Vom aggregierten und extrapolierten Weltfrieden : Plädoyer für einen integrierten Ansatz des demokratischen Friedens

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URI: http://nbn-resolving.de/urn:nbn:de:bsz:21-opus-29659
http://hdl.handle.net/10900/47537
Dokumentart: ResearchPaper
Date: 2006
Source: Tübinger Arbeitspapiere zur Internationalen Politik und Friedensforschung ; 47
Language: German
Faculty: 6 Wirtschafts- und Sozialwissenschaftliche Fakultät
Department: Politikwissenschaft
DDC Classifikation: 320 - Political science
Keywords: Demokratie , Friede
Other Keywords:
democracy , war , peace
License: Publishing license excluding print on demand
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Inhaltszusammenfassung:

Wenngleich erste wichtige Ansätze insbesondere durch Mitchell und Ray erarbeitet wurden, sind überzeugende und umfassende Aussagen über den Zusammenhang zwischen dem Grad globaler Demokratisierung und dem systemischen Gewaltniveau bislang nur in beschränktem Rahmen möglich. Die genannten Defizite der vorgestellten Ansätze sprechen für die Entwicklung eines integrierten Erklärungsansatzes, welcher Wirkungsfaktoren der dyadischen und der systemischen Ebene sowie ihre gegenseitige Beeinflussung gleichermaßen berücksichtigt. Die skizzierten Elemente eines solchen Ansatzes deuten auf einen abnehmenden Grenznutzen von Demokratisierungen in Folge mittelbarer systemischer Effekte hin. Danach resultiert jede Demokratisierung in einer Abnahme des friedensfördernden Effekts der folgenden, bis dieser gleich null ist. Empirisch bestätigt, würde ein solcher integrierter Ansatz „demokratischen Kreuzzügen“ im Namen des globalen Friedens die erforderliche Legitimität entziehen und damit einen wichtigen Beitrag gegen den Missbrauch der Theorie des demokratischen Friedens zur öffentlichen Rechtfertigung militärischer Zwangsdemokratisierungen leisten. Neben der umfassenden theoretischen Konzeptualisierung eines solchen integrierten Ansatzes ist hierzu zunächst die Validität des unterstellten asymptotischen Verlaufs des systemischen Gewaltniveaus gegenüber dem linear abfallenden Verlauf bestehender Erklärungsansätze empirisch zu untersuchen. Insbesondere die Bestimmung des kritischen Grades globaler Demokratisierung, ab welchem der Grenznutzen jeder weiteren Demokratisierung sinkt, ist von besonderer Bedeutung, um Rückschlüsse auf aktuelle reale Entwicklungen und Prognosen hinsichtlich der friedensfördernden Wirkung zukünftiger Demokratisierungen zu ermöglichen.

Abstract:

Scientific conclusions about the correlation between the grade of global democratization and of systemic niveau of violence are still not persuasive and only able in a restricted manner. The paper works out deficits of the existing apporoaches and tries to outline an integrated approach, which regards also the dyadic and systemic level as well as their interference. The outlined elements of such an approach point to a diminishing marginal utility of democratizations in succession of indirect systemic effects. After this, every democratization is resulting in a diminishing peace advancement effect, until it is zero. If empirically confirmed, such an integrated approate would avoid the affordable legitimacy of "democratic crusades" and would give an important contribution against the misues of the theory of democratic peace in the name of public justification by military democratical coercions.

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