Multivariate Analyse : Einflussfaktoren auf die Heilungswahrscheinlichkeit von chronischen Wunden.Eine retrospektive Studie

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Zitierfähiger Link (URI): http://nbn-resolving.de/urn:nbn:de:bsz:21-opus-51327
http://hdl.handle.net/10900/45722
Dokumentart: Dissertation
Erscheinungsdatum: 2010
Sprache: Deutsch
Fakultät: 4 Medizinische Fakultät
Fachbereich: Sonstige
Gutachter: Coerper, Stephan (Prof. Dr.)
Tag der mündl. Prüfung: 2007-11-23
DDC-Klassifikation: 610 - Medizin, Gesundheit
Schlagworte: Wunde
Freie Schlagwörter: Chronische Wunden , Heilungswahrscheinlichkeit , Wundscore
Chronic wounds , Healing probability , Ulcer score
Lizenz: http://tobias-lib.uni-tuebingen.de/doku/lic_mit_pod.php?la=de http://tobias-lib.uni-tuebingen.de/doku/lic_mit_pod.php?la=en
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Inhaltszusammenfassung:

In der chirurgischen Wundsprechstunde der Chirurgischen Universitätsklinik Tübingen wurden über einen Zeitraum von sechseinhalb Jahren 2019 Patienten mit insgesamt 4004 chronischen Ulzera an den unteren Extremitäten untersucht und behandelt. Ziel der vorliegenden Untersuchung war es, zum einen unab­hängige Einflussfaktoren auf die Abheilung zu etablieren und zum anderen anhand dieser Parameter einen klinischen Wundscore zu entwickeln, der eine Prognose bezüglich der Abheilungswahrscheinlichkeit chronischer Wunden ermöglicht. Als signifikante Einflussfaktoren stellten sich folgende Parameter heraus: Wunddauer, Wundgröße, tastbarer Fußpuls und ein bzw. multiple Wunden. Es zeigte sich eine geringere Abheilungswahrscheinlichkeit bei einer Wunddauer von >130 Tagen, bei einer Wundgröße von >4cm², bei nicht tastbaren Fuß­pulsen und bei Vorliegen multipler Wunden. Initiales Grading und Vorhanden­sein einer initialen Wundinfektion zeigten keinen signifikanten Einfluss auf die Abheilungswahrscheinlichkeit. Anhand dieser vier signifikanten Parameter wurde der M.A.I.D.-Score ent­wickelt. Ein Wundscore, der eine Prognose bezüglich der Abheilungswahr­scheinlichkeit chronischer Wunden an unteren Extremitäten ermöglicht. Die einzelnen Parameter wurden je nach Vorliegen des Merkmals in 0 oder 1 unterteilt. Die Patienten wurden dann je nach ihrem Summen-Score in Unter­gruppen unterteilt (Scoregruppen von 0-4) und bezüglich ihrer Abheilungswahr­scheinlichkeit miteinander verglichen. Bei Patienten mit einem Score von 0 lag die Abheilungswahrscheinlichkeit bei 84%. Der Anstieg um einen Score-Punkt reduzierte die Heilungswahrscheinlichkeit um 37%. Bei einem Score von 4 lag die Abheilungswahrscheinlichkeit nur noch bei 31%. Der M.A.I.D.-Score ist für den behandelnden Arzt ein einfaches, schnelles und kostengünstiges Instrument, um die Prognose bezüglich der Abheilungswahr­scheinlichkeit einer chronischen Wunde an einer unteren Extremität einschät­zen zu können. Dies ist für die weitere Therapie- und Kostenplanung von erheb­licher Bedeutung und soll zukünftig zu höherem Behandlungserfolg, ver­mindertem Leidensdruck der Patienten und zu Kosteneinsparungen führen.

Abstract:

Objective: To evaluate a wound-based prognostic score for chronic lower ex­tremity wounds suitable for daily routine use capable of predicting longterm healing. Summary Background Data: The main obstacle in the treatment of chronic wounds is to estimate long-term clinical outcome. For diabetic foot ulcers, several ulcer, and nonulcer-related risk factors associated with impaired healing have been described in the past. Methods: A new chronic lower extremity ulcer score (M.A.I.D.) was created out of 4 clinically defined parameters, namely palpable pedal pulses (I), wound area (A), ulcer duration (D), and presence of multiple ulcerations (M). Palpable pedal pulses were categorized by the absence (scored as 1) or presence (scored as 0) of pedal pulses, while wounds >4 cm² were scored as 1 and wounds < 4 cm² as 0. Ulcers lasting more than 130 days were categorized as 1 and wounds with a duration of <130 days as 0. Patients with multiple ulcerations were graded as 1 (-1) compared with those with single ulcers (-0). M.A.I.D. was calculated by adding these separate scores to a theoretical maximum of 4. Results: Two thousand nineteen consecutive patients with 4004 wounds were included. When patients were divided into subgroups with the same M.A.I.D., we showed a decreasing probability of healing for ulcers with higher M.A.I.D. scores. An increase in the M.A.I.D. by 1 score-point reduced the chance for healing by 37%. Similarly, the higher the ulcer score, the larger the initial wound area, the longer the wound history, and the more likely the occurrence of soft-tissue infection during follow-up. Conclusions: This new chronic lower extremity ulcer score is capable of anti­cipating long-term probability of healing by combining 4 clinically assessable parameters. However, adequate and standardized wound care is an indis­pensable prerequisite for M.A.I.D. to be a valid diagnostic tool in daily clinical routine.

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