From Immigration to Integration: Four Essays on Economic Aspects of the Transition Process

DSpace Repository


Dateien:

URI: http://nbn-resolving.de/urn:nbn:de:bsz:21-opus-54284
http://hdl.handle.net/10900/47822
Dokumentart: Dissertation
Date: 2011
Language: English
Faculty: 6 Wirtschafts- und Sozialwissenschaftliche Fakultät
Department: Wirtschaftswissenschaften
Advisor: Kohler, Wilhelm (Prof. Dr.)
Day of Oral Examination: 2011-02-02
DDC Classifikation: 330 - Economics
Keywords: Zuwanderung , Einwanderung , Integration
Other Keywords:
Immigration
License: Publishing license including print on demand
Order a printed copy: Print-on-Demand
Show full item record

Inhaltszusammenfassung:

Die Wanderung von Personen in ein anderes Land und ihre Integration in dessen Gesellschaft stellen einen langwierigen und komplexen Prozess dar. Dieser beginnt mit dem ersten Plan einer Person ihr Heimatland zu verlassen. Er endet erst, wenn sich Zuwanderer nicht mehr stärker assimilieren und sich nicht mehr stärker mit Einheimischen vernetzen. Die Promotionsschrift gibt einen einleitenden Überblick über die ökonomische Bedeutung von Wanderung und Integration. In vier in sich abgeschlossen Kapiteln werden Teilaspekte untersucht, die bisher wenig Aufmerksamkeit in der ökonomischen Forschung erhalten haben. Wie entscheiden sich Migranten für ein Zielland? Im zweiten Kapitel wird die Bedeutung von sozio-ökonomischen und institutionellen Determinanten, insbesondere Arbeitsmarktinstitutionen, für die Ziellandwahl von Migranten untersucht. Für die Analyse wird ein großer Datensatz verwendet, der auf Mikrodaten aus Deutschland, Frankreich, Großbritannien und den USA basiert. Die Ziellandwahl von Migranten wird mit einem Multinomial Choice Modell untersucht. Die Ergebnisse zeigen, dass neben Löhnen, Arbeitslosigkeit und sozialen Netzwerken Arbeitsmarktinstitutionen sowie Bildungs- und Gesundheitssysteme eine wichtige Rolle für Wanderungsentscheidung spielen. Zehrt die Bildungsentscheidung den ,,Immigration Surplus'' auf? Viele Länder verfolgen eine Zuwanderungspolitik, die darauf abzielt hochqualifizierte Arbeitnehmer anzuziehen. Borjas (2005) hat in einer bahnbrechenden Arbeit gezeigt, dass unter der Annahme perfekter Arbeitsmärkte Zuwanderung tatsächlich zu einem Wohlfahrtsgewinn für die einheimische Bevölkerung, dem sogenannten "Immigration Surplus", führt. Allerdings basiert diese Argumentation auf der impliziten Annahme, dass sich die Qualifikationsstruktur der Einheimischen nicht ändert. Im dritten Kapitel zeige ich theoretisch, dass sich weniger Einheimische für ein hohes Qualifikationsniveau entscheiden, wenn sie die Zuwanderung hochqualifizierter Ausländer erwarten.Dies führt dazu dass der positive Wohlfahrtseffekt ihrer Zuwanderung zurückgeht. Die Erwartung n hochqualifizierter Zuwanderung kann sogar zu Wohlfahrtsverlusten führen, wenn diese gar nicht realisiert wird. Warum leiden Ausländer am meisten unter der hohen Arbeitslosigkeit in Deutschland? Man kann beobachten, dass zyklische Schwankungen am Arbeitsmarkt sich deutlich stärker in den Arbeitslosenraten von Zuwanderern als in denjenigen von Einheimischen niederschlagen. Das vierte Kapitel präsentiert mögliche Erklärungen für die stärkeren Schwankungen der Arbeitslosigkeit von Zuwanderern und prüft ihre empirische Relevanz mit Hilfe des Sozio-ökonomischen Panels. Hierfür wird der Unterschied zwischen In- und Ausländerarbeitslosigkeit in eine Grund- und eine Arbeitsmarktlagekomponente zerlegt. Meine Ergebnisse deuten darauf hin, dass bei Vollbeschäftigung der Inländer die Arbeitslosenrate von Ausländern bei 5,6 Prozentpunkten liegen würde (Grundkomponente). Bei einer Erhöhung der Gesamtarbeitslosenrate um einen Prozentpunkt steigt die Arbeitslosigkeit von Ausländern um 0,7 Prozentpunkte mehr als die Arbeitslosigkeit von Inländern (Lagekomponente). Der Großteil dieses Unterschieds, 3/4 der Grund- und 4/5 der Lagekomponente, können mit Unterschieden im klassischen Humankapital (Bildungsabschlüsse und Arbeitserfahrung) erklärt werden. Wird zusätzlich für die Sprachfähigkeit von Zuwanderern kontrolliert, wird die Lagekomponente insignifikant und die Grundkomponente halbiert sich. Wenn man zusätzlich Kontrollen für das soziale Netzwerk einführt, wird auch die Grundkomponente insignifikant. Damit können Humankapital und soziales Netzwerk unter Umständen den Unterschied zwischen In- und Ausländer Arbeitslosigkeit vollständig erklären. Warum soll man Bildungsanforderungen für die Einbürgerung stellen? Obwohl die Einbürgerung ein wichtiger Schritt hin zur Integration von Zuwanderern ist, gibt es bisher kaum (ökonomische) Arbeiten zur Einbürgerungspolitik. Im fünften Kapitel wird der Effekt von Qualifikationsanforderung für die Einbürgerung untersucht. Diese haben einen Effekt auf die Qualifikationsstruktur der Zuwanderbevölkerung in einem Land und, insofern diese mit der fiskalischen Bilanz eines Zuwanderers verbunden ist, auch auf die Wohlfahrt der Einheimischen. Es wird gezeigt, dass es ein optimales Niveau für die Qualifikationsanforderungen für Einbürgerung geben kann, das weder extrem hoch noch extrem niedrig ist. In einem weiteren Schritt wird untersucht, wie sich andere Wirkungskanänle von Einbürgerungspolitik auf dieses optimale Niveau auswirken. Die Ergebnisse implizieren, dass in Bezug auf Zuwandererkinder eine Staatsangehörigkeit nach Abstammung, "ius sanguinis", einer Staatsangehörigkeit nach Geburtsland, "ius soli", vorzuziehen ist. Allerdings gibt es, wie im Kapitel dargestellt, auch starke Argumente für eine Staatsangehörigkeit nach Geburtsland.

