Les établissements religieux en Flandre (XIe, XIIe siècles) et la territorialisation

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URI: http://nbn-resolving.de/urn:nbn:de:bsz:21-opus-59644
http://hdl.handle.net/10900/46931
Dokumentart: (wissenschaftlicher) Artikel
Date: 2011
Language: German
Faculty: 5 Philosophische Fakultät
Department: Geschichte
DDC Classifikation: 900 - History
Keywords: Flandern , Kloster , Territorium
License: Publishing license including print on demand
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Inhaltszusammenfassung:

Die Grafschaft Flandern gilt in der Forschung stets als ein besonders frühes Beispiel für die Territorialisierung. In diesem Prozess nahmen der Burgenbau, die Einrichtung der Kastellaneien, das Lehnswesen, die Gottesfriedensbewegung aber auch die Städte eine bedeutende Stellung ein. Im vorliegenden Beitrag geht es darum, zu zeigen, inwiefern die Klöster und Stifte der Grafschaft Flandern zur Territorialisierung beigetragen haben. Ein wichtiger Aspekt hierfür ist die Errichtung eines flächendeckenden Netzes von gräflichen Klöstern und Stiften. Neben den alten Gründungen begannen die Grafen ab dem 10. Jahrhundert an der westlichen Peripherie der Grafschaft, Klöster und Stifte zu gründen, bevor sie sich ab der Mitte des 11. Jahrhunderts mehr dem inneren Bereich ihres Herrschaftsgebiets zuwandten. Auffallend ist in der Gründungspolitik der Grafen eine offensichtliche Vorliebe für Stifte. Dies lässt sich durch die unterschiedlichen Funktionen von Klöstern und Stiften erklären. Meist in den zentralen Orten der Kastellaneien errichtet, sollten die Stifte den Graf und seine Stellvertreter nicht nur im spirituellen Bereich unterstützen, sondern auch administrative Aufgaben übernehmen. Die Errichtung von Stiften hatte zudem finanzielle Vorzüge, war doch die Zahl der Kanoniker im Gegensatz zur Zahl der Mönche in den Klöstern durch die Zahl der Präbenden begrenzt. Die Klöster selbst scheinen den Grafen hingegen vor allem im spirituellen Bereich und in seiner Friedenspolitik unterstützt zu haben. Um so wichtiger war es daher, die Integrität dieser Einrichtungen zu wahren. Und so agierten die Grafen von Flandern seit Ende des 10. Jahrhunderts als Förderer von Reformen. Als Hochvogt nahezu aller flämischen Klöster bot sich dem Grafen mit der Reform nicht selten die Gelegenheit, die oft in Vergessenheit geratenen Beziehungen zwischen ihm und seinen Untervögten wieder in Erinnerung zu rufen. Die Unterstützung der Reformen von Klöstern und Stiften aufsteigender adliger Familien, diente dem Grafen schließlich dazu, deren wachsenden Einfluss einzudämmen. Auch wenn sich der Graf der Reform seiner eigenen Stifte selbst nicht entziehen konnte, sicherte er sich nicht selten wichtige Privilegien zu. Ein dritter Bereich, in dem Klöster und Stifte zur Territorialisierung beitrugen, war deren intellektuelles Schaffen. In den religiösen Einrichtungen entstanden Werke, die nicht selten von einem starken flämischen Eigenständigkeitsgefühl zeugen. Und eben dieses ist ein wichtiger Faktor bei der Bildung eines Territoriums. Ob sich in diesen Werken eine „öffentliche Meinung“ widerspiegelt, lässt sich nicht sagen. Sicher ist aber, dass die Mönche und Kanoniker das notwendige Wissen und die entsprechenden intellektuellen Fähigkeiten besaßen, um derartige Vorstellungen zu entwickeln und zu verbreiten.

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