Neue Sprachtendenzen im Japanischen Internet - Eine Soziolinguistische Untersuchung am Beispiel von Tagebuch-Mailmagazinen

DSpace Repository


Dateien:
Aufrufstatistik

URI: http://nbn-resolving.de/urn:nbn:de:bsz:21-opus-24636
http://hdl.handle.net/10900/46272
Dokumentart: Dissertation
Date: 2006
Language: German
Faculty: 5 Philosophische Fakultät
Department: Sonstige - Kulturwissenschaften / Kunstgeschichte)
Advisor: Eschbach-Szabo, Viktoria
Day of Oral Examination: 2006-07-27
DDC Classifikation: 400 - Language and Linguistics
Keywords: Soziolinguistik , Japanisch , Jugendsprache , Tagebuch , Internet
Other Keywords: Sprechsprache , Internetsprache , Mailmagazin
spoken language , Internet language , mail magazine
License: Publishing license excluding print on demand
Show full item record

Inhaltszusammenfassung:

In den letzten Jahren erlangte das Internet auch in der Sprachwissenschaft immer mehr Beachtung, da es eine Vielzahl an sprachlichen Besonderheiten und neuen Textformen bietet. So auch die Textform der persönlichen Tagebuch-Berichte im japanischen Internet, die sich eine interessierte Öffentlichkeit per Mail anonym zuschicken lassen kann. Solche Tagebuch-Berichte lassen einen neuen Schreibstil erkennen, der sich vor allem durch seine mündliche Konzeption, also die Nähe zur gesprochenen Sprache, auszeichnet. Hinzu kommen Phänomene der Jugendsprache, wie z.B. gehäufte Intensivierungen, zahlreiche Abkürzungen und neue Wortschöpfungen. Schließlich finden sich darin auch neue Elemente, wie z.B. Emoticons, die sich auf den Gebrauch des Computers zurückführen lassen. Um diesen neuen Schreibstil detailliert analysieren zu können, wurde ein Textkorpus erstellt, das sich aus 160 Mails in Tagebuchform des japanischen Mailmagazinanbieters MagMag zusammensetzt. Die ausführliche Analyse dieses Textkorpus nach den drei sprachlichen Hauptmerkmalen 1. der Nähe zur gesprochenen Sprache, 2. des Einflusses durch die Jugendsprache und 3. der Verwendung eines Computers wird ergänzt durch einführende Erläuterungen zu den Begriffen Internet und Tagebuch, die in den unterschiedlichen Kulturkreisen in Deutschland und Japan entsprechend differierende Konnotationen haben. Auch auf die Frage nach der Identität und der Motivation der Autoren wird ausführlich eingegangen, soweit dies trotz der grundsätzlichen Anonymität im Internet möglich ist. Die Ergebnisse der Analyse weisen die Tagebuch-Mailmagazine als kreative und innovative Texte im Internet aus, die auch als Dokumentationen eines derzeitigen Sprachwandels angesehen werden können.

Abstract:

In the past few years, not only has the Internet been growing, but also linguistic interest in it. Numerous linguistic particularities may be found through a variety of newly developed text genres. One of these new text genres is the personal diary, written for as many people as might be interested in them. These Internet diaries have a writing style which is often influenced by that of spontaneous speech. Secondly, some features of Japanese youth language, such as frequent intensifiers, many abbreviations, and special words created and used by adolescents can be found. Finally, there are some features, for example emoticons, that are special characteristics of computer-mediated communication. To analyse this new writing style in detail, I collected 160 mails distributed by MagMag, a well-known Internet provider in Japan for mail magazines (mêru magajin), and compiled a text corpus as the basis for my analysis. Three major theses deal with the language style: 1. the closeness to spoken language, 2. the influence of youth language, and 3. the use of a computer. Supplementary to the analysis of the language I also discuss the terms “Internet” and “diary” both of which have different connotations in the cultures of Germany and Japan. The question of the identity and motivation of the authors is also discussed, as far as it is possible, considering the anonymity of the Internet.

This item appears in the following Collection(s)