Kognitive Profile und potentielle Serummarker für die Demenzfrüherkennung bei älteren Menschen mit depressiven Störungen

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URI: http://nbn-resolving.de/urn:nbn:de:bsz:21-opus-65663
http://hdl.handle.net/10900/49773
Dokumentart: Dissertation
Date: 2012
Language: German
Faculty: 7 Mathematisch-Naturwissenschaftliche Fakultät
Department: Psychologie
Advisor: Hautzinger, Martin (Prof. Dr.)
Day of Oral Examination: 2012-11-19
DDC Classifikation: 150 - Psychology
Keywords: Depression , Älterer Mensch , Demenz , Neuropsychologie
Other Keywords: Früherkennung , Abeta , CERAD
Elderly , Dementia , Early markers
License: Publishing license including print on demand
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Inhaltszusammenfassung:

Die aktuelle Forschung beobachtet Zusammenhänge zwischen Depression und Neurodegeneration. Dabei steht eine late-onset-Depression (LOD), mit einem Beginn nach dem 60ten Lebensjahr, im Zusammenhang mit dementiellen Prozessen, sowohl als Prodrom wie auch während einer Demenz (Blazer 2003). Eine early-onset-Depression (EOD), mit einem Beginn vor dem 60ten Lebensjahr, dahingegen stellt aufgrund neurotoxischer Effekte einen Risikofaktor für die Entwicklung einer Alzheimer Demenz (AD) dar (Ownby et al 2006). Um die Relation von Depression und Neurodegeneration zu untersuchen sind auch neuropsychologische Verfahren geeignet. Rapp und Kollegen (2005) zeigten, dass Personen mit einer LOD und vaskuläre Risikofaktoren, Defizite der Exekutivfunktionen hatten, wohingegen Personen mit einer EOD Gedächtniseinschränkungen aufwiesen. Neben Gedächtnismaßen eignen sich jedoch auch die Riechfähigkeit (Berg 2008) und Amyloidpeptide im Serum (Song et al 2011) zur AD-Früherkennung. Ausgehend von den Vorbefunden wurde erwartet, dass Personen mit einer EOD aufgrund anhaltender neurotoxischer Effekte auf hippocampale Strukturen schlechtere Gedächtnisleistung aufweisen. Dahingegen sollten Personen mit LOD bei erhöhtem kardiovaskulären Risiko Defizite in den Exekutivfunktionen aufweisen, jedoch bei einer Häufung von AD-Risikofaktoren eher Gedächtnisdefizite. Zudem wurde der Zusammenhang von Gedächtnis- und Riechleistung untersucht. Die Hypothesen wurden querschnittlich an den Daten der TREND-Studie, zur Früherkennung von Neurodegeneration, untersucht. Eine Stichprobe von N= 715 nicht-dementen Personen (Alter: M= 63.79; SD= 7.31) mit verschiedener Risikofaktoren für Demenz (insbesondere Depression N= 245), wurde aufwändig hinsichtlich u.a. kognitiver Leistung und Riechvermögen untersucht. Die Faktorenanalyse der neuropsychologischen Daten zeigte, dass die Stichprobe aufgrund eines zu hohen Anteils unspezifischer Varianz in den kognitiven Maßen, welche sich nicht durch spezifischen Faktoren erklären lies, für die Analyse nicht geeignet war. Es haben sich jedoch die erwarteten Gedächtnis- und Exekutivfunktionen als eigene Faktoren abgrenzen lassen, auch wenn diese für weitere Auswertungen nicht verwendet werden konnten, da diese auf einer zu geringen Datenbasis fußen. Eine Clusteranalyse sollte Untergruppen anhand zugrundeliegenden Pathologien identifizieren. Die Durchführung erfolgte mit Variablen der Kognition, Depressivität, Geruchsleistung, und Amyloidmarkern in verschiedenen Stichproben. Iin der Gesamtstichprobe wurden die bekannten Risikokohorten der Depressiven, Hyposmiker replizieren sowie eine Mehrheit gesunder Personen, aber auch eine Subkohorte kognitiv Beeinträchtigter. Bei den Stichproben der Personen mit einem Alter über 60 Jahren und der Stichprobe der Personen mit einer Depression zeigten sich keine der oben postulierten neuropsychologischen Profile im Zusammenhang mit den entsprechenden Depressionstypen. Vielmehr wurde ein enger Zusammenhang zwischen Depression und Serumkonzentration von Amyloidpeptiden deutlich, die im Zusammenhang mit unterschiedlichen kognitiven Defiziten stehen. Eine Varianzanalyse, die Gesunde und Personen mit einer EOD, jeweils getrennt nach dem Alterskriterium von 60 Jahren sowie Personen mit einer LOD hinsichtlich Gedächtnis und Exekutivfunktionen verglich, konnte nur eine schlechtere Gedächtnisleistung der Personen mit LOD feststellen. Diese stand jedoch nicht im Zusammenhang mit anderen Risikomarkern einer AD. Korrelationen zwischen der Geruchsidentifikation und Gedächtnisses bestanden vor allem bei störungsblinden Hyposmikern, was Annahmen zu Degeneration in neurophysiologisch benachbarten Regionen stützt. Die angenommenen kognitiven Profile konnten an dieser verhältnismäßig jungen Stichprobe vornehmlich gesunder Personen nicht gefunden werden. Dies spricht im Lichte der Vorbefunde an zumeist älteren Stichproben, mit über 80-Jährigen, für eine noch mangelnde Trennschärfe neuropsychologischer Verfahren in einer noch verhältnismäßig jungen Stichprobe.

Abstract:

It was the purpose of this study to identify in a cross-section analysis of a high risk sample for dementia profiles for the development of different types of dementia (Alzheimer, vascular). Therefore data of a sample of 715 people (age: , M= 63,79, SD= 7,31) with different risk factors for neurodegeneration (depression, hyposmia, RBD) have been gathered including CERAD-neuropsychological testbattery, serum markers, demographic data, movement analysis, olfactory performance and others. A factor analysis of the CERAD-testbattery showed memory and executive function as main factors in this sample although there was a profound portion unspecific variance. Subsamples of the cohort with history of depression, divided by age (younger and older than 60 years) and onset of depression (onset before or after 60 years) have been compared regarding memory and executive function. Only the sample of persons with earlier onst of depression and an age over 60 years showed significant memory impairments. This was interpreted as possibly an neurotoxic effect of the prolonged exposure to cortisol during depressive episode with derailment of the stress axis. A clusteranalysis over the whole sample with different variables which posed to be possible precursors of neurodegeneration did not bring conclusive results. Especially the marker of Abeta 40 and 42 in serum produced contradictive results. In total it was assumed that the variables used in this rather young sample for neurodegeneration are not selective enough at this point. An interesting secondary finding was that memory function and olfactory performance in smell identification were only associated in a sample of people you were not aware of their suffering from hyposmia. This suggests that olfactory before a such may be the most selective marker if subjective olfactory performance is considered as additional criteria.

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