Häufigkeit und Bedeutung positiver Vaginalabstriche im Scheidenblindsack nach erfolgter Hysterektomie

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URI: http://nbn-resolving.de/urn:nbn:de:bsz:21-opus-29523
http://hdl.handle.net/10900/45076
Dokumentart: Dissertation
Date: 2007
Language: German
Faculty: 4 Medizinische Fakultät
Department: Sonstige
Advisor: Menton, M.
Day of Oral Examination: 2007-02-27
DDC Classifikation: 610 - Medicine and health
Keywords: Gebärmutterentfernung
Other Keywords: VAIN , Vaginalneoplasie , HPV , Vaginalkarzinom , Hysterektomie
Cancer of the vagina , vaginal intraepithelial neoplasia , human papilloma virus , hysterectomy
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Inhaltszusammenfassung:

Problemstellung Während Lokalisation, Entstehungsweise und Häufigkeit des Zervixkarzinoms und seiner Vorstadien gut bekannt und klar definiert sind, ist dies beim Vaginalkarzinom und seinen Vorstadien nicht der Fall. Die vorliegende Studie stellte sich die Aufgabe, die Häufigkeit positiver zytologischer Befunde im vaginalen Blindsack zu ermitteln, besonders im Hinblick auf die Frage der Notwendigkeit zytologischer Vorsorgeuntersuchungen auch nach erfolgter Hysterektomie. Material und Methodik Hierfür waren die gynäkologischen Abstriche über einen Zeitraum von drei Jahren aus einem zytologischen Großlabor retrospektiv ausgewertet worden. Insgesamt wurden 266.618 gynäkozytologische Abstriche ausgewertet. Davon entfielen 241.956 auf Zervix- und 24.662 auf Vaginalabstriche aus dem Scheidenblindsack. Die Häufigkeit der zervikalen und vaginalen Präneoplasien und Karzinome lag in dieser Zeit bei 5.453 Fällen, die der vaginalen bei 162 Fällen. Ergebnisse Es zeigte sich, dass von 24.662 Fällen mit Abstrichen aus dem vaginalen Blindsack 162 (0,66%) positiv bewertet worden waren. Das Durchschnittsalter lag bei 58 Jahren. In dieser Altersklasse werden positive Zervixabstriche mit ca. 0,98% angegeben und sind damit nur um etwa ein Drittel häufiger. Die Häufigkeit des Auftretens eines Vaginalkarzinoms nach vorausgegangenem Uteruskarzinom war statistisch signifikant. Besonders bemerkenswert ist der relativ hohe Anteil invasiver sekundärer Vaginalkarzinome innerhalb des Positivkollektivs. Dieser war mit 6,2% höher als die Rate festgestellter Zervixkarzinome. Morphologisch spezifische HPV-Zeichen, d.h. Koilozyten, wurden in 11,7% unserer positiven Vaginalabstriche gefunden. Indirekte HPV-Zeichen (Dyskeratozyten) wurden noch häufiger, in 75,3%, beobachtet. Sie traten in dem von uns untersuchten Kollektiv also rund zehnmal häufiger auf, als im Bereich der Zervix angegeben wird. Diskussion und Schlussfolgerung Nach dem vorliegendem Ergebnis ist also davon auszugehen, dass Vorsorgeuntersuchungen nach erfolgter Hysterektomie auch weiterhin notwendig sind, um die Entstehung sekundärer Vaginalkarzinome zu verhindern.

Abstract:

Positive vaginal smears following hysterektomy, a rare event? The resulting high incidence of positive vaginal smears and of secondary vaginal carcinomas in particular seem to the consequence of insufficient medical precaution following hysterectomy Sampling and examination of cytologic smears from the vaginal cuff frequently is neglected, because it is assumed that cancer development is hardly possible after hysterectomy. In contrast, a relatively high occurrence of so-called secondary vaginal cancer is observed in general practice Cytologic records of patients that had previosly a hysterektomy from the years 1997-99 were evaluated and the positive cases re-examined. 166 positive cases were found, 131 revealing VaIN Ia.II, 29 VaIN III , and 6 invasive vaginal carcinomas. The incidence of VaIN I-III was calculated to be 0,65%, this is only two thirds lower than that of CIN I-III. The incidence of secondary vaginal carcinoma during the observed period was found to be even equal to that of cervical cancer. About 50% of positive vaginal smears showed signs of dyskeratosis (atypical keratinisation). In all cases, the lesion was located within the central part of the vaginal cuff. This observation supports the probability of HPV-persistence rather than new infection as a causal agent.

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