Auf dem Wege zu einem neuen, aktiven Heimatverständnis. Begriffsgeschichte als Problemgeschichte

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URI: http://nbn-resolving.de/urn:nbn:de:bsz:21-opus-61806
http://hdl.handle.net/10900/47940
Dokumentart: (wissenschaftlicher) Artikel
Date: 1983
Source: Der Bürger im Staat, Bd. 33, 1983, Weinmann, S. 211-216
Language: German
Faculty: 6 Wirtschafts- und Sozialwissenschaftliche Fakultät
Department: Empirische Kulturwissenschaft
DDC Classifikation: 390 - Customs, etiquette and folklore
Keywords: Heimatgefühl , Vaterland , Heimatkunstbewegung
License: Publishing license excluding print on demand
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Inhaltszusammenfassung:

Von Augustinus sind Betrachtungen über das Problem der Zeit überliefert, die einsetzen mit Hinweisen auf die Schwierigkeit des Problems. „Was ist also die Zeit?", fragt Augustinus. Seine vorläufige, bescheidene Antwort: „Solange mich niemand danach fragt, ist es mir, als wüßte ich es; fragt man mich aber und soll ich es erklären, dann weiß ich es nicht mehr." Eine erste Antwort auf die Frage nach Heimat könnte genau so lauten. Es gibt Wörter, bei denen die jahrhundertelange Benützung nicht dazu geführt hat, daß die alten Bedeutungen abgeschliffen wurden und die jetzige Substanz glatt und klar zutage tritt, die vielmehr die Nuancen früheren Gebrauchs als kaum sichtbare Ablagerungen mit sich tragen und deshalb von jeder Seite wieder etwas anders aussehen. In unserem Alltag, in der Umgangssprache, haben wir es ständig mit solchen Begriffen zu tun. Die Sprachsoziologen haben inzwischen eingesehen, daß in vielen Fällen nicht die Präzision der Begriffe, sondern gerade die Unschärfe und Mehrdeutigkeit des Gesagten die Kommunikation aufrechterhält und entlastet. Für den wissenschaftlichen Umgang mit Begriffen ist dies aber kein Vorbild.

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