Neuropsychologische Diagnostik haptischer Wahrnehmungsleistungen bei Erwachsenen mit erworbenen schweren Hirnschädigungen

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URI: http://nbn-resolving.de/urn:nbn:de:bsz:21-opus-10985
http://hdl.handle.net/10900/48548
Dokumentart: Dissertation
Date: 2004
Language: German
Faculty: 7 Mathematisch-Naturwissenschaftliche Fakultät
Department: Sonstige - Informations- und Kognitionswissenschaften
Advisor: Preilowski, Bruno
Day of Oral Examination: 2004-02-04
DDC Classifikation: 004 - Data processing and computer science
Keywords: Tastwahrnehmung , Hirnschädigung , Wahrnehmungsstörung , Hierarchie , Agnosie
Other Keywords: haptische Wahrnehmungsstörung , taktile Agnosie , Hierarchie von Tests , Komplexität
haptic perception , tactual perception , brain damage , tactile agnosia , hierarchy of tests
License: xmlui.dri2xhtml.METS-1.0.item-dc-rights_value_ubt-nopod
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Inhaltszusammenfassung:

In Alltagshandlungen und exekutiven Testaufgaben enthaltene haptische Wahrnehmungsleistungen werden bisher selten Gegenstand der neuropsychologischen Untersuchung. Es fehlen geeignete haptische Tests, die über das Niveau der Stereognosieprüfung von Einzelobjekten hinausgehen. In der Studie wurden vier standardisierte haptische Aufgaben und ein Test zur Sensibilitätsprüfung 56 gesunden Versuchspersonen und 78 Patienten mit schweren erworbenen Hirnschädigungen vorgelegt. Es wurde geprüft, ob die Testaufgaben in eine hierarchische Abstufung aufgrund ihrer Komplexität und Schwierigkeit einzuordnen sind und ob sich aus der Abstufung der Testaufgaben differenzierte Störungsprofile der Patienten ergeben. Die Tests konnten entsprechend ihres Komplexitätsindex hierarchisch geordnet werden. Zwei Schwierigkeitsstufen mit einfachen vs. komplexen Tests wurden differenziert. 69 % der Patienten wurden vier typischen Störungsprofilen zugeordnet. Schwere Leistungsstörungen wurden im Rahmen eines Modells des Leistungsabbaus nach Hirnschädigung als Rückgang auf ein niedrigeres Niveau der haptischen Wahrnehmungsorganisation interpretiert. Die Ergebnisse wurden im Hinblick auf das klassische Konzept der taktilen Agnosie mit ihrer lokalisatorischen Bedingung einer Schädigung im posterioren Parietallappen diskutiert. Vier Patienten mit und 9 Patienten ohne parietale Läsion aus der Studie wiesen die Leistungsdissoziation einer taktilen Agnosie auf. Es wird dafür plädiert, neuropsychologische Störungen nach Leistungsausfällen zu definieren und sie von lokalisatorisch definierten Syndromen abzugrenzen. Für die klinisch beobachtbaren und messbaren haptischen Leistungsstörungen wird die neuropsychologische Definition „haptisch- räumliche Wahrnehmungsstörungen“ vorgeschlagen.

Abstract:

Performances of haptic perception are rarely assessed in the neuropsychological investigation because of a lack of appropriate tests. A battery of haptic and somatosensory tasks had been administered to 56 healthy adults and 78 patients with acquired severe brain damage. As a result the tasks could be ordered into a hierarchy according to their index of complexity. Two levels of difficulty had been dissociated. 69 % of the patients showed typical profiles of disorder. Severe disorder had been interpreted as a regression to a lower level of haptic perceptual organization. Four patients with and nine patients without a parietal lesion showed a dissociation of performance typical to tactile agnosia. It is proposed to substitute the classical model of tactile agnosia through the neuropsychological definition “ haptic-spatial perceptual disorder”.

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