Der Briefwechsel zwischen Ludwig Binswanger und Eugen Bleuler von 1907 – 1939 im Spannungsfeld von Psychoanalyse und Psychiatrie in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts

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URI: http://nbn-resolving.de/urn:nbn:de:bsz:21-opus-39715
http://hdl.handle.net/10900/45447
Dokumentart: Dissertation
Date: 2009
Language: German
Faculty: 4 Medizinische Fakultät
Department: Sonstige
Advisor: Fichtner, G. ( Professor Dr.)
Day of Oral Examination: 2009-05-11
DDC Classifikation: 610 - Medicine and health
Keywords: Briefsammlung , Binswanger, Ludwig (Psychiater, 1881-1966) , Bleuler, Eugen , Psychoanalyse , Psychiatrie
Other Keywords: Briefwechsel
Corrrespondance , Ludwig Binswanger , Eugen Bleuler , Psychoanalysis , Psychiatry
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Inhaltszusammenfassung:

Im Zentrum der Arbeit steht die Edition des Briefwechsels zwischen Ludwig Binswanger und Eugen Bleuler von 1907 bis 1939. Vorangestellt wurde eine Einführung, die biographische Skizzen der Korrespondenten und eine Würdigung der wesentlichen Themen des Briefwechsels enthält. Die Biographie Eugen Bleulers ist mit Bedacht ausführlicher dargestellt worden, wobei darauf geachtet wurde, möglichst charakteristische und aussagekräftige Lebensstationen zu schildern. Dargestellt wurden Bleulers Herkunft und die damit verbundenen Implikationen sowie die Prägungen, die den beruflichen und wissenschaftlichen Werdegang Bleulers beeinflussten. Für den sehr viel jüngeren Ludwig Binswanger bot sich eine Auseinandersetzung mit seinen autobiographischen Notizen an, die bis zum Ende seiner Studentenzeit reichen und eindrucksvoll zeigen, wie sich seine erwachsene Persönlichkeit aus dem Kind und dem Jugendlichen entwickelt. Weiteres autobiographisches Material konturiert schärfer das erste Assistentenjahr L. Binswangers im Burghölzli, seine Begegnung mit C. G. Jung und der Psychoanalyse (Besuch bei Freud 1907) sowie die Ausarbeitung seiner Dissertation unter Anleitung von Jung, dem damaligen Mitarbeiter Bleulers. Hinführend auf den Briefwechsel werden in vier Abschnitten die Beziehungsenwicklung und die wesentlichen Berührungspunkte der Korrespondenten behandelt. Dabei geht es um die gemeinsamen Interessen in der Förderung und Verbreitung der Erkenntnisse der Psychoanalyse, wobei die unterschiedliche Haltung gegenüber der Institutionalisierung derselben keinen Bruch in der Beziehung bedeutet. Im Weiteren wird ihre souveräne Zusammenarbeit als Kliniker geschildert, die sich im gemeinsamen Bemühen um ihre Patienten in einem regen schriftlichen Austausch niederschlägt. Parallel dazu lässt sich eine zunehmende Auseinanderentwicklung ihrer wissenschaftlichen Grundpositionen feststellen. Trotz unüberbrückbarer Gegensätze gelingt es den Korrespondenten, eine konfliktvermeidende Ebene zu finden und damit die Beziehung auf einer freundschaftlichen Basis aufrechtzuerhalten. Diese Entwicklung ist eine Besonderheit des Briefwechsels zwischen Ludwig Binswanger und Eugen Bleuler, die nur mit der Freundschaft (trotz aller wissenschaftlichen Gegensätze) zwischen Binswanger und Freud vergleichbar ist.

Abstract:

This professional dissertation deals with the correspondence between Ludwig Binswanger and Eugen Bleuler in the time from 1907 to 1939. Prefacing is an introduction, the biography of the correspondents and a summary of the essential topics included in the exchange of letters. Eugen Bleulers biography is intentionally elaborated, whereas special attention was paid to significant and characteristic events in his life. Described is Bleulers social background with the resulting implications and imprinting which affected his professional and scientifical career. The examination of Ludwig Binswangers own biographical notes show how his personality was shaped from a child, through youth to adulthood. These notes ranges till the end of his student life. Further biographical material focuses on L. Binswangers first year as an assistant in Burghölzli, his encounter with C. G. Jung and the psychoanalysis (visit to Freund in 1907), as well as his dissertation under the supervision of Jung who was the first assistant of Bleuler at the time. Based on the correspondence the development of the relationship between the correspondents and their significant contact is investigated. Main are the common interest in promoting and propagating their findings in psychoanalysis. A difference in the attitude toward the institutionalization of the latter is not a source of discordance. Their competent clinical cooperation reflects in a vivid written communication. In the same time the evolution of their differing positions can be observed. In spite of irreconcilable differences the communication is conciliatory which makes it possible for both to keep a friendly relationship. This is very particular for Ludwig Binswanger and Eugen Bleuler, which only can be compared to the friendship between Binswanger and Freund.

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