Immanente Transzendenz – Eine Untersuchung der Transzendenzerfahrung in der antiken chinesischen Religiosität mit Berücksichtigung des Konfuzianismus

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URI: http://nbn-resolving.de/urn:nbn:de:bsz:21-opus-11940
http://hdl.handle.net/10900/46229
Dokumentart: Dissertation
Date: 2004
Language: German
Faculty: 5 Philosophische Fakultät
Department: Sonstige - Philosophie und Geschichte
Advisor: Wimmer, Reiner
Day of Oral Examination: 2004-03-17
DDC Classifikation: 100 - Philosophy
Keywords: China, Religion / Geschichte , Transzendenz, Immanenz
Other Keywords: Immanente Transzendenz , Immanentisierung , chinesische Religiosität , himmlische Bestimmung
China , chinese religion , religious history
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Inhaltszusammenfassung:

Die Arbeit macht den Versuch, die diskursiv vermittelte und oft angezweifelte Transzendenzerfahrung im Bereich der frühantiken chinesischen Religiosität morphologisch nachzuvollziehen. Dafür steht vor allem eine genaue philologische Analyse von Originalquellen der chinesischen Frühgeschichte von der Zeit der Kulturheroen bis zur Vor-Qin-Zeit (ca. 20.Jhd. bis 2.Jhd. v.Chr.) im Vordergrund, um mit einer Konzentration auf den widersprüchlich erscheinendem Begriff der "Immanenten Transzendenz" durch eine Kontextualisierung der verschiedenen Denkrichtungen Chinas (Daoismus, Chan-Buddhismus und Schwerpunkt Konfuzianismus) die für die chinesischen Religiosität spezifische Transzendenzerfahrung aufzuzeigen und somit einerseits die Thesen vieler Kritiker, es mangele der chinesischen Geistestradition an Transzendenz, zu widerlegen und andererseits zugleich einen Schritt weiter zu wagen und durch eine morphologische Untersuchung die Erscheinungsformen der Immanentisierung der Transzendenz herauszustellen. Trotz Gegenstimmen nimmt die Transzendenz in der chinesischen Gegenwart eine wichtige soziale, philosophische und religionsphilosophische Rolle ein. Deshalb muss einer Analyse ihrer Entstehung ein Lagebericht neokonfuzianischer Tendenzen, Meinung von Skeptiker und die Situation der Transzendenz als geistige Instanz der Moderne vorausgehen. Um in der Untersuchung die Charakteristik der chinesischen Religiosität zu berücksichtigen, kann nicht nur auf religionsphilosophische und geistesgeschichtliche Methoden zurückgegriffen werden, sondern auch historische und philologische Analysen spielen eine wichtige Rolle, um den geschichtlichen Prozess der Immanentisierung der Transzendenz folgerichtig wiedergeben zu können. So folgt die Arbeit systematisch der historisch-philologischen Entwicklung von der schamanistischen zur historiographischen Kultur mit ihren Ausprägungen in der chinesischen Urreligiosität bzw. ihrer späteren Rationalisierung und richtet gleichzeitig auch den Fokus auf den zeitgleichen philologischen Begleitprozess, der Veränderung des Begriffes von "Tian" als Gottheit zur persönlichen himmlischen Bestimmung "Tianming". Durch eine Personalisierung, Teleologisierung und Kosmologisierung dieses Konzeptes rückt "Tianming" als religionsphilosophischer Aspekt im Prozess der Immanentisierung der Transzendenz immer mehr in den Vordergrund, bis er durch eine weitere Individualisierung und Ontologisierung zu einer Ausform der Transzendenzerfahrung und somit auch der chinesischen Religiosität an sich wird, die sich erwiesenermaßen weniger auf abstrakte Gottesliebe, Glaube und Mythos stützt, sondern sich durch das Verhältnis von Individuum und Gesellschaft auszeichnet. So wird am Ende der Arbeit die Brücke der chinesischen Transzendentalität von ihren schamanistischen Ursprüngen bis zu ihrer Essentialisierung in den konfuzianistischen Tugenden der Menschlichkeit und Moralität geschlagen und gleichzeitig ein Ausblick auf spätere bis hin zu neusten Entwicklungen und Denkrichtungen gegeben.

Abstract:

This thesis tries to prove the often discussed and doubted experience of transcendence of ancient Chinese religion with a focus on morphology studies. The starting point and main part of the work is based on the, in religious-philosophical and sinological studies often used and discussed, thesis of “immanent transcendence”. But this work deals not only with the idea of a static institution of transcendence, but concentrates on the experiential process of transcendence by changing the point of few from different philosophical, cultural-anthropological, religious-historical and religious-philosophical perspectives. The following discourse and morphological analysis clearly shows the historical process from shamanism to rationalism, in which the consciousness of transcendence in the chinese religious basic thoughts had disappeared and at the same time was transformed by a religious-philosophical view to a kind of not obvious, but immanent transcendence. With a further transaction to individual realisation, transcendence becomes an important part in every man’s existence and also bears a new meaning for the theory of transcendence itself.

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