical activity and psychic requirements. The aim of this study was to proof , if the loss of the neural power and the age-related hearing loss can be affected through activity in an animal model. Therefore, Mongolian gerbils (Meriones unguiculatus) were held during a longer period in an Enviromental Enrichment (EE) counterparted to an deprived environment (DE). The influence of the different husbandry conditions was examined both at younger and at older animals. For that reason, the animals were held for 3 to 4 Month in the different husbandry conditions. Audiometric scans were made in constant intervals using auditory evoked brainstem responses and otoakoustic emissions. The results of this study show, that the older animals do not benefit from the stimulation-enriched environment. Partial the hearing of this animals got worse in comparison of the control group. In contrast a little- but not significant effect of the environmental enrichment could be observed at the young animals. Compared to the control group the proceeding of the hearing loss was reduced at the animal living in the enriched conditions. Within this study, a first indication could be shown that an enriched environment might have positive effects delaying the progress of hearing loss in an young age but not in the elderly. The experimental approach to reach a more limited impact of presbyacusis by keeping animals in an environmental enrichment could, maybe through an advanced study-design, help to get a new jigsaw piece in this complex topic.

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