Untersuchung des Schlaf-Wachverhaltens und der Tagesbefindlichkeit berufstätiger Männer und Frauen jenseits des 50. Lebensjahres

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URI: http://nbn-resolving.de/urn:nbn:de:bsz:21-opus-34323
http://hdl.handle.net/10900/45252
Dokumentart: Dissertation
Date: 2008
Language: German
Faculty: 4 Medizinische Fakultät
Department: Sonstige
Advisor: Wilhelm, Barbara (PD Dr. med.)
Day of Oral Examination: 2008-05-27
DDC Classifikation: 610 - Medicine and health
Keywords: Pupillographie , Schlaf-Wach-Rhythmus
Other Keywords: Tagesschläfrigkeit , Schlafqualität , Pupillographischer Schläfrigkeitstest
Pupillographic sleepiness test , Sleep-wake-habits
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Inhaltszusammenfassung:

Einführung: Mit objektiven Schläfrigkeitsmessungen im Arbeitsalltag, und subjektiven Skalen sollte in der vorliegenden Untersuchung eine Aussage zur Tagesschläfrigkeit bei älteren Beschäftigten im Verwaltungsbereich gewonnen werden. Ziele waren sowohl eine Bestandsaufnahme altersabhängiger Grundschläfrigkeit bei beiden Geschlechtern sowie die Untersuchung von Ermüdungseffekten durch den Arbeitstag. Zudem wurde in einer von den Rahmenbedingungen homogenen Gruppe die Auswirkung von Alter und Geschlecht auf Schlaf- und Lebensqualität untersucht. Methoden: An der Studie teilnehmen konnten Männer und Frauen zwischen 50 und 65 Jahren, bei denen keine Schlafstörungen bekannt waren und die keine Medikamente mit Effekt auf die zentralnervöse Aktivierung einnahmen. Übliche Gewohnheiten in Bezug auf Koffein und Nikotin wurden am Messtag beibehalten, Alkoholkonsum war nicht erlaubt. Zur Anwendung kamen der Pupillographischen Schläfrigkeitstest (PST, AMTech Weinheim), eine Visuelle Analogskala Wachheit (VAS) sowie die Karolinska Schläfrigkeitsskala (KSS), wobei jeder Teilnehmer zweimal am gleichen Tag jeweils zu Beginn und zu Ende des Arbeitstages gemessen wurde. Zudem wurden drei Fragebögen zur Schlaf- und Lebensqualität sowie zum Chronotyp eingesetzt: Pittsburgh-Sleep-Quality (PSQI), Horne-Östberg (D-MEQ), Mezzich-Cohen (QOL). Die begründete Fallzahlschätzung ergab eine anzustrebende Probandenzahl von 81. Das Datenmanagement und die statistische Analyse wurden von der DatInf GmbH Tübingen durchgeführt. Die Studie war von der Ethikkommission der Medizinischen Fakultät der Universität Tübingen genehmigt, alle Teilnehmenden hatten ihre schriftliche Zustimmung zur Teilnahme gegeben. Ergebnisse: Die 90 Probanden (25 Frauen, 65 Männer) waren im Mittel 56 Jahre (SD 3,9) alt mit einem mittleren BMI von 25 kg/m2. Bezüglich des lnPUI, der subjektiven Tagesschläfrigkeit, sowie des Ermüdungseffekts durch den Arbeitstag konnte in der untersuchten Gruppe weder ein Alterseffekt (Korrelation nach Spearman: Messung 1: r=0.02, p=0.845, Messung 2: r=-0.03, p=0.712) noch ein Geschlechtsunterschied (Wilcoxon Test; p=0.30) nachgewiesen werden. Bei den Fragebögen betrug in der Gesamtgruppe der PSQI-Score 4,92, der D-MEQ im Mittel 59,1 und der QOL 78,6. Es konnte keine Korrelation des Alters mit den Variablen der drei Fragebögen nachgewiesen werden. Der PSQI lag bei Frauen (Median 6) höher als bei den Männern (Median 4; p=0,013). Hierzu trugen vor allem die subjektive Schlafqualität sowie die Schlaflatenz bei. Die Lebensqualität nach Mezzich und Cohen stuften Männer (Median 81) tendenziell besser ein als Frauen, wobei das Signifikanzniveau unterschritten wurde (Median 77; p=0,068). Für den Chronotyp anhand des D-MEQ konnte kein Unterschied nachgewiesen werden (Median Männer 62, Median Frauen 53,5; p=0,182). Diskussion und Schlussfolgerung: Die fehlende Abhängigkeit der objektiven Messergebnisse (PST) von Alter und Geschlecht deckt sich mit den Resultaten einer früheren PST-Studie in der Altersspanne 20 bis 60 Jahren, in der pro Dekade weniger Personen untersucht wurden als im hier vorgestellten Projekt. Im Gegensatz zu einer Studie an Schichtarbeitern im Tunnelbau fand sich bei den hier Untersuchten im Verwaltungsbereich keine Zunahme der Schläfrigkeitswerte durch den Arbeitstag, was an der weniger körperlich anstrengenden Tätigkeit liegen kann. Die untersuchte Gruppe von älteren Arbeitnehmern beiderlei Geschlechts zeigte im Vergleich zu Literaturergebnissen eine relativ gute Schlaf- und Lebensqualität. Auffallend ist der deutliche Geschlechtsunterschied bei den subjektiven Fragebögen, mit einer signifikant schlechteren Schlafqualität und einer tendenziell schlechteren Lebensqualität bei Frauen. Womöglich spiegeln die vorliegenden Ergebnisse besondere Belastungen von Frauen in der untersuchten Lebensphase wider, was auf die Notwendigkeit gezielter Maßnahmen (z.B. Gesundheitsbildung bzgl. Schlafhygiene) hinweist.

