Risikostratifizierung des plötzlichen Herztodes mit Hilfe genetischer Einzelbasenpolymorphismen im Apelin- und Angiotensinogen-Gen

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URI: http://nbn-resolving.de/urn:nbn:de:bsz:21-opus-64656
http://hdl.handle.net/10900/46015
Dokumentart: Dissertation
Date: 2012
Language: German
Faculty: 4 Medizinische Fakultät
Department: Medizin
Advisor: Schreieck, Jürgen (PD Dr.)
Day of Oral Examination: 2009-11-06
DDC Classifikation: 610 - Medicine and health
Keywords: Polymorphismus , Sekundenherztod , Angiotensinogen , SNP
Other Keywords: Apelin , Risikostratifizierung , Plötzlicher Herztod
SCD , Sudden cardiac death , Risk stratification , Single nucleotide polymorphism
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Inhaltszusammenfassung:

Der plötzliche Herztod (SCD) gehört zu den häufigsten Todesursachen in industrialisierten Ländern und wird mit dem zunehmenden Altersdurchschnitt und geänderten Lebensstil der Bevölkerung immer mehr an Bedeutung gewinnen. Der implantierbare Kardioverter/Defibrillator (ICD) hat sich in der Sekundärprophylaxe (erfolgreiche Reanimation nach Herzkreislaufstillstand durch Kammerflimmern bzw. ventrikuläre Tachyarrhythmien) gegenüber konservativen Maßnahmen durch überlegene Ergebnisse durchsetzen können und ist in der klinischen Routine etabliert. Die Primärprophylaxe des SCD jedoch stellt den Kliniker vor eine große medizinische und gesundheitspolitische Herausforderung. Auf der einen Seite müssen möglichst viele Patienten mit hohem Risiko identifiziert werden, damit sie einer ICD-Therapie zugeführt werden können. Andererseits ist es auf Grund von Komplikationen, welche im Zuge der Implantation und des laufenden Betriebs auftreten können sowie des in der heutigen Zeit nicht unbedeutenden Kostenaspektes wichtig, nur solche Patienten herauszufiltern, welche mit hoher Wahrscheinlichkeit vom ICD profitieren. Der Arzt sieht sich einer Vielzahl an invasiv und nicht-invasiv zu bestimmenden Markern zur Risikostratifikation gegenüber. In die Routine haben jedoch außer der LVEF nur wenige Marker Einzug gefunden. Ziel dieser Arbeit ist es, einen mittels Genotypisierung einfach zu bestimmenden Marker im Blut zu identifizieren, welcher mit einem erhöhten SCD-Risiko einhergeht. 135 ICD-Träger wurden auf das Vorhandensein von bestimmten SNPs im Apelin- und Angiotensinogen-Gen hin untersucht und dann der Genotypus mit der Zeit bis zum ersten Auftreten einer möglichen VT korreliert. Dabei konnte ein protektiver Effekt des APLN RS3115840 SNP gegenüber ventrikulären Arrhythmien gezeigt werden. Träger des unmutierten Gens hatten ein 2,2fach erhöhtes Risiko für VT, die mittlere Zeitdauer bis zu einer ersten VT-Episode lag bei 74,5 Monaten im Vergleich zu 96,2 Monaten bei Trägern des SNP (p=0,031). Die Bestimmung des Genotypus könnte somit eine weitere Möglichkeit der Risikostratifizierung und Hilfe bei der Primärprophylaxe des plötzlichen Herztodes darstellen.

Abstract:

Sudden cardiac death (SCD) is one of the main causes of death in industrialized countries. The implantable cardioverter/defibrillator (ICD) is well-established in secondary prophylaxis in clinical routine (successful resuscitation after cardiac arrest due to ventricular fibrillation or tachycardia (VT)). However, primary prophylaxis poses a major challenge for the attending physician. Therefore it is all the more important to identify those specific patients that will finally benefit from an ICD in order to avoid complications and dispensable costs. A variety of possible invasive and non-invasive parameters for risk stratification are available. In clinical routine, however, only a few parameters besides LVEF are well established. Objective of this study was to identify a marker which can easily be genotyped and is associated with a higher risk of SCD. 135 ICD-carrier were genetically analysed whether they had harbouring certain single nucleotide polymorphisms (SNPs) within the Apelin- and Angiotensinogen-gene. Consecutively, the genotype was correlated with the mean time to a possible ventricular tachycardia. In sum, we were able outline a protective effect of the APLN RS3115840 SNP; i.e. patients carrying the wildtype gene had a 2.2 times higher risk of ventricular tachycardia. Mean time to a first episode of VT was 74.5 months in this group compared with the mutated SNP that had a 96.2 months mean time. In conclusion, the identification of this specific genotype could be useful in risk stratification of SCD in clinical routine.

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