Erregte Beziehungen. Beziehungsschemata, Affektregulierung und Psychodynamik im Narrativ von Kindern mit ADHS-Diagnose. Ein Prä-Post-Vergleich

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URI: http://nbn-resolving.de/urn:nbn:de:bsz:21-opus-51767
http://hdl.handle.net/10900/49462
Dokumentart: Dissertation
Date: 2010
Language: German
Faculty: 7 Mathematisch-Naturwissenschaftliche Fakultät
Department: Psychologie
Advisor: Hautzinger, Martin (Prof. Dr.)
Day of Oral Examination: 2010-07-14
DDC Classifikation: 150 - Psychology
Keywords: Aufmerksamkeits-Defizit-Syndrom , Psychodynamik , Narrativ , Familienbeziehung
Other Keywords: Beziehungsschemata , Affektregulierung , MSSB , mentale Repräsentationen
ADHD , Affectregulation , Psychodynamics , MSSB , Family relationships
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Inhaltszusammenfassung:

Ziel dieser Untersuchung war es, die von Kindern mit ADHS verinnerlichten Beziehungsrepräsentationen sowie ihre Affektregulierung vor und unter medikamentöser Behandlung zu untersuchen. Hierfür wurden die Narrative von 21 Kindern mit ADHS (14 Jungen und 7 Mädchen) im Alter von 9;6 Jahren mit denjenigen von 21 unauffälligen Kindern anhand des TüBa-Kodierungsmanuals (Günter, Di Gallo, Stohrer & Koch, 2005) verglichen. Die videographierten Narrative stellen Lösungsversuche von konflikthaft zugespitzten emotionalen Dilemmata dar, die den Kindern in Form von Geschichtenanfängen aus der MacArthur Story Stem Battery (MSSB, Bretherton, Oppenheim, Buchsbaum, Emde & The MacArthur Transition Network Narrative Group, 1990) präsentiert wurden. Im Längsschnitt wurden die Narrative der Kinder mit ADHS vor und nach zwölfwöchiger treatment-as-usual-Intervention inklusive medikamentöser Behandlung verglichen sowie mit der Beurteilung der hyperkinetischen Symptomatik durch Eltern und Lehrer und mit Selbsteinschätzungen bezüglich Depression und Angst. Im Querschnitt zeigten die von ADHS betroffenen Kinder in ihrem Narrativ weniger prosoziale und überraschenderweise auch weniger Konfliktthemen. In den aggressiven Themen unterschieden sich die Gruppen nicht. Die Ergebnisse bei den Elternrepräsentationen bestätigten die Hypothesen auf Einzelitemebene. Strukturell betrachtet waren die Narrative der Kinder mit ADHS inkohärenter, spannungs- und phantasieärmer. Für das emotionale Dilemma wurden vereinfachte Lösungen gefunden. Bezüglich der narrativen Affektregulierung erwies sich vor allem das Desorganisierte Erzählmuster als bedeutsam. Psychodynamisch betrachtet, konnten aus den Ergebnissen hinter der vordergründigeren, bekannten entgrenzt-aggressiven Symptomatik eine stark kontaktvermeidende Abwehrhaltung beschrieben werden. Die Hypothesen bezüglich der Prä-Post-Effekte konnten nicht bestätigt werden, da sich bei den Kindern mit ADHS weder bei den Beziehungsrepräsentationen noch bei der Affektregulerierung spezifische Veränderungen zeigten. Die Ergebnisse der vorliegenden Arbeit unterstreichen, dass eine alleinige medikamentöse Behandlung nicht ausreicht, um die seit Jahren entwickelten und entsprechend gefestigten Affektregulierungsstrategien und Beziehungsschemata zu verändern.

Abstract:

This study used a German version of the MacArthur Story Stem Battery (MSSB, Bretherton, Oppenheim, Buchsbaum, Emde & The MacArthur Transition Network Narrative Group, 1990) to examine mental relational representation characteristics, and affect regulation, in children aged between seven and eleven. 21 children with ADHD were compared to a matched control group. The second aim was to investigate the effects on these mental representations of a twelve-week treatment-as-usual-intervention with medication. Compared to the control group the narratives of children with ADHD showed fewer prosocial and conflict themes, but an equal number of aggressive themes. The narratives showed more verbally aggressive and laissez-faire mother representations, as well as fewer disciplinary father representations. On a structural level, their narratives showed more incoherence and the story stems' conflict was addressed in a simplified manner. In affect regulation a disorganized pattern proved to be significant. A psychodynamic approach revealed that behind the characteristic ADHD aggressive/ out of bounds behaviour lay an avoidant mode of approaching relationships. No significant pre-post-effects could be identified. Significant correlations with the WISC underline the importance of cognitive abilities to affect regulation.

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