Fractional vortices in Josephson tunnel junctions with a ferromagnetic interlayer

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Zitierfähiger Link (URI): http://nbn-resolving.de/urn:nbn:de:bsz:21-opus-44880
http://hdl.handle.net/10900/49372
Dokumentart: Dissertation
Erscheinungsdatum: 2010
Sprache: Englisch
Fakultät: 7 Mathematisch-Naturwissenschaftliche Fakultät
Fachbereich: Physik
Gutachter: Kleiner, Reinhold (Prof. Dr.)
Tag der mündl. Prüfung: 2010-01-11
DDC-Klassifikation: 530 - Physik
Schlagworte: Supraleitung , Josephson-Effekt
Freie Schlagwörter: 0-pi Kontakt , Supraleiter/Ferromagnet Heterostrukturen , Semifluxon
Superconductivity , Josephson effect , 0-pi junction , Superconductor/ferromagnet heterostructures
Lizenz: http://tobias-lib.uni-tuebingen.de/doku/lic_mit_pod.php?la=de http://tobias-lib.uni-tuebingen.de/doku/lic_mit_pod.php?la=en
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Inhaltszusammenfassung:

Im Rahmen dieser Arbeit wurden Josephson Tunnelkontakte untersucht, die eine ferromagnetische Zwischenschicht aufweisen, sogenannte SIFS (Supraleiter-Isolator-Ferromagnet-Supraleiter) Kontakte. Reguläre 0 Kontakte haben eine Strom-Phasen-Beziehung von I=Ic sin(mu) mit Ic>0. Zusätzlich bieten SIFS Kontakte die Möglichkeit, pi Josephsonkontakte zu realisieren. In diesen Strukturen ändert sich das Vorzeichen der supraleitenden Wellenfunktion über den Kontakt um pi. Die Strom-Phasen-Beziehung ist I=Ic sin(mu) mit Ic<0. Hat der Ferromagnet eine Stufe, so ist es möglich, 0-pi Kontakte herzustellen. Im Grundzustand eines 0-pi Kontaktes ist die Phasendifferenz im 0 Bereich 0, im pi Bereich ist sie pi. Sind die kritischen Stromdichten in beiden Bereichen eines 0-pi Kontaktes identisch, so zeichnet sich der Grundzustand durch einen um die Phasengrenze zirkulierenden Ringstrom aus. Der Ringstrom ist mit einem magnetischen Fluss Phi<Phi_0/2 verbunden, wobei Phi_0=h/2e das magnetische Flussquantum ist. Der zirkulierende Ringstrom wird demnach Semifluxon genannt. Im Rahmen dieser Arbeit werden Tripletts untersucht. Unter einem Triplett verstehen wir einen 0-pi Kontakt mit seinen entsprechenden 0 und pi Referenzkontakten. Sowohl Proben unterschiedlicher Geometrie (linear und kreisförmig) als auch unterschiedlicher Länge (kurz bis lang) sind Gegenstand der Untersuchung. Alle Proben sind in Überlapp-Geometrie realisiert. In der vorliegenden Arbeit werden zwei Fragestellungen bearbeitet: Einerseits soll untersucht werden, ob die zusätzliche ferromagnetische Zwischenschicht von SIFS Kontakten die reguläre Josephsonphysik modifiziert, z.B. ob es zu zusätzlichen Rauschbeiträgen kommt. Die Fragestellung wird sowohl im thermischen als auch im Quantenregime erörtert. Die zweite Zielsetzung dieser Arbeit ist, die 0-pi Phasengrenze und das damit verbundene Semifluxon genau zu charakterisieren. Zunächst werden die dynamischen und statischen Probeneigenschaften bestimmt, indem einerseits Strom-Spannungs Kennlinien (IV Kennlinien) und andererseits die Abhängigkeit des kritischen Stromes vom angelegten Magnetfeld (Ic(B)) gemessen wurden. Die Experimente wurden in einem 4He- und 3He-Kryostaten durchgeführt. Ein Ergebnis der Untersuchungen ist, dass die Ic(B) Messkurven der Referenzkontakte und auch der 0-pi Kontakte leicht aus dem Nullfeld verschoben sind. Zudem weisen die Seitenmaxima unterschiedliche Höhen auf und erscheinen leicht deformiert. Dieses Verhalten führen wir auf eine Restmagnetisierung der ferromagnetischen Zwischenschicht zurück. Die dynamischen Eigenschaften der Referenzkontakte weisen keinerlei Unterschiede zur konventionellen Josephsonphysik auf. Je nach experimentellen Bedingungen konnten wir reguläre Fiske-Stufen, Nullfeldstufen und Shapiro-Stufen nachweisen. Für die SIFS 0-pi Kontakte konnten wir erstmals halbzahlige Nullfeldstufen verifizieren. Im Limit langer 0-pi Kontakte konnten wir ebenfalls erstmals metastabile Fluxon/Semifluxon-Konfigurationen im Experiment ermitteln. Um Aktivierungsmechanismen der Josephsonphase zu untersuchen, wurden Schaltstatistikmessungen in einem Mischkryostaten durchgeführt. Die effektive Barrierenhöhe von kurzen Kontakten wurde sowohl in Abhängigkeit von angelegtem Magnetfeld, als auch bei unterschiedlichen Temperaturen untersucht. Der Vergleich von Experiment und numerischen Simulationen ergibt, dass die effektive Barrierenhöhe von kurzen SIFS Kontakten in sehr guter Übereinstimmung durch reguläre Josephsonphysik beschrieben werden kann. Für unterschiedliche Temperaturen stimmt die experimentell ermittelte Aktivierungstemperatur hervorragend mit der Badtemperatur überein (sowohl für 0, pi als auch für 0-pi Kontakte). In Mikrowellenspektroskopiemessungen konnten wir harmonische, subharmonische und superharmonische Anregungsvorgänge nachweisen. Zusammenfassend lässt sich feststellen, dass wir Konsequenzen der ferromagnetischen Zwischenschicht auf die SIFS Kontakte nachweisen können. Allerdings konnten wir keine zusätzlichen Rauschterme ermitteln, die sich auf den Ferromagneten zurückführen lassen. Die Einsetzbarkeit von SIFS Kontakten für Anwendungen im Quantenregime wird also nicht durch schlechte Rauscheigenschaften limitiert. In vielen Fällen jedoch werden SIFS Kontakte hervorragend durch reguläre Josephsonphysik beschrieben. In Bezug auf die 0-pi Kontakte haben wir ein tiefes Verständnis für und Einsichten in die Physik der Semifluxonen gewonnen. Das Semifluxon konnte in vielen Experimenten beobachtet werden, ganz so, wie es theoretische Beschreibungen vorhergesagt haben.