Abstract:

Migration of people from one country to another and their integration into the society of the destination country constitute a long and complex process. This process begins with the first plan of a person to leave her home country. It does not end until the immigrant stops assimilating and intensifying social networks to natives. In the introductory part of the dissertation an overview of the economic relevance of migration and integration shall be given. In four self-contained chapters aspects that have not gained much attention by economic research up to now shall be analyzed. How do migrants choose their destination country? In the second chapter, we analyze the effects of socio-economic and institutional determinants, especially labor-market institutions, on migrants' location choices. Based on a large data set constructed from micro-data for France, Germany, the UK, and the US, we study their decisions to migrate to one of the four countries using a Multinomial Choice framework. Our estimates confirm a number of conventional results, such as positive effects of wages and immigrant networks and negative effects of unemployment rates. In addition, we find that union coverage and unemployment benefits tend to have negative effects, while employment protection does not have a clear-cut impact on migration. There are indications of "insider-outsider effects". Also, good education and health systems tend to attract migrants, while generous pension systems deter them. Does Educational Choice Erode the Immigration Surplus? In most cases, immigration does not occur as a single, unexpected event. Thus, natives can take immigration into account when making their education decision. Analyzing the effects of immigration on native welfare, the adjustment of the native educational structure has to be considered. The third chapter shows that this decreases the positive effect of immigration on native welfare. Actually, it is not the ultimately realized immigration but the expectations which natives have on immigration that is crucial for their education decision. These expectations strongly affect native welfare. The higher expected immigration relative to realized immigration, the lower native welfare. High Unemployment in Germany: Why do Foreigners Suffer Most? In Germany, immigrant unemployment is not only higher than native unemployment. It also reacts more to changes in the situation on the labor market. Decomposing the gap between native and immigrant unemployment into a baseline and a labor-market situation component, I find in the fourth chapter that the unemployment rate of immigrants would lie at 5.6 percentage points for zero native unemployment (the baseline component of the gap). An increase in overall unemployment by 1 percentage point leads to a 0.7 percentage point higher increase in immigrant unemployment than in native unemployment (the situation component). The large part of this difference, about 3/4 of the baseline and 4/5 of the situation component, can be explained by differences in the endowments with classical human capital (educational degrees and experience) between immigrants and natives. Also controlling for country-specific human capital, particularly language skills, the situation component becomes insignificant and the baseline component again decreases by 1/2. Adding controls for social networks, the baseline effect also becomes insignificant. Thus, human capital and social networks can possibly fully explain the difference between native and immigrant unemployment in Germany. Why Applying Educational Requirements for Naturalization? Although naturalization is an important step towards the integration of immigrants, up to now there are very few economic papers on naturalization policy. In the fifth chapter the effects of skill requirements for naturalization are analyzed. These requirements affect the skill structure of the immigrant population in a country and also the welfare of natives, as long as the skill structure is connected with the fiscal balance of an immigrant. It is shown that there can be an optimal level of skill requirements for naturalization that is neither extremely high nor extremely low. In a further step the chapter analyzes how this optimal level is affected by other modes of action of naturalization policy. With regard to the children of immigrants this implies that a ius sanguinis legislation should be preferred to a ius soli legislation. However, as discussed in the chapter, there are also strong arguments for a ius soli legislation.

This item appears in the following Collection(s)