Sorge- und Umgangsrechtsbegutachtungen bei über 14 Jahre alten weiblichen Jugendlichen: Retrospektivanalyse von 25 Gutachten und Richterbefragung

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URI: http://nbn-resolving.de/urn:nbn:de:bsz:21-opus-35203
http://hdl.handle.net/10900/45277
Dokumentart: Dissertation
Date: 2008
Language: German
Faculty: 4 Medizinische Fakultät
Department: Sonstige
Advisor: Klosinski, G. (Prof. Dr. )
Day of Oral Examination: 2008-05-30
DDC Classifikation: 610 - Medicine and health
Keywords: Gutachten , Jugend , Elterliche Sorge , Umgangsrecht , Geschlechtsunterschied
Other Keywords: Begutachtung , Jugendliche , Sorgerecht , Geschlechtsunterschiede
Appraisal , Adolescents , Custody and visitation rights , Gender-specific differences
License: Publishing license including print on demand
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Inhaltszusammenfassung:

Der vorliegende Teil einer Vergleichsarbeit mit N. Müller-Berner benennt Gründe, Problemstellungen und familiäre Situationen, die Gerichte dazu veranlassen, im Rahmen von Sorge- und Umgangsrechtsverfahren die Begutachtung eines bereits über 14-jährigen Jugendlichen in Auftrag zu geben. Da diese spezifische Fragestellung in der Fachliteratur bisher noch nicht evaluiert wurde, konnten keine vergleichenden Studien- oder Untersuchungsergebnisse herangezogen werden. Basis der Arbeit bilden somit 8 anfangs generierte Hypothesen, die sich aus den Erfahrungsberichten der Mitarbeiter der Kinder- und Jugendpsychiatrie Tübingen ableiten ließen. Die mittels einer geschlechterdifferenzierten Retrospektivanalyse von Gutachten (diese Arbeit untersucht die weiblichen, die Arbeit von N. Müller-Berner die männlichen Jugendlichen) sowie einer Richterbefragung gewonnenen Ergebnisse lassen sich als folgendes Bild skizzieren: Insgesamt wird eine Begutachtung innerhalb dieser Altersgruppe in oben genannter Auseinandersetzung nur selten angefordert. In der Mehrzahl der begutachteten Fälle findet sich eine komplexe, extrem konfliktbehaftete familiäre Situation. Es zeigt sich weiter, wie stark auch ältere Jugendliche noch unter der elterlichen Trennungs- und Streitsituation leiden und wie groß ihre emotionale Belastung und Hilfsbedürftigkeit sind. Die zeitgleich bestehende Eigenständigkeit der Jugendlichen wird insbesondere durch den in allen Fällen respektierten jugendlichen Willen bezüglich der zukünftigen Sorge- und/oder Umgangsrechtsregelung sichtbar. Zu hoffen ist, dass vorliegende Studie insbesondere die Personen erreicht, die in direktem Kontakt mit entsprechend betroffenen Jugendlichen stehen: Sie will für deren spezifische Sorgen und Probleme sensibilisieren und einen Überblick über besonders problematische familiäre Situationen ermöglichen. Nicht zuletzt soll sie zu weiterführender Forschung sowie nachfolgenden, größeren Studien auf diesem bisher kaum beachteten Gebiet anregen.

Abstract:

This retrospective study analyses 55 custody- and visitation rights- expert opinions furnished at the Department of Child and Adolescent Psychiatry at the University of Tuebingen from 1990 to 2005. The aim of the study was to find out reasons and circumstances prompting judges to order appraisals of adolescents aged over 14 years during proceedings of custody and visitation rights. Expertises were examined for possible gender-specific differences. Further, a census of the judges was arranged. It became obvious that expertises were rarely requested during proceedings of custody and especially of visitation rights. Financial problems, parental alcoholism and educational incompetence or mental diseases of the adolescents and/or their parents were found in these extremely conflict-ridden family situations. Gender-specific variable results were found as far as the relationship of the young towards their parents and siblings is concerned, their wish for future residence, and the expert recommendation on provision for custody and visitation rights.

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