Abstract:

In this thesis, we study Josephson tunnel junctions with a ferromagnetic interlayer, so-called SIFS (superconductor-insulator-ferromagnet-superconductor) Josephson junctions. Conventional 0 Josephson junctions have a current phase relation I=Ic sin(mu) with Ic>0. In contrast, SIFS Josephson junctions provide the possibility to realize pi junctions. In such structures the superconducting wave function changes its sign across the barrier, ie, shifts its phase by pi. The current phase relation of pi junctions reads I=Ic sin(mu), formally with Ic<0. Using a step-like thickness of the ferromagnetic barrier, allows to fabricate so-called 0-pi Josephson junctions. The ground state phase in such junctions has a value of 0 deep inside the 0-region, and a value of pi deep inside the pi region. Supposed that the critical current densities in both halves of the 0-pi junction are equal, the ground state of the system consists of a spontaneously formed vortex of supercurrent circulating around the 0-pi boundary. This supercurrent corresponds to a local magnetic flux Phi<Phi_0/2, where Phi_0=h/2e is the magnetic flux quantum. Thus, the localized magnetic field is called semifluxon. In the framework of this thesis, we examine triplets, 0-pi junctions with their respective 0 and pi reference junctions. Samples of different geometries (linear and annular) and of different lengths (ranging from the short to the long junction limit) are available. The junctions are realized in overlap geometry. The aim of this thesis was twofold: First, we wanted to figure out whether the additional ferromagnetic interlayer of SIFS junctions modifies the Josephson physics or leads to additional noise contributions in contrast to conventional SIS Josephson junctions, both in the thermal and in the quantum regime. As a second aim, we studied the properties of 0-pi junctions and characterized the associated fractional flux in detail. We determined the static and dynamic properties of our samples by measuring current-voltage characteristics, IVCs, and by measuring the critical current Ic vs. applied magnetic field B, Ic(B). The experiments were performed using a standard 4He- and 3He-cryostat. As a result, Ic(B) of the reference junctions and of the 0-pi junctions showed a small offset from zero magnetic field. Additionally, Ic(B) of the 0-pi Josephson junctions revealed an asymmetric height of the maxima and bumped side minima. This behavior is most likely due to a finite magnetization of the ferromagnetic layer. Regarding the dynamic properties of the reference junctions, we observed no discrepancy from standard Josephson physics. Depending on the respective experimental conditions, Fiske steps, zero field steps and Shapiro steps were verified, exactly as expected from theory. In case of short 0-pi junctions, half-integer zero field steps were experimentally verified on the IVCs for the first time. Additionally, we presented the first experimental observation of various metastable fluxon/semifluxon configurations in long 0-pi junctions. Switching current measurements were performed in a dilution refrigerator to study escape mechanisms of the Josephson phase in SIFS junctions. The effective potential height as a function of magnetic field and as a function of temperature was examined using samples in the short limit. Numerical simulations showed, that the activation energy of SIFS Josephson junctions vs. magnetic field can be described in the framework of standard short Josephson junction theory. Performing switching current measurements at different temperatures revealed, that the escape temperatures coincided perfectly with the bath temperatures, for 0, pi as well as 0-pi coupling. Using microwave spectroscopy, we observed harmonic, subharmonic and superharmonic pumping. The experimental data of the eigenfrequencies of short and intermediate length samples showed a perfect agreement with the pointlike junction theory. Overall we conclude, that we do observe peculiarities of the ferromagnetic interlayer in SIFS Josephson junction. Nevertheless, we did not find any indication for additional noise contributions due to the presence of the ferromagnetic layer. Thus, regarding quantum applications, the usability of SIFS Josephson junctions is not restricted due to poor noise properties. In many aspects, short SIFS samples are well described by the short Josephson junction theory. In the case of 0-pi junctions, we developed a deep understanding of the associated fractional flux. Its occurrence was experimentally observed in several experiments, as it had been predicted in theory.

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