Reintonaudiometrie in klinischen Studien zur Hörsturztherapie:Die Bedeutung der Auswahl des Zielkriteriums

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URI: http://nbn-resolving.de/urn:nbn:de:bsz:21-opus-36343
http://hdl.handle.net/10900/45340
Dokumentart: Dissertation
Date: 2008
Language: German
Faculty: 4 Medizinische Fakultät
Department: Sonstige
Advisor: Plontke, Stefan (Privatdozent Dr.)
Day of Oral Examination: 2007-10-30
DDC Classifikation: 610 - Medicine and health
Keywords: Hörsturz , Audiometrie , Auswertung
Other Keywords:
Hearing loss , Audiometry , Outcome measures
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Inhaltszusammenfassung:

Zurzeit gibt es eine Vielzahl von Auswertungsverfahren, die in den publizierten Studien zur akuten idiopathischen Hörminderung Verwendung finden. Nach den hier vorgestellten Ergebnissen stimmen die Auswertungsverfahren jedoch meist nicht überein. Die Auswahl einer Methode beeinflusst aber nicht nur das Ergebnis der Studie, sondern auch die für die Durchführung einer kontrollierten klinischen Studie notwendige Zahl an Patienten. Um eine systematische Vergleichbarkeit der vielen unterschiedlichen Behandlungsschemata und -techniken im Rahmen von Metaanalysen zu ermöglichen, ist es dringend erforderlich, einheitliche Standards für die Zielparameter zu etablieren. Aufgrund des hier vorliegenden Vergleichs vieler Auswerteverfahren anhand einer großen Beispielpopulation lassen sich einige Vorschläge für die Planung weiterer Studien zum Hörsturz formulieren: 1) In Übereinstimmung mit den Beobachtungen von Berliner und Mitarbeitern (bei Schallleitungsschwerhörigkeit) hat die Definition von Erfolgskriterien einen größeren Einfluss auf das Therapieergebnis als die Auswahl der zu untersuchenden Frequenzen. 2) Eine sinnvolle Vergleichbarkeit von Studien, die unterschiedliche Auswerteverfahren benutzen, ist dennoch meist nicht gegeben. 3) Daher ist es nötig, sich international auf einheitliche Standards sowohl für die Auswahl der Frequenzen als auch für die Erfolgskriterien zu einigen. 4) Die Frequenzen, die in die Auswertung einbezogen werden, müssen mit dem audiologischen Einschlusskriterium übereinstimmen. 5) Bei der Planung einer Studie sind Machbarkeit und studienökonomische Aspekte von zentraler Bedeutung. Die dichotomen Erfolgskriterien (z.B. Anteil der Patienten, die sich um mehr als einen festgelegten Wert verbessert haben) werden zwar in vielen Studien verwendet, haben jedoch den Nachteil, dass größere Fallzahlen benötigt werden. Dies sollte bei der Auswahl der Planung von Studien zum Hörsturz berücksichtigt werden. 6) Aus klinischer Sicht ist es empfehlenswert, das Gegenohr als Referenz in die Berechnung mit einzubeziehen. Hierfür dürfen dann aber nur Patienten in die Studie eingeschlossen werden, deren Hörvermögen vor dem Hörsturz symmetrisch gewesen ist. 7) Für Studien, bei denen ein symmetrisches Hören nicht sicher vorausgesetzt werden kann, sind die kontinuierlichen Erfolgskriterien den dichotomen vorzuziehen. Sie benötigen kleinere Fallzahlen und erleichtern so die Durchführbarkeit und senken die Kosten. 8) Obwohl dieses Verfahren in dieser Studie nicht berücksichtigt werden konnte, ist die Sprachaudiometrie wegen ihrer Relevanz für das praktische Hörvermögen der Patienten im Alltag ein sehr wichtiges Verfahren und sollte in Hörsturzstudien zumindest als sekundäres Zielkriterium mitgeführt werden.

Abstract:

HYPOTHESIS: Different methods of pure-tone audiometry analysis in sudden hearing loss studies show a lack of agreement with respect to outcome, and the choice of outcome measure influences sample size calculation. BACKGROUND: There is an increasing number of clinical reports on the treatment of sudden hearing loss. For comparison of efficacy between different therapies and for meta-analysis, it is important to consider the outcome measures in different studies. Statistical analysis for comparison of different outcome measures is used in this study. MATERIALS AND METHODS: Controlled clinical studies on the therapy for idiopathic sudden sensorineural hearing loss (ISSHL) were reviewed with respect to their choice of measurement method for the primary endpoint based on pure-tone audiometry. A selection of outcome measures, including different frequencies evaluated, absolute and relative hearing improvement, and different criteria for success, were compared by applying them on the same patient population treated for ISSHL. Agreement between different clinical outcome measures was assessed by using a method described by Bland and Altman. Based on the change in hearing level in the patient population, sample sizes were calculated for various outcome measures and for different criteria of hearing improvement. RESULTS: In 52 controlled studies on the systemic treatment of ISSHL, more than 40 different outcome measures for the primary endpoint were identified. Comparison of measurement methods showed no acceptable agreement between most absolute and relative measures of hearing improvement and between endpoints on the basis of different criteria of success. The differences in outcome in the treatment of ISSHL were more affected by the definition of success than by frequencies included in the pure-tone average. Estimated sample sizes for controlled clinical trials varied substantially with the choice of outcome measure. CONCLUSION: The lack of an acceptable agreement between most measurement methods assessed in this report prevents a meaningful comparison of published clinical studies on ISSHL. For comparison of efficacy between different treatments in ISSHL and for the planning of controlled clinical trials, it is necessary to agree on standardized outcome measures, including the frequencies averaged and the criteria of success.

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