Zwischen Grün und Braun - Volkstumsideologie und Heimatpflegenach dem Ersten Weltkrieg

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URI: http://nbn-resolving.de/urn:nbn:de:bsz:21-opus-48714
http://hdl.handle.net/10900/47742
Dokumentart: (wissenschaftlicher) Artikel
Date: 1982
Source: Religions- und Geistesgeschichte der Weimarer Republik: [6. Tübinger Religionswissenschaftliche Ringvorlesung], 1982
Language: German
Faculty: 6 Wirtschafts- und Sozialwissenschaftliche Fakultät
Department: Empirische Kulturwissenschaft
DDC Classifikation: 300 - Social sciences, sociology and anthropology
Keywords: Geschichte , Religion
License: Publishing license excluding print on demand
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Inhaltszusammenfassung:

„Seltsam, dieses Bürgertum. (Und in Deutschland sind alle Bürger.) Seltsam dieses starre Festhalten an Formen, die leer sind, an Dingen, die es eigentlich nicht mehr gibt. Vorbei, vorbei — fühlt Ihr das nicht?" So schrieb und fragte Kurt Tucholsky1 im Jahr 1920, und er hätte wohl die Vorstellungen von Volkstum und die zentralen Gegenstände der Heimatpflege zu den Dingen gerechnet, die es eigentlich gar nicht mehr gibt. Volkstum und Heimat — das sind zumindest eher biedere Vorstellungen, und tatsächlich geht es hier weniger um philosophische Entwürfe und theologische Sinndeutungen, es geht um sehr viel banalere Dinge. Meine Ausgangsbasis sind eine Reihe von Zeitschriften, die meisten herausgegeben von Heimatverbänden, Zeitschriften, in denen die Landschaft und Geschichte einer Region behandelt, Bauten und Naturdenkmäler gezeigt, Bräuche und Trachten präsentiert werden. Die Herausgeber und die Verfasser waren brave Gelehrte und wackere Dilettanten, höchst zivil und gut bürgerlich. Die Vereinseitelkeit hielt sich in diesen Kreisen in Grenzen, aber gelegentlich ist dann doch eine Fotografie von den Vorständen und Beiräten zu sehen, alles gestandene, seriöse, pflichtbewußte Herren, die sich in schlichter Vornehmheit und gediegener Freundlichkeit auf den Bildern zeigen (man ist nicht verwundert, daß man in den Bildlegenden auf Titel wie Geheimrat und Gymnasialprofessor trifft), Herren, denen man quasi ansieht, daß sie alle das Beste wollen.

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