Abstract:

Background: Based on objectively measured sleepiness in daily work and subjective scales the present study tried to gain insight in daytime sleepiness of elderly government employees. The aim of the study was to investigate the appraisal of age-dependent sleepiness in men and women and the fatiguing effects of work. In addition we investigated the effect of age and gender on quality of life and of sleep quality in a homogeneous group. Methods: The study included men and women in the age between 50 and 65 years without known sleep disorders and without use of drugs with effects on the central nervous activation. Usual habits concerning consume of caffeine and nicotine remained unchanged; alcohol was not permitted. With the Pupillographic Sleepiness Test (PST by AMTech Weinheim), a self-rating scale (VAS) and the Karolinska Sleepiness Scale (KSS) each subject was measured twice a day: at the start and at the end of the working day. Furthermore, three questionnaires for sleep quality and quality of life and chronotype were applied: Pittsburgh-Sleep-Quality-Index (PSQI), Horne-Östberg (D-MEQ), Mezzich-Cohen (QOL).Sample size estimation resulted in a number of 81 subjects. Data management and statistical analysis was realized by DatInf GmbH Tübingen. The study was approved by the local Ethics Committee. All subjects had given their informed consent to study participation. Results: The mean age of the 90 test persons was 56 years (SD 3.9) with a mean BMI of 25 kg/m2. Regarding the lnPUI, the subjective daytime sleepiness and the fatiguing effect of work we could not find an effect of age (Spearman: measurement 1: r=0.02, p=0.845, measurement 2: r=-0.03, p=0.712) or gender (Wilcoxon Test; p=0.30) in the examined group. Within the whole group the questionnaires showed a PSQI-Score of 4.92, a mean D-MEQ-score of 59.1 and a QOL score of 78.6. There was no correlation of age with the variables of the questionnaires. The PSQI was higher in females (median 6) than in males (median 4; p=0.013). Mainly responsible for this result were the questionnaire items subjective sleep quality and sleep latency. Quality of life tended to be better in men than in women (median 77; p=0.068). We found no gender difference for the chronotype (median men 62, median women 53.5; p=0.182). Conclusion: The lack of age and gender effects in the objective measures correspond with the results of recent PST-studies in test persons aged 20 to 60 years including fewer subjects per life decade. In contrast to a study in shift workers we did not find a fatiguing effect of work in the examined government employees possibly caused by the less physically exercising work situation. Compared to other results our group of elderly employees of both genders showed altogether a relatively good quality of life and sleep. But there was a distinct gender difference in subjective sleep quality with significantly poorer sleep and a tendency to worse quality of life in women. The present results may reflect particular problems and burdens for women in the later period of life and at the same time a need for health and sleep education programs.

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