Feedback zur Veränderung von individuellen habituellen Haltungspositionen – Können durch Feedbackmechanismen Veränderungen der Haltung und eine daraus resultierende Verbesserung von Rückenproblemen erzielt werden?

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Zitierfähiger Link (URI): http://nbn-resolving.de/urn:nbn:de:bsz:21-opus-36775
http://hdl.handle.net/10900/45359
Dokumentart: Dissertation
Erscheinungsdatum: 2008
Sprache: Deutsch
Fakultät: 4 Medizinische Fakultät
Fachbereich: Sonstige
Gutachter: Horstmann, T. (Professor Dr.)
Tag der mündl. Prüfung: 2008-11-18
DDC-Klassifikation: 610 - Medizin, Gesundheit
Schlagworte: Haltung , Training , Sitzen , Arbeitsplatz , Wirbelsäule
Freie Schlagwörter: Haltungstraining
Posture , Training , Sitting , Workplace , Spine
Lizenz: http://tobias-lib.uni-tuebingen.de/doku/lic_mit_pod.php?la=de http://tobias-lib.uni-tuebingen.de/doku/lic_mit_pod.php?la=en
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Inhaltszusammenfassung:

Hintergrund: Rückenschmerzen stellen heutzutage durch ihre steigenden Prävalenz- und Inzidenzraten ein bedeutendes Gesundheitsproblem dar. Da insbesondere längeres Sitzen als Risikofaktor für Rückenschmerzen angesehen wird und zusammengesunkenes Sitzen die Wirbelsäule belastet, sollte in dieser Studie untersucht werden, ob durch einen Haltungstrainer mit Feedbackmechanismus die Aufrichtung im Sitz trainiert bzw. konditioniert werden kann. Ob diese Aufrichtung Auswirkung auf die Rückengesundheit hat, untersuchten wir anhand der Parameter: Mobilität, Kraft und Haltung der Wirbelsäule und des subjektiven Wohlbefindens. Methoden: Der in dieser Studie verwendete Haltungstrainer erinnert optisch an einen Pulsmessgurt. Ein passiver Sensor misst die aktuelle Krümmung der Wirbelsäule und ab einem bestimmten Schwellenwert erhält der Benutzer ein Vibrationsfeedback. Die Durchführung der Studie erfolge im Cross-Over Design. 56 Probanden mit sitzender Tätigkeit wurden in zwei Gruppen aufgeteilt. Zunächst erfolgte für alle Teilnehmer eine Eingangsuntersuchung, danach erhielt Gruppe A für 6 Wochen den Haltungstrainer, womit Gruppe B als Kontrollgruppe fungierte. Nach 6-wöchiger Trainingsphase von Gruppe A erfolgte ein Zwischenuntersuchung, anschließend wurden die Probanden der Gruppe B mit dem Feedbacksystem ausgestattet. Nach weiteren 6 Wochen Trainingsphase der Gruppe B fand wiederum für alle Teilnehmer eine Abschlussuntersuchung statt. Bei allen drei Untersuchungen wurde die Haltung mittels der Methode der Rasterstereographie im Stand gemessen. Die Messung der Wirbelsäulenbeweglichkeit erfolgte mithilfe des „Finger-Boden-Abstands“, die der Kraft der Rückenstreckermuskulatur mit einem DAVID 110 System. Das subjektive Wohlbefinden wurde mittels Fragebogen (CAFE-40).erfasst. Ergebnisse: Bei der Mobilität, der Kraft und dem subjektiven Wohlbefinden konnte bei allen Probanden ein deutlicher Unterschied im Vergleich direkt vor und direkt nach der 6-wöchigen Haltungstrainerphase festgestellt werden. Bei den Probanden vermehrte sich also die Kraft der Rückenstreckermuskulatur um 13,3 Nm (p=0,016) und erhöhte sich die Gesamtbeweglichkeit der Wirbelsäule um 1,7 cm (p<0,001). Das subjektive Wohlbefinden stieg um 0,14 Punkte (p=0,006). Bei den Rasterstereographieaufnahmen konnten keine signifikanten Unterschiede festgestellt werden. Schlussfolgerung: Durch die Verbesserung der oben genannten Parameter gehen wir davon aus, dass sich die Sitzhaltung der Probanden am Arbeitsplatz dahingehend verändert hat, dass sie sich vermehrt in ein eine aufrechte Sitzposition begeben haben. Somit ist elektronische Haltungstraining am Arbeitsplatz ist ein wirkungsvoller Beitrag zur Rückengesundheit.

Abstract:

Background: Pain in the back are a significant health problem nowadays, justified by increasing prevalence and incidence rates. To remain seated in particular is being seen as a risk factor for backache and therefore a slumped sitting position is regarded to stress the spine. Within this study it ought to be examined whether throughout an electronic posture trainer with a feedback mechanism erectness could be trained or conditioned. Whether straightening the sitting position does have any effects to the spinal health, was examined on the basis of mobility, strength, posture of the spine and the self reported well being. Methods: The used “position trainer” reminds optically of a pulse digital meter. A passive sensor documents the current deflection of the spinal column and by reaching a marginal threshold the user gets a stimulating vibrational feedback. The performance of this study was made in Cross Over Design. 56 subjects with sedentary work were devided into two groups. At first, all probants had to sit a medical examination. After this, group A was equipped with the “position trainer” for six weeks, consequently group B acted as control group. After a six weeks training period, an in between examination was done, afterwards the subjects of group B were provided with the “position trainer”. Past another six weeks training of group B, all probants had to sit a final medical examination. In all three examinations, posture was determined with the method of rasterstereography in upright position (stand). The mobility of the spine was measured with the “fingertip-to-floor” test, the strength of the back-extension muscles with a “DAVID 110” system. The subjective well being was recorded by standardised questionnaires (“CAFE-40”). Results: Mobility, strength and well being of all subjects showed significant changes compared to the pre-training period without the “position trainer”. The strength of the back-extension muscles increased up to 13,3Nm (p=0,016), the overall mobility of the spine increased to 1,7cm (p<0,001). The subjective well being raised 0,14 points (p=0,006). The rasterstereographical photographs showed no significant differences. Conclusion: By the increase of the above mentioned parameters it can be assumed, that the sitting posture of the subjects changed to that effect, that they betook themselves to a more upright sitting posture. Therefore the electronically assisted position training at working places is an effective contribution to the backbones health.

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