Der Nachweis apoptotischer und vitaler disseminierter Tumorzellen bei Mammakarzinompatientinnen nach neoadjuvanter systemischer Therapie

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URI: http://nbn-resolving.de/urn:nbn:de:bsz:21-opus-52859
http://hdl.handle.net/10900/45761
Dokumentart: Dissertation
Date: 2010
Language: German
Faculty: 4 Medizinische Fakultät
Department: Sonstige
Advisor: Wallwiener, Diethelm (Prof. Dr.)
Day of Oral Examination: 2010-10-21
DDC Classifikation: 610 - Medicine and health
Keywords: Brustkrebs , Chemotherapie , Hormontherapie , Adjuvante Therapie
Other Keywords: Dissemination , Tumorzellen , Neoadjuvante Therapie
Neoadjuvant systemic therapy , Breast cancer , Tumor cells
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Inhaltszusammenfassung:

Die Tumorzelldissemination ist ein unabhängiger prognostischer Marker, der auf den Beginn einer systemischen Erkrankung hinweist. Um diese aufzuhalten oder hinauszuzögern, werden adjuvante und neoadjuvante Therapie­strategien eingesetzt. Die NST gilt heute als Methode der Wahl beim lokal fortgeschrittenen Mamma-karzinom. Sie erhöht nicht nur die Rate der brusterhaltenden Operationen, sondern ermöglicht zusätzlich eine Chemo­sensitivitäts­testung in vivo. Zur Kontrolle des systemischen Therapieerfolgs eignet sich gemäß zahlreicher aktueller Studien das Therapiemonitoring mittels Detektion zirkulierender und disseminierter Tumorzellen. Aus diesem Grund war Ziel dieser Studie die Positivitätsrate apoptotischer und vitaler DTZ nach komplettierter NST zu evaluieren und mit dem pathologischen Therapieansprechen des Primärtumors zu assoziieren. Des Weiteren wurde untersucht, ob der KM-Status mit den klassischen klinisch-histo­logischen Prognosefaktoren korreliert und ob die Inzidenz apoptotischer DTZ mit dem Therapieansprechen korreliert. Bei 157 Patientinnen mit stanzbioptisch gesichertem, nicht metastasiertem Mammakarzinom nach abgeschlossener NST wurde KM entnommen und auf apoptotische und vitale DTZ hin untersucht. Zur Detektion der DTZ wurde eine standardisierte immunzytochemische Färbung verwendet (Panzytokeratin A45B-B3-AK). Zur Detektion apoptotischer Zellen wurde zusätzlich der gegen Epitope des Zytokeratins 18 gerichtete M30 Antikörper eingesetzt. Nach erfolgter NST wiesen 53% der Patientinnen vitale DTZ auf. Die Dissemination zeigte sich häufiger bei Patientinnen mit einem stabilen und progressiven Krankheitsverlauf (70%) als bei Patientinnen mit partieller und vollständiger Remission (47%). Hierbei ließ sich ein deutlicher Zusammenhang zwischen dem Ansprechen des Primärtumors und dem Auftreten von DTZ erkennen. Es konnte jedoch keine Korrelation zwischen den etablierten Prognosefaktoren, wie Lymphknotenstatus, Tumorgröße, Hormonrezeptorstatus oder Grading, und dem Knochenmark­status festgestellt werden. Auch das Auftreten apoptotischer DTZ korrelierte mit dem Therapieansprechen. So war die Präsenz apoptotischer DTZ in KM-positiven Patientinnen mit partieller oder kompletter Remission (14%) deutlich höher, als bei Patientinnen mit stabilem oder fortschreitendem Krankheitsverlauf (4%). Apoptotische DTZ konnten bei keiner Patientin mit Tumorprogression nachgewiesen werden. Hingegen wurden bei zehn der 24 Patientinnen mit kompletter Remission vitale DTZ detektiert. Diese Ergebnisse zeigen, dass DTZ anders als die Zellen des Primärtumors auf die NST reagieren können. Bei beinahe der Hälfte der Patientinnen mit hervorragendem Ansprechen des Primärtumors konnte die NST nicht alle DTZ elliminieren. Da Patientinnen mit persistierenden DTZ eine deutlich schlechtere Prognose haben, ist ihre Identifikation von kritischer Bedeutung. Andererseits haben Patientinnen mit kompletter Remission des Primärtumors und einem negativen KM-Status oder ausschließlichem Auftreten apoptotischer DTZ im KM eine sehr gute Prognose. Das Ziel zukünftiger Forschung wird es sein, neue, zielgerichtete Therapieformen zur Eradizierung von DTZ zu entwickeln. Dafür müssen die phänotypischen Unterschiede zwischen den Zellen des Primärtumors und der DTZ weiter charakterisiert werden. Diese neuen Behandlungsstrategien könnten auf der vielversprechenden Bisphosphonat- oder der Antikörpertherapie basieren.

Abstract:

Neoadjuvant systemic therapy (NST) is an established strategy to reduce tumor size in breast cancer patients prior to breast-conserving therapy. The effect of NST on tumor cell dissemination in these patients is not known. The aim of this study was to investigate the incidence of disseminated tumor cells (DTC), including apoptotic DTC, in breast cancer patients after NST, and to investigate the correlation of DTC status with therapy response. Bone marrow aspiration was performed in 157 patients after NST. DTC were detected by immunocytochemistry using the A45-B/B3 anticytokeratin antibody. To detect apoptotic DTC the antibody M30 (Roche Diagnostics, Germany) was used, which detects a neo-epitope expressed only after caspase cleavage of cytokeratin 18 during early apoptosis. The incidence of DTC in breast cancer patients was 53% after completion of NST. Tumor dissemination was observed more frequently in patients with no change/progressive disease (69%) than in patients with partial remission or complete remission of the primary tumor (46%) (P < 0.05). Ten out of 24 patients with complete remission, however, were still bone marrow positive. Apoptotic DTC were present in 36 of 157 (23%) breast cancer patients. Apoptotic cells only were detected in 14% of the patients with partial remission or complete remission, but were detected in just 5% of the patients with stable disease. Apoptotic DTC were detectable in none of the patients with tumor progression. The pathological therapy response in breast cancer patients is reflected by the presence of apoptotic DTC. Patients with complete remission, however, may still have nonapoptotic DTC. These patients may also benefit from secondary adjuvant therapy.

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